Internationaler ETG-Kongress 2011 Erneuerbare Energien machen Stromversorgung komplex

Redakteur: Stéphane Itasse

Nach dem Ausrufen der Energiewende ist der Weg frei für einen Umbruch der Energieversorgung in Deutschland. Die Integration der erneuerbaren Energien stellt die Energiebranche jedoch vor zahlreiche Herausforderungen, wie auf dem ETG-Kongress in Würzburg deutlich wurde.

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„Das Energiesystem wird dezentraler und komplexer“, erwartet Siemens-CTO Klaus Helmrich. (Bild: Itasse)
„Das Energiesystem wird dezentraler und komplexer“, erwartet Siemens-CTO Klaus Helmrich. (Bild: Itasse)

In der Vergangenheit sei die Erzeugung dort gewesen, wo die Last war, also nah beim Verbraucher, erläuterte Klaus Helmrich, CTO der Siemens AG, doch das ändere sich jetzt: „Das Energiesystem wird dezentraler und komplexer“.

Erneuerbare Energien erfordern auch Energiespeicher

Zugleich warnte er: „Energieerzeugung ist nicht gleich Energieversorgung. “ Für eine wirtschaftliche, saubere und zuverlässige Stromversorgung müsse sich die Branche auch stärker mit Energiespeichern auseinandersetzen. „Ich bin überzeugt, dass wir das stemmen werden,“ gab sich Helmrich angesichts der technischen Herausforderungen optimistisch.

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Auch die Vorhersagbarkeit des Netzes wird laut Helmrich durch die erneuerbaren Energien schwieriger. Nötig seien intelligente Netze mit einer IT-basierten Kommunikation zu den Verbrauchern. „Die technischen Eckpfeiler sind gesetzt“, sagte der Siemens-CTO.

Auch bei der Energieeffizienz gebe es noch Einsparpotenziale, 20 bis 40% seien möglich. „Es gibt noch viele Ansätze in der Industrie, bei den Städten und Gemeinden sowie bei den Gebäuden“, erläuterte Helmrich.

Stromnetze im ländlichen Raum vor neuen Herausforderungen

Die Herausforderungen insbesondere für die ländlichen Energieversorger schilderte Johannes Schmiesing, Leiter Netzentwicklung Strom bei Eon Avacon in Braunschweig. „Heute stellt sich nur die Frage: Wie kommen wir diesem Zuwachs an Photovoltaik, Windenergie und Biomasse hinterher?“ sagte er.

In der Vergangenheit hätten die Stromnetze im ländlichen Raum keine Erzeuger integrieren müssen. Das ändere sich jetzt drastisch: „Erneuerbare Energien brauchen Fläche, und die Flächenpotenziale sind im ländlichen Raum.“ Die Netzbetreiber würden zunehmend an technische Grenzen stoßen.

Smart Metering für Kunden noch zu kompliziert

Einen Abriss zum Thema Smart Metering Gab Uwe Braun, Vertriebsleiter der Power Plus Communications AG in Mannheim. „Für die Kunden ist das Smart Grid bisher recht kompliziert, es gibt keine Plug&Play-Angebote“, erläuterte er.

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