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GFK-verstärkte Fluorpolymerrohre Flanschlose korrosionsstabile Verbindungsleitungen aus thermoplastischen Fluorpolymeren

| Autor / Redakteur: Dr. Mirko Lotz / Dr. Jörg Kempf

In der Chemie kann es fatale Folgen haben, wenn Versorgungsleitungen nicht richtig ausgewählt sind. Heiße und hochkonzentrierte Säuren verlangen korrosionsstabile Lösungen; Polypropylen- oder GFK (Glasfaserverstärkter Kunststoff)-Leitungen reichen hier oft nicht aus. Eine Alternative zu Stahlrohren mit PTFE-Inliner-Schlauch sind GFK-Leitungen, die mit thermoplastischen Fluorpolymeren ausgekleidet sind.

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Abb. 1: GFK-umwickeltes Symalit-PVDF 1000-„HV-Liner“-Rohr Bilder: Quadrant EPP
Abb. 1: GFK-umwickeltes Symalit-PVDF 1000-„HV-Liner“-Rohr Bilder: Quadrant EPP
( Archiv: Vogel Business Media )

Verbindungsleitungen aus GFK-verstärkten Fluorpolymerrohren spiegeln das Konstruktionsprinzip von fluorpolymerausgekleideten Prozessbehältern wider und bestehen aus zwei klar trennbaren funktionellen Schichten: Im Innern befindet sich ein Rohr aus einem chemisch und thermisch beständigen thermoplastischen Fluorpolymer, das als eine Permeationsbarriere für das Medium fungiert und somit die chemisch weniger beständige GFK-Ummantelung schützt. Die einzelnen Rohre werden untereinander durch Verschweißen verbunden, wodurch praktisch flanschlose Leitungssysteme entstehen. Da das GFK keinen ausreichenden Halt auf den blanken Fluorpolymeroberflächen findet, sind die Fluorpolymerrohre zur Verstärkung mit GFK oberflächenmodifiziert oder kaschiert (Kaschierungen bestehen aus dreidimensionalen und dehnbaren Gestricken). Die verschweißten Fluorpolymerrohre werden abschließend mit GFK umwickelt, wobei Druckbeständigkeit und mechanische Festigkeit über Dicke und Art der GFK-Verstärkung variiert werden kann (Abb. 1).

Mit ihrem Aufbau erfüllen die GFK-verstärkten Fluorpolymerleitungen ein Grundprinzip des Korrosionsschutzes: Die permeationsdichteste und medienbeständigste Schicht soll an der medienzugewandten Seite liegen, während nach außen hin weniger permeationsbeständige Lagen aufgebaut werden. So wird die gesamte Struktur bestmöglich geschützt. Zudem können geringe Mengen permeierender Medien leicht durch die weniger permeationsdichten GFK-Schichten nach außen abgeführt werden, was die Anreicherung chemisch aggressiver Substanzen hinter der Auskleidungsschicht und somit spätere Korrosion vermeiden hilft.

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