Fachkräftemangel in der Chemiebranche Fachkräftemangel gefährdet Chemiestandort Deutschland

Redakteur: Marion Henig

Trotz sinkenden Arbeitsplatzbedarfs können bis 2030 bis zu 30.000 Stellen in der deutschen Chemieindustrie nicht wieder besetzt werden. Wachstum und Innovationsfähigkeit in Gefahr, wie eine aktuelle Studie von A.T. Kearney betont.

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Dr. Tobias Lewe, Leiter der Chemie und Öl Practice von A.T. Kearney in Deutschland, Österreich und der Schweiz: „Der deutschen Chemieindustrie bieten sich bedeutende Wachstumschancen (...) Wenn die Branche die Potenziale der Wachstumsmärkte vollumfänglich erschließen will, haben Politik und Wirtschaft keine Zeit mehr zu verlieren.“ (Bild: A.T. Kearney)
Dr. Tobias Lewe, Leiter der Chemie und Öl Practice von A.T. Kearney in Deutschland, Österreich und der Schweiz: „Der deutschen Chemieindustrie bieten sich bedeutende Wachstumschancen (...) Wenn die Branche die Potenziale der Wachstumsmärkte vollumfänglich erschließen will, haben Politik und Wirtschaft keine Zeit mehr zu verlieren.“ (Bild: A.T. Kearney)

Düsseldorf – Das anhaltende Wachstum der deutschen Chemieindustrie könnte schon sehr bald durch den Fachkräftemangel ausgebremst werden. Die deutsche Chemieindustrie hat sich nach der Wirtschaftskrise gut erholt und wird voraussichtlich 2012/2013 zurück auf Vorkrisen-Niveau sein. Noch kann die Nachfrage nach Fachkräften gedeckt werden. Wenn sich der Aufwärtstrend allerdings fortsetzt, können infolge des drohenden Fachkräftemangels bis 2030 bis zu 30.000 Stellen in der deutschen Chemieindustrie nicht wieder besetzt werden – obwohl der Bedarf an Arbeitsplätzen bis 2030 um 100.000 Stellen zurückgehen wird. Als Folge werden wichtige Umsatzpotenziale unerschlossen bleiben. Insbesondere das Fehlen von Fachkräften im Bereich F&E sowie in der technischen Entwicklung wird zudem die Innovationskraft deutscher Chemieunternehmen im globalen Wettbewerb beeinträchtigen.

Zu diesem Ergebnis kommt eine aktuelle Studie der Unternehmensberatung A.T. Kearney. Um erfolgreich gegenzusteuern, bedürfe es eines umfangreichen Maßnahmenpakets, das von Wirtschaft und Politik gemeinsam geschultert werden muss. Unter anderem sollten sich Unternehmen stärker auf den demografischen Wandel einstellen und etwa qualifizierte Fachkräfte länger im Unternehmen belassen. Weitere wesentliche Grundpfeiler liegen in einer stärkeren Verzahnung von Wissenschaft und Wirtschaft sowie in der Bereitstellung finanzieller Mittel für Bildung und Weiterbildung.

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