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Braunkohle-Wende Experten empfehlen: Kohle stofflich nutzen statt verbrennen

| Redakteur: Dr. Jörg Kempf

Wie steht es um die Zukunft einer ressourcen- und umweltschonenderen Verwertung der Braunkohle vor allem in der chemischen Industrie? Eine Expertentagung der TU Bergakademie Freiberg gibt am 11. März 2015 Antworten.

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Flüssigprodukte aus der Braunkohle: Untersuchung in einem Labor
Flüssigprodukte aus der Braunkohle: Untersuchung in einem Labor
(Bild: TU Bergakademie Freiberg)

Freiberg – Braunkohle ist mengenmäßig der wichtigste deutsche Bodenschatz, der nahezu ausschließlich der Stromerzeugung dient. Im Zuge der Energiewende jedoch gewinnen erneuerbare Energieträger gegenüber fossilen zunehmend an Bedeutung. Wird Braunkohle weniger verstromt, steht sie als wertvoller Kohlenstoffträger ressourcen- und umweltschonenderen Nutzungsoptionen in der Chemieindustrie und Metallurgie zur Verfügung. Wie diese alternative Zukunft des heimischen Rohstoffs vorzubereiten ist, wird im Fokus der Expertentagung stehen.

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Szenarien der Bundesnetzagentur zeigen: Die Nettoleistung der Braunkohlekraftwerke dürfte sich in Deutschland bis 2035 etwa halbieren. Hauptgründe sind die Neuausrichtung der europäischen Energiepolitik und die Energiewende des Bundes, die auf die weitgehende Ersetzung fossiler Energieträger durch erneuerbare Energien setzen. Mit der schrittweisen Ablösung der Braunkohle aus der Verstromung ergeben sich neue Nutzungsperspektiven zur Herstellung von werthaltigen chemischen Basis- und Spezialchemikalien, Reduktionsmitteln und synthetischen Kraftstoffen.

Mit dieser stofflichen Verwertung, die vor 60 Jahren mit ersten Anlagen für die großtechnische Synthesechemie auf Basis mitteldeutscher Braunkohle als Pionierleistung begann, könnte der noch gut 200-300 Jahre abbaubare Bodenschatz viel schadstoffärmer und umweltschonender eingesetzt werden.

Mittelfristige Standortentscheidungen erforderlich

Um die Potenziale dafür auszuloten und mittelfristig entsprechenden Ausbildungs- und Forschungsbedarf sowie Standortentscheidungen vorzubereiten, treffen sich im März Vertreter aus Wissenschaft, Wirtschaft sowie Politik im sächsischen Freiberg. Diskutiert werden neue Wege zur Umgestaltung der Braunkohlenutzung, die in der „Hightech-Strategie 2020“ der Bundesregierung als Brückentechnologie dargestellt wird.

„Wir wollen Möglichkeiten aufzeigen, die Braunkohle höherwertiger als durch bloße Verbrennung in den Stoffkreislauf einzuführen“, sagt Prof. Dr. Andreas Hornung vom Fraunhofer Institut für Umwelt-, Sicherheits- und Energietechnik Umsicht. Mehr auf der nächsten Seite ...

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