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Marktstudie zu CO2-Emissionen

EU-Emissionshandel am Scheideweg

| Redakteur: Alexander Stark

Die ICIS-Marktstudie „Auswirkungen des CO2-Preises auf Stromerzeuger und Industriesektoren“ kommt zu dem Ergebnis, dass der erhöhte CO2-Preis nur einen marginalen Einfluss auf die Emissionsminderung im Jahr 2018 hatte.

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Im vergangenen Jahr sind die Emissionen im Rahmen des CO2-Handelssystems in Europa um 3,5 % gesunken.
Im vergangenen Jahr sind die Emissionen im Rahmen des CO2-Handelssystems in Europa um 3,5 % gesunken.
(Bild: gemeinfrei / Pixabay)

London/Großbritannien – Der Preis für EUAs, das handelbare Zertifikat im Rahmen des Europäischen Emissionshandelssystems (EU-EHS), stieg von 7,00 Euro/tCO2e im Jahr 2018 auf ein Elfjahreshoch von 27,46 Euro/tCO2e Anfang April dieses Jahres. Im vergangenen Jahr sind die Emissionen im Rahmen des CO2-Handelssystems in Europa um 3,5 % gesunken. Der Abwärtstrend der Emissionen wurde laut ICIS durch den Stromsektor getrieben, insbesondere durch die gestiegene Nutzung erneuerbarer Energien anstelle der Stromerzeugung mittels fossiler Brennstoffe.

Die Marktstabilitätsreserve (MSR) ist die wichtigste Reform des EU-EHS, und ICIS erwartet, dass dieser Mechanismus das Auktionsvolumen im Zeitraum 2019-2025 um rund 1,7 Milliarden EUAs reduzieren wird. Dadurch wird das System gestrafft und die Unternehmen zur Reduzierung ihrer CO2Emissionen veranlasst. Trotz zusätzlicher nationalstaatlicher Regulierung werden CO2-Zertifikatepreise der Hebel für solche neuen Investitionen sein. Die ICIS Analyse kommt zu dem Schluss, dass ein hoher CO2-Preis den Einsatz CO2-ärmerer Technologien und den Wechsel von Kohle zu Gas beschleunigen könnte.

Die durchschnittlichen jährlichen Strompreise in Deutschland sollen laut ICIS um über 71 % auf mehr als 60,00 Euro/MWh steigen.
Die durchschnittlichen jährlichen Strompreise in Deutschland sollen laut ICIS um über 71 % auf mehr als 60,00 Euro/MWh steigen.
(Bild: ICIS)

Die Autoren der Studie erwarten eine gewisse Verzögerung bei der Einführung neuer Technologien durch die Industrie, da sie weiterhin einen größeren Teil der CO2-Zertifikate kostenlos erhält, um sie vor dem Risiko der Verlagerung von CO2-Emissionen zu schützen. Aber strengere Benchmarks und höhere Preise sollten nach ihrer Auffassung der Katalysator für langfristige Investitionen in CO2-ärmere Produktionstechnologien und Energieeffizienz sein. Das reformierte EU-EHS werde mit dem Auslösen höherer CO2-Preise auch zu höheren Einnahmen aus nationalen EUA-Auktionen führen und damit Regierungen ermöglichen, Investitionen in den verschiedenen Sektoren durch Re-Investition der erzielten Einnahmen zu subventionieren.

Die ICIS Marktanalyse: „Auswirkungen des CO2 Preises auf Stromerzeuger und Industriesektoren“ ist hier verfügbar.

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