Wirtschaftliche Lage der deutschen Chemie im 2. Quartal 2012 EU-Schuldenkrise erreicht Chemiegeschäft

Redakteur: Wolfgang Ernhofer

Die chemische Industrie in Deutschland musste nach einem guten Jahresbeginn im zweiten Quartal 2012 einen Dämpfer hinnehmen: Über alle Sparten hinweg sank die Produktion gegenüber dem Vorquartal deutlich ab. Der Branchenumsatz verringerte sich allerdings wegen kräftiger Preissteigerungen nur leicht.

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Für das Gesamtjahr 2012 geht der VCI nach dem schwachen zweiten Quartal nun von einem Rückgang der Chemieproduktion um drei Prozent gegenüber dem Vorjahr aus.
Für das Gesamtjahr 2012 geht der VCI nach dem schwachen zweiten Quartal nun von einem Rückgang der Chemieproduktion um drei Prozent gegenüber dem Vorjahr aus.
(Bild: VCI)

Frankfurt am Main – Im zweiten Quartal erreicht die Schuldenkrise das Chemiegeschäft in Deutschland. Grund für die Bremsspuren in Deutschlands drittgrößter Branche: Ihre wichtigste Kundengruppe - die Industrie im Inland wie im europäischen Ausland - bestellte nur zögerlich chemische Erzeugnisse und baute stattdessen die Wareneingangslager ab.

Zur konjunkturellen Entwicklung der Branche erklärte VCI-Präsident Dr. Klaus Engel: „Unsere Hoffnung auf einen stabilen Aufschwung im Chemiegeschäft müssen wir wohl vorerst verschieben. Die EU-Schuldenkrise macht sich nun auch im Inlandsgeschäft bemerkbar. Viele unserer Industriekunden drosseln ihre Produktion und ordern weniger Chemikalien. Unser Lichtblick: Beim Auslandsgeschäft konnte die Dynamik der florierenden Märkte in Südamerika und China den Rückgang der Nachfrage aus Südeuropa kompensieren.“

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Prognose für das Gesamtjahr

Für das Gesamtjahr geht der VCI nach dem schwachen zweiten Quartal nun von einem Rückgang der Chemieproduktion um drei Prozent gegenüber dem Vorjahr aus. Bei einem voraussichtlichen Anstieg der Preise um 2,5 Prozent wird der Branchenumsatz bei 184 Milliarden Euro stagnieren.

Chemieproduktion

Die Chemieproduktion sank im zweiten Quartal 2012 um 2,8 Prozent gegenüber den ersten drei Monaten des Jahres. Die Hersteller von Grundchemikalien verzeichneten mit einem Minus von gut 4 Prozent den stärksten Rückgang in allen Sparten. Die Kapazitätsauslastung der Anlagen in der deutschen Chemie blieb jedoch mit 84,1 Prozent im Normalbereich.

Erzeugerpreise

Der Preisauftrieb für chemische Erzeugnisse hat sich im zweiten Quartal 2012 beschleunigt. Gegenüber dem Vorquartal kosteten Chemikalien 1,4 Prozent mehr. Gegenüber dem Vorjahresquartal betrug der Anstieg 2,5 Prozent.

Umsatz

Der Chemieumsatz ging im zweiten Quartal um 0,5 Prozent auf 45,2 Milliarden Euro zurück. Dabei sanken die Inlandserlöse gegenüber dem ersten Quartal 2012 um 4,1 Prozent auf 17,3 Milliarden Euro. Die Umsätze im Auslandsgeschäft konnten dagegen um ein Prozent auf 27,9 Milliarden Euro zulegen.

Beschäftigung

Die Unternehmen haben ihre Belegschaften im zweiten Quartal 2012 konstant gehalten. Im Vorjahresvergleich stieg die branchenweite Zahl der Mitarbeiter um zwei Prozent auf rund 437 000 Beschäftigte.

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