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Vision 2050 Europäische Mineralölwirtschaft strebt kohlenstoffarme Produktion an

| Redakteur: Alexander Stark

Anlässlich des 8. Raffinerieforums in Brüssel, stellte die europäische Mineralölwirtschaft Vision 2050 vor. Darin fasst die Branche ihre Ziele für eine klimaschonendere Raffinerieindustrie in Europa zusammen.

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Die europäische Mineralölwirtschaft strebt bis 2050 den Weg in eine immer kohlenstoffärmere Produktion und Nutzung flüssiger Kraft-, Brenn- und Rohstoffe in Raffinerien an.
Die europäische Mineralölwirtschaft strebt bis 2050 den Weg in eine immer kohlenstoffärmere Produktion und Nutzung flüssiger Kraft-, Brenn- und Rohstoffe in Raffinerien an.
(Bild: MWV)

Berlin – Die europäische Mineralölwirtschaft strebt bis 2050 den Weg in eine immer kohlenstoffärmere Produktion und Nutzung flüssiger Kraft-, Brenn- und Rohstoffe in Raffinerien an. Das sagte John Cooper, Generaldirektor von Fuels Europe, Branchenverband der Raffinerieindustrie in EU auf der Veranstaltung. Ziel sei es, die Versorgung von Verbrauchern und Wirtschaft mit flüssiger Energie gerade in den Bereichen aufrechtzuerhalten, in denen es kaum oder gar keine Alternativen gebe, etwa bei Schiffen, Flugzeugen und Langstrecken-Lkw. Dies solle in Einklang mit den Klimazielen der EU gebracht werden. Am 8. EU-Raffinerieforum nahmen rund 130 hochrangige Vertreter der Mitgliedstaaten, der EU-Kommission, der europäischen Industrie und weiterer Interessengruppen teil.

Nach Ansicht von Cooper werden flüssige Kraftstoffe aufgrund ihrer hohen Energiedichte langfristig insbesondere in der Schiff- und Luftfahrt sowie im Schwerlastbereich benötigt. Diese sollen zunehmend weniger Kohlenstoff emittieren und aus erneuerbaren Rohstoffen hergestellt werden. Die kohlenstoffarmen flüssigen Kraftstoffe dagegen können die Emissionen aller schon im Bestand befindlichen Fahrzeuge sofort verringern, so Cooper.

Verband fordert geeignete politische Rahmenbedingungen

Die Vision 2050 stellt laut Cooper eine Evolution der Raffinerieindustrie dar, bei der vom Erdöl-Einsatz übergegangen wird zum Einsatz neuer Rohstoffe wie erneuerbare Energien, Sekundärbrennstoffen oder der Nutzung von CO2. Dieser Übergang werde Zeit für Forschung, Innovation und Markthochlauf ebenso wie erhebliche Investitionen und einen geeigneten politischen Rahmen benötigen.

Zu den Neuerungen zählen der Einsatz von nachhaltigen Biokraftstoffen, die Nutzung von Kunststoffabfall und der Aufbau von Wasserstofftankstellen.

Während des Raffinerie-Forums stellten verschiedene Unternehmen, darunter Repsol aus Spanien und OMV aus Österreich, eine Reihe von kohlenstoffarmen Pilotprojekten vor. Dazu zählen der Einsatz von Biokraftstoffen und Biomasse sowie die Nutzung von Kunststoffabfall im Raffinerieprozess oder der Aufbau von Wasserstofftankstellen. Vertreter der Mitgliedstaaten, darunter Belgien, Österreich, Polen und Italien, mahnten Technologieneutralität in der Politik der EU an.

EU-Energiekommissar Arias Cañete sagte zum Abschluss, dass über die Erfüllung der Klimaziele 2050 nicht zu diskutieren sei, sondern lediglich über die Mittel zur Zielerreichung. Er begrüßte deshalb ausdrücklich die Vision 2050 der Raffinerieindustrie und erklärte, er sei zuversichtlich, dass die Branche zur Erreichung der Ziele einen wichtigen Beitrag leisten könne. Fuels Europe-Präsident Bela Kelemen dankte der Generaldirektion Energie für die Organisation des Dialogforums und rief zur Unterstützung durch die EU bei der Umsetzung der VISION 2050 der Industrie auf.

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