Ex-Schutz auf der Powtech Feuer und Flamme für Sicherheit: Die Ex-Schutz-Trends 2016

Autor / Redakteur: Dominik Stephan* / Dominik Stephan

Explosionsschutz auf der Powtech – Das Mekka der mechanischen Verfahrenstechnik ist zugleich der Hotspot des Explosionsschutzes. Ob Drucksensoren, die Explosionen im Entstehen erkennen, ob Flammunterdrückung oder für den Fall eine Falles Lösungen zur Druckentlastung: Sicherheit steht an erster Stelle, wenn es um das Handling brennbarer Pulver und Schüttgüter geht. Zwischen Live-Explosionen und spannenden Diskussionen waren Lösungen zur Anlagensicherheit ganz groß im Rennen.

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Damit es nicht zum Äußersten kommt: Live-Vorführungen unterstrichen das zerstörerische Potenzial der Explosionen, aber auch, wie sie sich wirksam bekämpfen lassen.
Damit es nicht zum Äußersten kommt: Live-Vorführungen unterstrichen das zerstörerische Potenzial der Explosionen, aber auch, wie sie sich wirksam bekämpfen lassen.
(Bild: Ernhofer/PROCESS)

Es braucht nicht viel für einen großen Knall: Einige hundert Gramm Maisstärke fein zerstäubt, ein Funken – und ein gewaltiger Feuerball faucht über den Innenhof der Nürnberger Messe. Berstender Donner hallt von den Toren und Glasfassaden der Messe wieder. Für einen Moment hält alles den Atem an – dann brandet Applaus auf.

Live-Explosionen gehören zur Powtech wie Filter und Siebmaschinen – Berstscheiben, Flammunterdrückung und blitzschnelle Drucksensoren demonstrieren das Niveau, dass der Ex-Schutz mittlerweile erreicht hat. Immerhin gehören Staubexplosionen und Verpuffungen zu den gefürchtetsten Phänomenen beim Umgang mit brennbaren Schüttgütern – kein Wunder, dass sich die Anbieter von Ex-Schutz-Lösungen auf der Powtech gegenseitig mit ihren Neuentwicklungen übertrumpfen wollen.

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Dabei hat sich auch hinter den Kulissen einiges getan: So hat Hoerbiger durch die Übernahme von IEP Technologies ganz neue Ex-Schutz-Produkte im Portfolio: Mit dem intelligenten Detektionssystem Smart DS bietet die Firma eine Lösung sicherer Erkennung von anlaufenden Explosionen an. Das System besteht aus einem dynamischen Drucksensor MEX 3.2 mit zwei Messzellen und der Auswerteeinheit FAB4.

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Auch Klassiker können noch besser werden: Pünktlich zur Powtech hat Rembe seine flammenlose Druck­entlastung über das Q-Rohr so modifiziert, dass der Ex-Schutz- Dauerbrenner künftig in vielen Anwendungen gleich zwei Geräte ersetzt: War bisher in Ansaugleitungen eine Kombination aus Filter und Rückschlagklappe oder Ventil notwendig, kann das Q-Rohr nun beides.

Die Folge: geringere Wartung und geringere Anschaffungskosten. Zusätzlich bekam das Q-Rohr DFE kurz vor der Messe mit dem Lloyd’s Register Klassenzertifikat das vierte Zertifikat für die Eignung als Explosionsschutz an LNG- und Dual-Fuel Motoren.

Auch andere Anbieter haben Grund zum Feiern: So kann Brilex (seit April 2016 ebenso wie IEP eine Hoerbiger-Tochter) auf 20 Jahre Geschäftstätigkeit zurückblicken. Die Briloner Ex-Schutz-Spezialisten stellten auf der Powtech ihr großes Portfolio an Rückschlagklappen, Berstscheiben oder Explosionsschloten vor.

Wer auch in Extremsituationen schnell schalten muss, wurde bei Steute fündig: Der Schaltgeräte-Hersteller hat selbst für knifflige Anwendungen die richtigen Lösungen parat – auch drahtlos und ex-geschützt. Die Wireless-Ex- Technologie von Steute ist in die Zündschutzart „eigensicher“ eingestuft und kann in Gas-Ex-Zonen 1 und 2 sowie in Staub-Ex-Zonen 21 und 22 eingesetzt werden.

Doch nicht nur Explosionen, auch Glimmnester und Schwelbrände sind ein typisches Problem beim Handling brennbarer Schüttgüter – auch für diesen Fall haben die Spezialisten in Sachen Anlagensicherheit eine Lösung: Am Stand von Fike konnten sich Fachbesucher bei einer Demonstration der Warn Ex-Glimmnest-Erkennung erfahren, wie die rechtzeitige Entdeckung von Glutnestern hilft, Explosionen im Vorfeld zu verhindern. Das Atex zertifizierte Warn Ex basiert dabei auf einem einzigartigen elektrochemischen Verfahren, welches besonders zuverlässig und leicht instandzuhalten sein soll, so der Hersteller.

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Sollte es doch zur Explosion kommen, kann ein Schutzschieber von Rico die Ausbreitung in Rohren und Leitungen eingrenzen. Wenn ein Druck- und/oder Flammensensor eine Explosion erkennt, werden je nach Leitungsdurchmesser ein oder mehrere Gasgeneratoren aktiviert, die den Schieber schließen. Im geschlossenen Zustand wird somit das Ausbreiten von Flammen und Druckwellen wirksam verhindert.

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