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Rezessionsgefahr durch Corona Europäische Wirtschaft könnte um bis zu 2,5 % schrumpfen

Redakteur: MA Alexander Stark

Die Wirtschaft leidet bereits jetzt massiv unter den Auswirkungen der Corona-Krise. Für die zukünftigen Auswirkungen der Pandemie haben die Analysten der Unternehmensberatung Roland Berger drei mögliche Szenarien ausgemacht.

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Roland Berger hat die Auswirkungen von Corona auf die Wirtschaft analysiert.
Roland Berger hat die Auswirkungen von Corona auf die Wirtschaft analysiert.
(Bild: gemeinfrei / Pixabay )

München – Die Folgen der Corona-Pandemie halten die globalen Finanzmärkte fest im Griff. Aus Sorge um Auswirkungen auf die Realwirtschaft diskutiert die deutsche Politik bereits über Hilfspakete, um Unternehmen unter die Arme zu greifen. Doch wie gravierend sind die Auswirkungen der Krise und worauf müssen sich Firmen einstellen?

Die Experten von Roland Berger haben drei mögliche Entwicklungsszenarien definiert (Erholung, Entspannung oder Rezession), um die Corona-Effekte auf die Konjunktur regional (China, Europa, USA) sowie branchenspezifisch (Automobil, Logistik, Maschinenbau, Pharma) zu berechnen. So muss Europas Wirtschaft mit Wachstumseinbußen von 0,3 bis 3,6 % je nach Szenario rechnen. Die Automobilbranche sollte von einem Minus von 0,9 bis 10,6 % ausgehen. Diese Entwicklung schlägt auch auf den Bereich Maschinenbau durch, der unter der geringen Nachfrage aus dem Automotive-Sektor leidet (-0,2 bis -4,0 %). Das schwächere Geschäftsklima wirkt sich zudem auf (globale) Warenströme und damit auf die Logistikindustrie aus (-0,5 bis -6,1 %).

Europa als größter Wirtschaftsblock der Welt könnte von einem längeren Corona-Ausbruch besonders hart getroffen werden. Das Worst-Case-Szenario geht davon aus, dass eine vollständige Eindämmung nicht vor 2021 erreicht wird - dann schrumpft die europäische Wirtschaft um bis zu 2,5 %. Das Gesundheitssystem wird dann unter Kapazitätsengpässe leiden, und die Produktion in mehreren Industriezweigen wird beeinträchtigt.

Im Delayed-Cure-Szenario werden die Lieferketten von Asien nach Europa, die besonders wichtig für pharmazeutische Rohstoffe und Elektronik sind, in Schwierigkeiten geraten, und entscheidende Lieferketten innerhalb Europas werden ebenfalls zusammenbrechen. Die Analysten gehen von einem vorübergehenden Rückgang des Konsums und der Investitionen aus. Im optimistischen Szenario der schnellen Erholung werden Störungen nur in bestimmten Sektoren auftreten, der Angebotsschock wird weniger stark sein, die inländische Produktion wird nur in Italien beeinträchtigt und die Nachfrage wird nur in einigen wenigen Branchen, wie etwa der Reise- und Tourismusbranche, zurückgehen.

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