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Redakteur: Redaktion PROCESS

Im Zuge des raschen Wachstums der chinesischen Wirtschaft kommt der Erschließung neuer Energievorkommen überragende Bedeutung zu. So ist auch in der Volksrepublik China ein Wandel von den klassischen Primärenergieträgern Stein- und Braunkohle hin zu Erdöl und Erdgas vorrangiges Ziel der staatlichen Energiestrategen in Peking.

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( Archiv: Vogel Business Media )

Im Zuge des raschen Wachstums der chinesischen Wirtschaft kommt der Erschließung neuer Energievorkommen überragende Bedeutung zu. So ist auch in der Volksrepublik China ein Wandel von den klassischen Primärenergieträgern Stein- und Braunkohle hin zu Erdöl und Erdgas vorrangiges Ziel der staatlichen Energiestrategen in Peking.

Die „Chinese National Offshore Oil Corporation“ (CNOOC) ist eine börsennotierte staatliche Gesellschaft. In Zusammenarbeit mit ausländischen Partnern übernimmt CNOOC die Exploration von Öl und Erdgas vor der chinesischen Küste. Augenblicklich werden in einem atemberaubenden Tempo neue Ölfelder im südchinesischen Meer und in der etwa 200 km östlich von Peking gelegenen Bohai Bucht erschlossen.

Die Ölfelder werden mittels Bohrinseln erschlossen, die das Öl zu einer Plattform liefern, wo es aufbereitet wird. Eine solche „Plattform“ gleicht einem Öltanker von etwa dreihundert- bis fünfhunderttausend Bruttoregistertonnen, Hier wird das Rohöl entgast, Wasserbestandteile werden ausgetrieben, und die Öltanks werden zur Sicherstellung der Pumpfähigkeit auf einem Temperaturniveau zwischen 60 und 80 °C gehalten.

Entsprechend hoch ist der thermische Energiebedarf: Dieser liegt zwischen 30 und 50 MW. Sofern das erschlossene Ölfeld auch über Gasvorkommen verfügt, bietet sich zur Energieversorgung die Kraft-/Wärmekoppelung an, wie es augenblicklich für das Bohai BZ 25-1 Projekt durch HTT energy systems realisiert wird.

Dabei wird die elektrische Versorgung von vier Gasturbinen mit je 13 MW Leistung dargestellt. Aus dem rund 500 °C heißen Abgasstrom der Turbinen wird eine thermische Leistung von 4 x 12 MW in einem Thermoölkreislauf entkoppelt. Kernstück der Anlage ist die Thermoöl-Wärmerückgewinnungseinheit mit vier nachgeschalteten Thermoölkesseln von je 4,5 MW Leistung.

Die gesamte Einheit steht auf Deck, was besondere Anforderungen an z.B. den Korrosionsschutz stellt. Beachtenswert sind die Leistungsdaten der Anlage sowie der knappe Realisierungszeitraum: Zwischen dem Start des Anlagenengineerings und der Verschiffung nach China lagen nur sechs Monate. Die HTT-Komponenten wurden Anfang Dezember vergangenen Jahres verschifft.

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