Neue Förderinitiative Förderinitiative gegen Arzneimittelrückstände in der Umwelt

Redakteur: Dipl.-Ing. (FH) Tobias Hüser

Mit der Förderinitiative „Nachhaltige Pharmazie“ will die Deutsche Bundesstiftung Umwelt (DBU) Modellprojekte initiieren, die Arzneimittelrückstände in der Umwelt vermindert. In Folge sollen ressourcenschonende und schadstoffarme Produktionsverfahren enstehen.

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Viele Medikamente werden häufig achtlos über die Toilette entsorgt. So gelangen Wirkstoffe auch ins Grund- und Trinkwasser.
Viele Medikamente werden häufig achtlos über die Toilette entsorgt. So gelangen Wirkstoffe auch ins Grund- und Trinkwasser.
(Bild: DBU)

Osnabrück – Der Gebrauch von Medikamenten hat Folgen – auch für die Umwelt: „Einige Wirkstoffe werden beim Aufbereiten des Abwassers nicht vollständig entfernt und gelangen zum Teil sogar ins Trinkwasser. Sie sind ein Risiko für die menschliche Gesundheit und schädigen nachweislich Tiere und Pflanzen“, sagte Dr.-Ing. E. h. Fritz Brickwedde, Generalsekretär der DBU.

Die Förderinitiative „Nachhaltige Pharmazie“ will dagegen ankämpfen und Projekte fördern, die Arzneimittelrückstände verhindern wollen. Die Stiftung spricht dabei kleine und mittelständische Unternehmen sowie Forschungseinrichtungen an. Vor allem Methoden der industriellen Biotechnologie sollen gefördert werden. Beispielsweise umweltfreundliche Synthese- und Aufreinigungsverfahren, die dazu beitragen, dass bestimmte Wirkstoffe vom Körper besser aufgenommen werden.

„In der nachhaltigen Pharmazie geht es nicht allein darum, ein wirksames Medikament herzustellen. Sie betrachtet den gesamten Lebenszyklus eines Arzneimittels und dessen Einfluss auf die Umwelt: Vom Rohstoffeinsatz über das Entwickeln und Herstellen bis hin zum Verschreiben, dem sachgemäßen Gebrauch, dem Entsorgen und dem Verbleib in der Umwelt“, betonte Dr. Maximilian Hempel, Leiter des DBU-Referates Umweltchemie.

Wenn Medikamente hergestellt werden, verbrauchen die Pharmalabore große Mengen Rohstoffe, Lösungsmittel und Energien. Für 1 Kilogramm Arznei müssen durchschnittlich 3,2 Kilogramm Lösungsmittel und 5,4 Liter Wasser verwendet werden. Dazu werden 5,4 Kilogramm Abfall entsorgt.

Heute lassen sich Arzneimittelrückstände in Böden, Flüssen, Seen sowie im Grund- und Trinkwasser feststellen – mit gravierenden Folgen für die Umwelt: „Bei Fischen konnte zum Beispiel eine ‚Verweiblichung‘ nachgewiesen werden. Dies geschieht durch Wirkstoffe aus der Anti-Baby-Pille, die die Wasseraufbereitung passieren. Außerdem sind Geier-Populationen in Indien und Pakistan im Bestand bedroht, weil Rinder mit speziellen Schmerzmitteln behandelt werden“, erläutert Hempel.

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