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Rettet Automatisierung die Energiewende?

Expertenrunde betont Bedeutung der Automatisierung für Energieeffizienz

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Während die Verfahren nur mit großem Aufwand (und entsprechend langen Amortisationszeiten) geändert werden können, seien besonders in der Prozessführung erhebliche Einsparpotenziale, die sich schnell bezahlt machen können – unter Umständen schon innerhalb weniger Monate. Dank moderner und möglichst vollständiger Automatisierung könnten auch alte Anlagen mit maximaler Effizienz und Profitabilität laufen. „Dass man auch Geld verdienen muss, ist natürlich unbestritten!“ so Kuschnerus in Hannover.

„Nicht nur auf ROI schauen!“

„Wenn wir nur auf den Return of Investment schauen, werden wir am Ende die Energiewende nicht hinkriegen!“ hielt Christoph Kämpf dagegen. Der Geschäftsführer der Straubinger Karmelitenbrauerei hat die Energieeffizienz in seinem Unternehmen zur Chefsache gemacht und will in einigen Jahren gänzlich energieautark produzieren. Jetzt ist er unermüdlich dabei, jedes Gerät und jeden Prozess unter die Lupe zu nehmen: „Die Technologien sind alle schon da“, ist sich Kämpf sicher.

„Jetzt geht es darum, die einzelnen Prozesse so zu verquicken, dass wir das System zum Laufen bringen!“ So haben die Straubinger erst kürzlich zahllose kleinschrittige Verbesserungen an ihrem Sudhaus getätigt – Investitionen, bei denen Kämpf nicht vor fünf Jahren mit spürbaren Spareffekten rechnet.

Energiesparen muss sich rechnen

Energiesparen kann und muss sich rechnen, bestätigte auch Ziesemer – dann bräuchte es auch keine Ermutigung durch die Politik. Das sei jedoch kein Anlass zu Aktionismus: Wichtig sei das Verständnis, wo, wann und wofür Energie verbraucht würde. Besonders dem Monitoring käme dabei eine Schlüsselstellung zu. Nur zu wissen, wo ein Prozess gerade steht, sei häufig nicht genug, warf Kuschnerus ein. Besser wäre ein System, dass dem einzelnen Mitarbeiter zeige, wie weit eine Anlage von den Optimalbedingungen entfernt ist. So könne es gelingen, neben den Planern und Managern auch die Betriebsmannschaften an Bord zu holen. Dabei muss, neben den berühmten „tiefhängenden Früchten“, auch in größeren Zeitrahmen gedacht werden. „Die strategische Ausrichtung muss langfristig sein“, erklärte Roos. Die Industrie müsse „weg vom kurzfristigen Amortisationsdenken“, was aber in der schnelllebigen Branche nicht einfach wäre.

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