Newsticker Oktober: Aktuelles aus der Prozessindustrie IG BCE fordert sichere Jobs bei Wandel der Chemieindustrie

| Aktualisiert am 29.10.2021Redakteur: Wolfgang Ernhofer

Im ständig aktuellen News-Ticker fasst die PROCESS-Redaktion das Geschehen in der Branche kompakt zusammen. Ob Chemie-, Pharma-, oder Lebensmittelindustrie, alle verfahrenstechnischen Themen werden – ebenso wie politische und wirtschaftliche Nachrichten zur Prozessindustrie – zusammengefasst.

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(Bild: gemeinfrei / Pixabay )

29.10.2021

Frankfurt/Main (dpa/lhe) *14:32 Uhr – IG BCE fordert sichere Jobs bei Wandel der Chemieindustrie

Als Teil einer bundesweiten Aktion hat die Industriegewerkschaft Bergbau, Chemie, Energie auch in Hessen sichere Arbeitsplätze im Strukturwandel der Branche gefordert. Es gehe um nichts weniger als die industrielle Zukunft, sagte Jürgen Glaser, Bezirksleiter der IG BCE Darmstadt, am Freitag nach einem Gespräch bei dem Pharma- und Chemiekonzern Merck. «Wir möchten, dass auch die qualifizierten, gut bezahlen industriellen Arbeitsplätze in das neue Zeitalter überführt werden.» Es gebe erheblichen Investitionsbedarf in Zukunftstechnologien und Infrastruktur.

Die IG BCE hat unter dem Motto «Wandel fair gestalten» bundesweit mehr als 50 Aktionen organisiert, bei denen am Freitag Tausende Menschen erwartet wurden. Die Gewerkschaft sieht die Branche angesichts der Digitalisierung und des Umbaus zu einer klimaneutralen Industrie vor großen Herausforderungen. Sie verlangt gute Arbeitschancen für Beschäftigte, Schutz vor Lohndumping und das Vermeiden von Entlassungen im Strukturwandel. Von der Politik fordert die IG BCE bis zu 450 Milliarden Euro für öffentliche Investitionen binnen zehn Jahren.

Einen gerechten Wandel der Industrie forderten Gewerkschaftsvertreter auch bei einem Treffen im Frankfurter Industriepark Höchst, wo rund 300 Menschen bei einer «aktiven Mittagspause» erwartet wurden. Zu weiteren Aktionen hatte die IG BCE beim Reifenhersteller Goodyear in Fulda, beim Düngerkonzern K+S in Werra und beim Automobilzulieferer WOCO in Bad Soden Salmünster aufgerufen.

Irving (dpa) *14:22 Uhr – US-Ölriese Exxon macht 6,8 Milliarden Dollar Quartalsgewinn

Nach heftigen Verlusten in der Corona-Krise hat der größte US-Ölkonzern ExxonMobil im dritten Quartal so gut verdient wie seit rund sieben Jahren nicht mehr. In den drei Monaten bis Ende September verbuchte das Unternehmen einen Nettogewinn von 6,8 Milliarden Dollar (5,8 Mrd Euro), wie es am Freitag mitteilte.

Im Vorjahreszeitraum, als die Pandemie die Weltwirtschaft ausbremste und die Ölnachfrage stark dämpfte, hatte Exxon einen Verlust von 680 Millionen Dollar erlitten. Seitdem sind die Ölpreise stark gestiegen und nun laufen die Geschäfte wieder rund. Der Umsatz legte im Jahresvergleich um knapp 60 Prozent auf 73,8 Milliarden Dollar zu. Der Geschäftsbericht übertraf die Erwartungen der Analysten deutlich.

Exxon kündigte zudem an, ab 2022 bis zu 10 Milliarden Dollar in ein auf 12 bis 24 Monate angelegtes Aktienrückkaufprogramm zu stecken. Die Aktie reagierte vorbörslich mit leichten Gewinnen. In den vergangenen zwölf Monaten ist der Kurs um fast 100 Prozent gestiegen.

Wien (dpa) *11:03 Uhr – Österreichs Öl- und Gaskonzern OMV bleibt auf Rekordkurs

Die gestiegenen Öl- und Gaspreise verhelfen dem österreichischen Energiekonzern OMV zu Rekorden. Das operative Ergebnis habe in den ersten neun Monaten fast vier Milliarden Euro erreicht, sagte Vorstandschef Alfred Stern am Freitag. Das sei der beste Wert für diesen Zeitraum in der Geschichte der OMV. Im gleichen Vorjahreszeitraum betrug das Ergebnis 1,2 Milliarden Euro. Der Gewinn kletterte in den ersten neun Monaten auf 2,1 Milliarden Euro nach einem Verlust von 468 Millionen Euro vor einem Jahr.

Der Ölpreis lag wegen der Weltkonjunktur rund 65 Prozent höher als im vergangenen Jahr. Für Gas sei am Markt der zweieinhalbfache Preis erzielt worden, sagte Stern. Es sei auch in den kommenden Monaten von einem sehr hohen Preisniveau auszugehen. Die Zahl der Mitarbeiter des teilstaatlichen Konzerns stieg im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 18 Prozent auf 22 800. Stern bekannte sich zur geplanten Neuausrichtung des Konzerns, die Nachhaltigkeit, Kreislaufwirtschaft und Klimaschutz berücksichtigen soll. Details dazu sollen im ersten Quartal 2022 vorgestellt werden.

Die umstrittene Gaspipeline Nord Stream 2 könne helfen, mögliche Engpässe im Winter bei diesem Rohstoff zu überbrücken, so Stern. Er wolle nicht darüber spekulieren, wann Nord Stream 2 konkret in Betrieb gehe. Die OMV ist Investor bei dem Projekt, das Gas aus Russland durch die Ostsee nach Deutschland transportieren soll.

28.10.2021

Brüssel (dpa) *17:13 Uhr – EU-Kommission will Grenzwerte für bestimmte Chemikalien senken

Die Grenzwerte für bestimmte – besonders schädliche – Chemikalien in Abfällen sollen in der EU gesenkt werden. Konkret gehe es um sogenannte persistente organische Schadstoffe, schlug die zuständige EU-Kommission am Donnerstag vor. Dies seien «Chemikalien mit giftigen Eigenschaften, die für lange Zeit in der Umwelt verbleiben, sich in Nahrungsketten anreichern und der menschlichen Gesundheit und der Umwelt schaden können.» Mit dem Vorschlag sollen Gesundheit und Umwelt geschützt werden.

Zu möglichen Problemen zählten etwa eine Beeinträchtigung des Immunsystems, der Atemwege, des Hormonsystems, der Fortpflanzungsfähigkeit und des Herz-Kreislauf-Systems. Diese Chemikalien würden zwar eigentlich nicht mehr in neuen Produkten verwendet, könnten aber noch immer in Abfällen von beispielsweise wasserdichten Textilien, Möbeln, Kunststoffen und Elektronikgeräten nachgewiesen werden. Als Beispiele werden etwa Perfluoroctansäure – zu finden etwa in Textilien und Löschschaum –, Dicofol – ein Pestizid, das früher in der Landwirtschaft verwendet wurde –, und Pentachlorphenol – das für die Bearbeitung von Holz verwendet wurde – genannt.

München (dpa) *07:33 Uhr – Starke Nachfrage: Wacker Chemie macht mehr Gewinn als erwartet

Gestiegene Solarsilizium-Preise und eine starke Nachfrage im Chemiegeschäft haben Wacker Chemie im dritten Quartal einen stärkeren Gewinnsprung beschert als in Aussicht gestellt. Das Unternehmen profitierte auch von Kostensenkungen, was half, gestiegene Rohstoff- und Energiepreise zu auszugleichen. Unter dem Strich verdiente der MDax-Konzern laut einer Mitteilung vom Donnerstag zwischen Juli und September knapp 249 Millionen Euro und damit fast viermal so viel wie vor einem Jahr.

Das operative Ergebnis stieg auf fast 434 Millionen Euro und damit auf mehr als das Doppelte. Allerdings waren vor einem Jahr die Belastungen durch die Pandemie deutlich zu spüren gewesen. Der Umsatz wuchs um gut 40 Prozent auf 1,66 Milliarden Euro. Damit schnitt Wacker besser ab als im September in Aussicht gestellt. Auch die vom Unternehmen zur Verfügung gestellten Analystenschätzungen wurden übertroffen.

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