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Chemie-Tarifrunde 2016 Erste Bundesrunde ohne Ergebnis – Verhandlungen vertagt

| Redakteur: Wolfgang Ernhofer

Arbeitnehmer und Arbeitgeber sind sich noch nicht grün: Die bundesweiten Chemie-Tarifverhandlungen sind ohne Ergebnis vertagt worden. Die Verhandlungen für die 550.000 Beschäftigten in 1900 Betrieben der chemischen und pharmazeutischen Industrie werden am 22. und 23. Juni in Lahnstein fortgesetzt.

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Arbeitgeber BAVC und Arbeitnehmer IG BCE sitzen sich bei den Tarifverhandlungen gegenüber: Noch gibt es keine Ergebnisse.
Arbeitgeber BAVC und Arbeitnehmer IG BCE sitzen sich bei den Tarifverhandlungen gegenüber: Noch gibt es keine Ergebnisse.
(Bild: Stefan Koch / IG BCE)

Hannover – Nach neun ergebnislosen Runden in den Regionen brachte die erste Verhandlung auf Bundesebene Annäherungen im Komplex Ausbildung. Die IG BCE will die Erfolgsstory dieses Vertragswerk fortschreiben. Vor dem Hintergrund des demografischen Wandels kommt es aus Sicht der Gewerkschaft darauf an, die Perspektiven junger Leute in der chemischen Industrie weiter zu verbessern.

Arbeitgeber und Gewerkschaft haben auch die Herausforderungen im Bereich der dualen Berufsausbildung diskutiert. „Bei diesem Thema gibt es Schnittmengen, die wir nun zusammenführen. Wir müssen uns dabei auf veränderte Rahmenbedingungen einstellen. Die Schulabgängerzahlen sind rückläufig. Hinzu kommt ein ungebrochener Akademisierungstrend in unserer Gesellschaft. Die Chemie-Arbeitgeber werden sich in der Nachwuchssicherung weiter stark engagieren. Grundlegend für den Erfolg und die Akzeptanz auf Arbeitgeberseite bleibt das Prinzip ‚Ausbildung geht vor Übernahme‘“, so BAVC-Verhandlungsführer Georg Müller.

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„Kompromiss ist möglich, wenn sich beide Seiten bewegen“

Keine Bewegung gab es dagegen in der Entgeltfrage. Die IG BCE untermauerte ihre Forderung mit der insgesamt guten Verfassung der Branche. Die Großunternehmen seien gut aufgestellt, das würden auch die Quartalsberichte zeigen. Sehr ordentliche Gewinne und kräftige Dividenden kennzeichnen die Lage, so die Gewerkschaft.

„Bei der Beurteilung der wirtschaftlichen Lage liegen Arbeitgeber und IG BCE erwartungsgemäß noch weit auseinander“, kommentiert Müller den aktuellen Stand der Verhandlungen. „Aber ein Kompromiss ist möglich, wenn sich beide Seiten bewegen.“

Aus Sicht der Chemie-Arbeitgeber lassen die ökonomischen Rahmenbedingungen keine großen Sprünge beim Entgelt zu. Die Chemie in Deutschland erwartet auch für 2016 kaum mehr als Stagnation bei Produktion und Umsatz. Müller: „In den weiteren Verhandlungen gilt es, die Balance zu halten zwischen der Wertschätzung für die Beschäftigten und der Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen. Die Chemie-Beschäftigten sind immer fair am wirtschaftlichen Erfolg der Branche beteiligt worden. In Zeiten der Niedriginflation gelingt dies auch mit moderaten Tarifabschlüssen.“

Peter Hausmann, Verhandlungsführer der IG BCE: „Es ist gut, dass die Verhandlungen in einer vernünftigen Tonlage geführt werden, das war ja in der jüngeren Vergangenheit nicht immer so. Wir wissen, dass Forderung und Abschluss nie identisch sind. Am Ende steht immer ein Kompromiss. In den großen Tarifbewegungen dieses Jahres hat die Vertragslaufzeit stets eine besondere Rolle gespielt. Wir wollen ein anspruchsvolles, attraktives Entgeltplus – die Spielräume dafür sind vorhanden.“

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