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Rohstoffpreise Februar 2015 Euro unter Druck – Rohstoffpreise sinken weiter

| Redakteur: Wolfgang Ernhofer

Drohende Rezession in Russland, Erdölproduktionsausweitungen, abgewerteter Euro – Auf den internationalen Märkten toben Kämpfe, die in Wechselwirkung mit den militärischen Auseinandersetzungen in der Ukraine sowie im Nahen und Mittleren Osten stehen. Die Experten der Industriebank IKB haben die Rohstoffpreise für Sie zusammengefasst, analysiert und prognostizieren, was in den nächsten Wochen auf den Märkten passieren wird.

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Der aktuelle Ölpreis reicht bei praktisch keinem der Förderstaaten für einen ausgeglichenen Haushalt, von daher mehren sich die Forderungen nach Förderkürzung und Preisanhebung.
Der aktuelle Ölpreis reicht bei praktisch keinem der Förderstaaten für einen ausgeglichenen Haushalt, von daher mehren sich die Forderungen nach Förderkürzung und Preisanhebung.
(Quellen: HWWI; Deutsche Bundesbank)

Düsseldorf – Die Weltrohstoffpreise haben auf Dollarbasis im Januar 2015 um 17 % nachgegeben. Infolge der Abwertung des Euro gegenüber des US-Dollar (sowie einigen anderen Währungen) reduzierten sich diese in Inlandswährung nur um 12 %.

Maßgeblich dazu beigetragen haben die erneut gesunkenen Ölpreise, auch wenn diese die letzten Tage wieder leicht steigen. Die globale Ölversorgung ist derzeit infolge der hohen freien Kapazitäten der Opec unverändert gut. Zwar wurde zuletzt der Verbrauchszuwachs für 2014 leicht nach oben korrigiert, und der erwartete Nachfrageanstieg 2015 soll mit 1,15 Millionen Barrel pro Tag (mbd) stärker als bisher prognostiziert ausfallen; dem stehen jedoch Produktionsausweitungen gegenüber. So betrugen die freien Förderkapazitäten im Dezember 2014 gut 1 mbd, die sich auf Basis der derzeitigen Opec-Förderung auf gut 1,4 mbd erhöhen würden.

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Mittelfristig sieht die Industriebank IKB jedoch eine Angebotsverknappung. So sind erhebliche Investitionen Norwegens in die Nordseeölförderung gestoppt worden, und in den USA sind erste Bohrlöcher vom Netz genommen sowie weitere Projekte auf Eis gelegt worden. Entscheidend dürfte jedoch das Verhalten der Opec-Staaten und hier allen voran Saudi-Arabiens sein.

Wann ziehen die Ölpreise wieder an?

Der aktuelle Ölpreis reicht bei praktisch keinem der Staaten für einen ausgeglichenen Haushalt, von daher mehren sich die Forderungen nach Förderkürzung und Preisanhebung. Russland ist ausnahmsweise voll auf der Opec-Linie. Der niedrige Ölpreis verbunden mit den Wirtschaftssanktionen infolge der Ukraine-Krise dürfte das Land im ersten Halbjahr 2015 in eine Rezession stürzen. Aber auch Russland hat bisher keine Kürzung der Förderquoten vorgenommen. Vor diesem Hintergrund geht die IKB in der zweiten Jahreshälfte 2015 wieder von anziehenden Ölpreisen aus, vorausgesetzt es kommt nicht zu geopolitisch bedingten Lieferunterbrechungen. Bis zum Ende des ersten Quartals 2015 erwartet die Industriebank eine Bewegung des Rohölpreises um die Marke von 60 Dollar/Barrel Brent mit einer Bandbreite von 20 Dollar.

Nach der Freigabe des Schweizer Franken zum Euro und der Ankündigung des immensen Aufkaufprogrammes der EZB ist der Euro weiter unter Druck geraten. Die Industriebank erwartet bis Ende des ersten Quartals 2015 eine Bewegung des Wechselkurses zwischen 1,10 und 1,15 Dollar je Euro. Erst gegen Jahresende könnte es zu leicht festeren Kursen kommen.

Welche Rohstoffe Mangelware sind oder werden können Sie in der Bildergalerie Gefahrenanalyse Rohstoff – was wird knapp? nachschauen.

Rückblick:

Rohstoffpreise Januar 2015 - Ölfluten lassen den Rubel weiter stürzen

Rohstoffpreise Dezember 2014 - Ölpreise im Sturzflug – Flutet Saudi-Arabien den Ölmarkt?

Rohstoffpreise November 2014 - Ölpreis zwischen Krisenherden und hohen Kapazitäten

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