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Nachwachsende Rohstoffe Evonik setzt auf Biotechnologie und nachwachsende Rohstoffe

| Redakteur: Anke Geipel-Kern

Evonik Industries hat neue Sepuran-Hohlfasern für die effiziente und energiesparende Trennung von Gasgemischen entwickelt. Das Spezialchemie-Unternehmen will unabhängiger von fossilen Ressourcen werden.

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„Die Suche nach alternativen Rohstoffquellen ist für uns ein wichtiges Innovationsfeld.“ Dr. Ulrich Küsthardt, Chief Innovation Officer von Evonik
„Die Suche nach alternativen Rohstoffquellen ist für uns ein wichtiges Innovationsfeld.“ Dr. Ulrich Küsthardt, Chief Innovation Officer von Evonik
(Stefan Wildhirt/Evonik )

Evonik Industries setzt gezielt auf die Nutzung alternativer Rohstoffe und biotechnologischer Prozesse. Für das Spezialchemieunternehmen ist die Biotechnologie eine wichtige Technologieplattform mit deutlichem Potenzial. Das Unternehmen will unabhängiger von fossilen Ressourcen werden und neuartige, nachhaltige Produkte anbieten. „Die Suche nach alternativen Rohstoffquellen ist für uns ein wichtiges Innovationsfeld“, so Dr. Ulrich Küsthardt, Chief Innovation Officer von Evonik.

Beispielhaft dafür stehen die neuen Sepuran-Hohlfasern für die effiziente und energiesparende Trennung von Gasgemische z.B. für die Zerlegung von Luft und damit eine effiziente Stickstoffgewinnung. Die neuen Membranen sind für die Gewinnung von Helium aus Erdgas oder Prozessgasen entwickelt. Mit den Neuentwicklungen knüpft das Spezialchemieunternehmen an den Erfolg von Sepuran Green an, das sich in kurzer Zeit weltweit für die Aufbereitung von Biogas etabliert hat. Mehr als 40 Biogasaufbereitungsanlagen mit dieser Technik sind inzwischen in Betrieb oder im Bau.

Auch Vestamid Terra ist eine Neuentwicklung: Der biobasierte Hochleistungskunststoff gehört zur Familie der Polyamide und kann überall dort eingesetzt werden, wo hohe technische Anforderungen bestehen oder eine gute Ökobilanz gefragt ist. Dazu gehören Anwendungen in der Automobil- und Bauindustrie genauso wie Sportartikel, Konsumgüter oder Elektronikgeräte.

Ein weiteres biobasiertes Polyamid befindet sich bei Evonik in der Pilotphase. In Slovenska Lupca (Slowakei) ist eine Pilotanlage zur biotechnologischen Herstellung von ω-Amino-Laurinsäure (ALS), einer Vorstufe des Hochleistungskunststoffes Polyamid 12, in Betrieb. Langfristig kann das neue Verfahren die erdölbasierte Produktion von Polyamid 12 ergänzen.

Die Innovationsstrategie von Evonik orientiert sich an den Bedürfnissen einer wachsenden Gesellschaft - Ernährung, Gesundheit, Zugang zu neuen Technologien, schonender Umgang mit den vorhandenen Ressourcen. „Evonik soll eines der innovativsten Unternehmen der Welt werden, das ist unser Anspruch“, erklärt der Forschungschef. „Denn Innovationen eröffnen neue Geschäftsfelder und stärken unsere führenden Markt- und Technologiepositionen.“ So will Evonik Industries in den nächsten zehn Jahren mehr als 4 Milliarden Euro in Forschung und Entwicklung investieren. Im Geschäftsjahr 2014 lagen die F&E-Aufwendungen mit 413 Millionen Euro fünf Prozent über denen des Vorjahres (394 Millionen Euro). Die F&E-Quote betrug 3,2 Prozent (2013: 3,1 Prozent).

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