Umweltschutz durch Treibhausgas? Innovative CO2-Technologien helfen bei Reduktion von Industrieabgasen

20.04.2018

Vom Abgas zum Rohstoff: intelligente Technologien reduzieren den Kohlenstoffdioxid-Ausstoß und lassen Umwelt und Anlagenbetreiber profitieren.

Die Industrie gilt als einer der größten Produzenten von Kohlenstoffdioxid (CO2) in Form von Abgas und damit auch als einer der größten Umweltverschmutzer.

Obwohl eines der Hauptziele des Pariser Klimaabkommens aus dem Jahr 2015 lautet, dass die weltweiten Treibhausgasemissionen reduziert werden müssen, ist der Ausstoß laut der International Energy Agency (IEA) seit 2017 gestiegen. Eine Entwicklung, auf die auch beim diesjährigen Earth Day, am 22. April 2018, aufmerksam gemacht werden soll. Dabei kann insbesondere Kohlenstoffdioxid aus industriellen Prozessen zurückgewonnen, wiederverwertet und somit in der Atmosphäre reduziert werden. Ein Vorteil für die Umwelt, aber auch für die Wirtschaft, die durch die Wiederverwertung des CO2 aus den Prozessabgasen auf verschiedenste Weise Profite generieren kann.

Umweltschäden und wirtschaftliche Einbußen – innovative Technologie kann das verhindern

„Mit dem bloßen Ausstoß von CO2 in Form von Abgas wird nicht nur unsere Atmosphäre verschmutzt, es geht auch bares Geld verloren,“ sagt Corinne Ziege, Geschäftsführerin der CRYOTEC Anlagenbau GmbH, einem Tochterunternehmen der EPC Group. Das auf technische Gase spezialisierte Unternehmen mit Sitz in Wurzen plant und baut seit 1995 Anlagen zur Luftzerlegung und Aufbereitung von Prozessabgasen. Insbesondere die Nachfrage nach den innovativen CO2-Technologien der Firma ist in den vergangenen Jahren stark angestiegen.

„Hier bieten sich besonders zwei Anwendungsgebiete für Kohlenstoffdioxid an,“ erklärt Corinne Ziege. „Einerseits kann es gezielt in Gewächshäuser eingeströmt werden. Dort sorgt es als natürlicher Dünger für eine beachtliche Steigerung der Erträge. Andererseits kann das CO2 erneut als Rohstoff verwendet werden, wie es häufig bei Anlagen zur Herstellung von Methanol der Fall ist.“ Das Kohlenstoffdioxid wird hierzu aus dem Prozessabgas herausgefiltert, in mehreren Schritten gereinigt, verdichtet und je nach Bedarf entweder direkt im gasförmigen Zustand, oder nach anschließender Verflüssigung dem Prozess erneut zugeführt. Damit spart der Anlagenbetreiber gleichzeitig Rohstoffkosten, steigert die Effizienz der Anlage und sorgt für weniger Treibhausgas-Emissionen. „Durch die geringen Betriebskosten und den niedrigen Wartungsaufwand der Anlagen ist hier ein Return on Investment bereits nach kurzer Zeit möglich,“ fügt Corinne Ziege hinzu.

Trockeneis – das Kühlmittel der Zukunft

Eine weitere, beliebte Möglichkeit zur Wiederverwertung von CO2 ist die Herstellung von Trockeneis. Hierfür wir das Kohlenstoffdioxid zunächst ebenfalls aus dem Prozessabgas ausgeschieden, gereinigt und verflüssigt. Anschließend wird das flüssige CO2 auf Umgebungsdruck entspannt und dabei teilweise verdampft. Die für das Verdampfen notwendige Energie wird dem flüssigen CO2 hierbei entzogen, so dass dieses gefriert und zum sogenannten Trockeneis wird. Das gefrorene CO2 wird dann in Block- oder Pellet-Form gepresst und ist bereit für den Einsatz.

Trockeneis findet zahlreiche Anwendungsmöglichkeiten im Lebensmittelbereich zum direkten Kühlen von Fisch, Fleisch oder Getränken, bei Events und Shows, wann immer ein Nebeleffekt benötigt wird. Außerdem wird Trockeneis im medizinischen Sektor zum Transport sensibler Produkte wie Organen oder Blutkonserven benötigt. In der Industrie findet es Verwendung bei der Reinigung von sensiblen Oberflächen durch Trockeneisstrahlen, bei der Kühlung von technischer Ausrüstung und Maschinen oder wird der Metallverarbeitung eingesetzt. „Diese vielseitige Einsetzbarkeit liegt an den außerordentlichen Eigenschaften des Produktes,“ erläutert Geschäftsführerin Corinne Ziege. „Trockeneis hat eine konstante Temperatur von -78,5°C. Es schmilzt nicht, sondern verdampft absolut rückstandsfrei. Dieser Tatsache entspringt auch der Begriff Trockeneis. Es nicht giftig, geruchs- sowie geschmacksneutral und verhindert, bzw. hemmt das Wachstum von Bakterien und Pilzen.“

Trockeneisanlagen sind auch für private Anleger interessant

Die Kosten für den Bau einer Trockeneisanlage sind im Vergleich zu den erzielbaren Erträgen durch den Verkauf von Trockeneis moderat und schon in drei bis fünf Jahren amortisierbar. Die Nachfrage für Trockeneis steigt zudem stetig weiter an, da es sich durch seine zahlreichen positiven Eigenschaften bereits als das Kühlmittel der Zukunft etabliert hat. Diese Aussichten haben auch bei Privatanlegern das Interesse für den Bau von Trockeneisanlagen geweckt.

Weitere Informationen zu CRYOTEC Anlagenbau GmbH und dem Technologie-Portfolio des Unternehmens gibt es unter www.cryotec.de