ZVEI Erste positive Zeichen bei Automatisierungstechnik

Redakteur: Marion Henig

Bei der elektrischen Automatisierungstechnik gibt es erste positive Zeichen am Konjunktur-Horizont. „Der freie Fall der Auftragseingänge scheint zu Ende zu sein“, so die Einschätzung von Roland Bent, Vorstandsmitglied des ZVEI-Fachverbands Automation, auf der Pressekonferenz während der Messe SPS/IPC/Drives in Nürnberg.

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Nürnberg – „Für 2010 stellen wir uns auf ein kleines Wachstum ein, basierend auf dem niedrigen Niveau von 2009“, sagte Bent. Bis zum Jahresende 2009 erwarten die deutschen Unternehmen der elektrischen Automatisierungstechnik zunächst jedoch noch einen Umsatzrückgang von insgesamt 20 bis 25 Prozent gegenüber dem Vorjahr. 2008 konnte noch ein einstelliges Wachstum auf knapp 46 Milliarden Euro ausgewiesen werden. Jedoch hatte die Wirtschaftskrise die Unternehmen im letzten Quartal 2008 bereits erfasst.

Der Rückgang der Umsätze in der Automatisierungstechnik sowohl im Inland als auch im Export um etwa ein Fünftel bis ein Viertel in den ersten sechs Monaten 2009 unterstreiche die Globalität des Abschwungs, erläuterte Bent. Mit einer Exportquote von 78 Prozent bleibe Deutschland dennoch der weltgrößte Exporteur elektrischer Automatisierungstechnik.

Industrie sieht sich als Umweltschutz-Treiber

Mit der Öko-Design Richtlinie der EU werde nach Worten von Günter Baumüller, Vorstandsmitglied im ZVEI-Fachverband Automation, ein Paradigmenwechsel eingeläutet. Ab dem 16. Juni 2011 müssen Motoren mindestens das Effizienzniveau IE2 erreichen. Ab Ab 1. Januar 2015 gilt: Motoren von 7,5-375 kW müssen

entweder mindestens IE3 erreichen oder IE2 entsprechen und mit einer Drehzahlregelung ausgestattet sein. Ab dem 1. Januar 2017 müssen alle Motoren von 0,75-375 kW entweder mindestens IE3 erreichen oder IE2 entsprechen und mit einer Drehzahlregelung ausgestattet sein. „Als Folge dieser Verordnung werden bei Antrieben riesige Energieeffizienzpotenziale gehoben.“ Das Potenzial pro Jahr ist hier 23 Millionen Tonnen CO2-Emissionsminderung“. Der von der EU vorgeschriebene Wechsel zu höheren Energieeffizienzklassen erfordere hohe Investitionen in die Entwicklung. „Die klaren Vorgaben aus Brüssel geben uns dafür Planungssicherheit“, so Baumüller.

Langfristige Wachstumserwartungen

Auf lange Sicht wird weiteres Wachstum der elektrischen Automatisierung durch Investitionen in Energiespartechniken und in erforderliche Infrastruktur-Einrichtungen erwartet. Dazu gehören z. B. die Wasser- und Abwassertechnologie und Energiespartechniken. Das ist das Ergebnis der aktuellen ZVEI-Studie „Integrierte Technologie-Roadmap Automation 2020+“. Bent betonte: „Milliardenschwere Projekte in diesen Bereichen sind durch die Krise aufgeschoben aber nicht aufgehoben. Die Automatisierungstechnik wird davon überproportional profitieren.“ (Lesen Sie hier mehr zur Technologie-Roadmap)

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