Evonik und Air Products Evonik schlägt bei Air Products zu

Redakteur: Anke Geipel-Kern

Schon wieder eine Übernahme in der Chemie: Evonik und Air Products sind sich einig. Das Spezialadditivegeschäft des Gaseherstellers wandert für 3, 5 Mrd. Euro nach Essen.

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Evonik will die neuen Mitarbeiter und das Portfolio des Spezialadditivegeschäft von Air Products zügig integrieren.
Evonik will die neuen Mitarbeiter und das Portfolio des Spezialadditivegeschäft von Air Products zügig integrieren.
(Bild: Karsten Bootmann/Evonik)

Essen – Jetzt haben die Spekulationen ein Ende: Evonik bringt den Deal mit Air Products unter Dach und Fach. Für 3,5 Mrd. Euro) kauft der Spezialchemiekonzern das Spezialadditiv-Geschäft (Performance Materials Division) des US-Unternehmens Air Products and Chemicals, Inc. und bringt sich damit auf dem gewinnträchtigen Markt für Spezialadditive im Unternehmensranking nach vorne.

Beide Unternehmen wollen das Geschäft noch in diesem Jahr abschließen und warten auf die Genehmigung der Kartellbehörden. Erfreulich für die Aktionäre ist die Mitteilung, der Zukauf werde sich voraussichtlich bereits im Geschäftsjahr 2017 positiv auf das Aktienergebnis auswirken.

Ergänzung in Märkten und Produkten

Mit ihren Produkten und ihren starken Positionen in den wichtigsten Märkten der Welt ergänzen sich Evonik und die übernommene Sparte. Dabei bedienen beide Unternehmen drei wachstumsstarke Kernmärkte: den für Beschichtungs- und Klebstoff-Additive, den für hochwertige Polyurethanschaum-Additive und den für Spezialtenside für Industriereiniger.

Beide Unternehmen adressieren dieselben Kunden, aber mit unterschiedlichen und sich ergänzenden Produkten. So ist Evonik etwa führend bei Stabilisatoren von Polyurethanschaum, während die Spezialadditiv-Sparte von Air Products bei Katalysatoren für Polyurethanschaum gut positioniert ist.

Die Nachfrage nach diesen Produkten nimmt stark zu und der Markt für diese Additive wird künftig deutlich schneller wachsen als die Nachfrage nach Chemieprodukten insgesamt.

Nordamerikageschäft wird stärker

Regional ergänzen sich Evonik und die übernommene Sparte ebenfalls optimal. Während das Geschäft von Air Products seinen Schwerpunkt in Nordamerika und Asien hat, ist Evonik besonders stark in Europa. Mit der Übernahme baut Evonik nun vor allem seine Stellung im wichtigen nordamerikanischen Markt entscheidend aus und kann damit seine zunehmend global agierenden Kunden künftig weltweit noch besser bedienen.

Zugleich verringert Evonik durch das Wachstum in Nordamerika und Asien die Abhängigkeit vom europäischen Markt und sichert so das eigene Geschäft besser gegen konjunkturelle Schwankungen in einzelnen Regionen ab

Voraussetzungen für Integration sind geschaffen

Evonik-Vorstand Klaus Engel will nun die neuen Mitarbeiter und das Portfolio zügig integrieren. Die Voraussetzungen habe man mit dem strategischen Umbau der eigenen Konzernstrukturen und der Gründung von drei eigenständigen operativen Segmenten. Das Spezialadditiv-Geschäft von Air Products soll künftig zum Geschäftsbereich Nutrition & Care sowie Resource Efficiency gehören.

Das kombinierte Spezialadditiv-Geschäft hat einen Umsatz von etwa 3,5 Mrd. Euro und eine EBITDA-Marge von mehr als 20%.

Synergieeffekte erwartet

Durch die Optimierung von Beschaffung, Produktion, Logistik, Marketing, Vertrieb und Verwaltung rechnet Evonik mit Kostensynergien in Höhe von 60 Mio. US-Dollar pro Jahr. Diese sollen spätestens 2020 voll erreicht werden. Zudem erwartet Evonik Umsatzsynergien durch gemeinsame Innovation, die Erweiterung der Kundenstämme und der Produktportfolios beider Unternehmen sowie durch den verbesserten Zugang zu neuen Märkten.

Insgesamt werden jährliche Synergien in Höhe von 80 Mio. US-Dollar erwartet. Da die Transaktion teilweise als Kauf von Vermögensgegenständen strukturiert ist (Asset Deal), ergeben sich infolge der damit verbundenen üblichen Abschreibungen für Evonik positive Steuereffekte mit einem Barwert von mehr als 500 Mio. US-Dollar.

Finanzierung der Transaktion

Die Transaktion wird je zur Hälfte mit unternehmenseigenen Mitteln und mit zusätzlichem Fremdkapital finanziert. Evonik wird auch nach der Transaktion eine starke Bilanz aufweisen und strebt weiterhin ein solides ‚Investment-Grade‘ Kreditrating an.

Zusätzliche Informationen zum Spezialadditiv-Geschäft von Air Products

Das Spezialadditiv-Geschäft von Air Products ist die Performance Materials-Division im Segment Materials Technologies des Unternehmens Air Products and Chemicals Das Geschäft generierte 2015 einen Umsatz von etwa 1,1 Mrd. US-Dollar und verzeichnete ein EBITDA von 242 Mio. US-Dollar, was einer Marge von 22% entspricht. Es hat rund 1.100 Mitarbeiter an 11 Produktions- und Entwicklungs-Standorten und bietet weltweit in allen wichtigen Regionen Kundenbetreuung vor Ort.

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