Newsticker Juni: Aktuelles aus der Prozessindustrie Orangefarbene Wolke in Ludwigshafen – BASF forscht nach Ursache

Redakteur: Wolfgang Ernhofer

Im ständig aktuellen News-Ticker fasst die PROCESS-Redaktion das Geschehen in der Branche kompakt zusammen. Ob Chemie-, Pharma-, oder Lebensmittelindustrie, alle verfahrenstechnischen Themen werden – ebenso wie politische und wirtschaftliche Nachrichten zur Prozessindustrie – zusammengefasst.

Firmen zum Thema

(Bild: gemeinfrei / Pixabay )

29.06.2021

Ludwigshafen (dpa/lrs) *11:43 Uhr – Orangefarbene Wolke in Ludwigshafen – BASF forscht nach Ursache

Nachdem eine orangefarbene Rauchwolke über dem Firmengelände des Chemieunternehmens BASF in Ludwigshafen aufgestiegen war, geht die Ursachenforschung weiter. «Die betroffene Anlage wird nun komplett runtergefahren, so dass wir die Ursache für die Betriebsstörung untersuchen können», sagte ein Sprecher des Chemieunternehmens am Dienstag. Am Abend zuvor war die Feuerwehr ausgerückt, nachdem sich Anrufer wegen der Wolke bei der Polizei gemeldet hatten. So war das ungewöhnliche Gebilde am Himmel auch in der Nachbarstadt Mannheim zu sehen.

Messfahrzeuge waren unterwegs, hatten aber keine giftigen Gase festgestellt, wie es von der Feuerwehr Ludwigshafen hieß. Nach einer ersten Einschätzung habe es sich bei der Wolke um nitrose Gase gehandelt. Als nitrose Gase werden Stickoxide bezeichnet. Beim direkten Einatmen sind sie giftig. Die BASF bestätigt, dass nitrose Gase «unter Bildung einer weithin sichtbaren braunen Abgasfahne» aufgrund einer Betriebsstörung ausgetreten waren. Verletzt wurde den Angaben zufolge niemand. Die Gase seien über einen Kamin in 50 bis 60 Metern Höhe ausgetreten und hätten sich dort verdünnt.

Wie es am Dienstag weiter von der BASF hieß, dürfte außerdem beim Herunterfahren der betroffenen Anlage eine geringe Menge nitroser Gase freigesetzt worden sein. Bei diesem kontrollierten Prozess drohe allerdings keine Gefahr für die Menschen, sagte ein Sprecher des Unternehmens.

Tübingen (dpa) *12:12 Uhr – Curevac rechnet sehr bald mit Ergebnissen der finalen Impfstoffstudie

Der Vorstandsvorsitzende des Tübinger Impfstoffentwicklers Curevac, Franz-Werner Haas, rechnet sehr bald mit finalen Ergebnissen der zulassungsrelevanten Studienphase. «Es wird nicht länger als eine Woche oder zehn Tage dauern. Wir rechnen kurzfristig mit den Ergebnissen», sagte Haas am Montagabend in Tübingen bei einer Pressekonferenz mit Bundesforschungsministerin Anja Karliczek und Staatsministerin Annette Widmann-Mauz (beide CDU), der Wahlkreisabgeordneten für Tübingen-Hechingen.

Curevac hatte kürzlich bekanntgegeben, dass sein Corona-Impfstoffkandidat der ersten Generation nach einer vorläufigen Auswertung über eine Wirksamkeit von rund 47 Prozent verfügt. Damit wäre der Impfstoff deutlich weniger wirksam als andere Impfstoffe.

Haas zeigte sich weiter überzeugt davon, den Impfstoff zur Zulassung bringen zu können. «Wir planen auch heute noch mit einer Zulassung dieses Impfstoffs.» Die Europäische Arzneimittel-Agentur EMA in Amsterdam hatte im Februar ein schnelles Prüfverfahren für den Impfstoff der Tübinger Firma gestartet.

28.06.2021

Ludwigshafen (dpa/lrs) *23:13 Uhr – Orangefarbene Wolke bei BASF in Ludwigshafen

Wegen einer orangefarbenen Rauchwolke über dem Firmengelände des Chemieunternehmens BASF in Ludwigshafen ist am Montagabend die Feuerwehr ausgerückt. Messfahrzeuge seien innerhalb des Stadtgebietes unterwegs gewesen, hätten aber keine giftigen Gase festgestellt, sagte der Einsatzleiter der Feuerwehr Ludwigshafen am späten Abend. Nach einer ersten Einschätzung aufgrund der Farbe der Rauchwolke habe es sich um nitrose Gase gehandelt. Sie könnten je nach Konzentration gefährlich sein oder auch nicht. Als nitrose Gase werden Stickoxide bezeichnet. Beim direkten Einatmen sind sie giftig. Auch in Mannheim war die Wolke zu sehen.

Das Unternehmen teilte am Abend mit, aufgrund einer Betriebsstörung seien nitrose Gase «unter Bildung einer weithin sichtbaren braunen Abgasfahne» ausgetreten. Verletzt wurde niemand. Die Gase seien über einen Kamin in 50 bis 60 Metern Höhe ausgetreten und hätten sich dort verdünnt, erläuterte ein Firmensprecher. Die BASF-Umweltmesswagen seien innerhalb und außerhalb des Werksgeländes unterwegs gewesen und hätten keine erhöhten Messwerte festgestellt. Die Ursache für den Zwischenfall werde noch untersucht. Die nitrosen Gase seien ein Nebenprodukt, das auch bei jeder Verbrennung entstehe.

Bad Vilbel (dpa) *10:12 Uhr – Stada übernimmt weitere Sanofi-Marken

Der Pharmakonzern Stada setzt seine Einkaufstour fort. Die Hessen übernehmen vom Konkurrenten Sanofi die Rechte an 16 rezeptfreien Markenprodukten, wie beide Unternehmen am Montag mitteilten. Über die finanzielle Dimension der Übernahme, die im dritten Quartal abgeschlossen werden soll, wurde Stillschweigen vereinbart. Es handelt sich um Mittel gegen Grippe und Erkältung, zur Hautpflege und zur Nahrungsergänzung.

Nach der Übernahme durch die Finanzinvestoren Bain und Cinven im Jahr 2017 hat der Konzern aus Bad Vilbel bei Frankfurt zuletzt rund eine Milliarde Euro für Zukäufe ausgegeben. Der Umsatz war auch dank der Zukäufe im vergangenen Jahr währungsbereinigt um 18 Prozent auf gut 3 Milliarden Euro gestiegen. Unter dem Strich war der Gewinn wegen hoher Einmaleffekte und Rückstellungen aber von 313 auf 182 Millionen Euro gesunken. Stada setzt auf rezeptfreie Markenartikel, Nachahmer-Medikamente (Generika) und Spezial-Pharmazeutika.

(ID:47446705)