Rohstoffe Entwicklungen am Rohstoffmarkt werden zum Wachstumsrisiko

Redakteur: Sonja Beyer

Trotz der teilweise historischen Höchststände bei Produktion, Umsatz und Beschäftigtenzahlen glaubt die Mehrheit der Entscheider aus der deutschen Chemie, dass das Wachstum der Branche anhält. Das geht aus der aktuellen Chemonitor-Umfrage von Chemanager und Camelot Management Consultants hervor.

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(Logo: Camelot Management Consultants)
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Mannheim/Darmstadt – In der Umfrage glaubten deutlich mehr als die Hälfte der befragten Entscheider, dass sich der beeindruckende Wachstumskurs in den kommenden zwölf Monaten fortsetzen wird, während nur ein Drittel der Befragten davon ausgeht, dass sich der positive Trend bei der Geschäftsentwicklung nicht mehr weiter fortsetzen wird.

Allerdings entwickeln sich Rohstoffe zum kritischen Faktor für Wachstum: Zwei Drittel halten Rohstoffverfügbarkeit und -preise inzwischen für das strategische Top-Thema. Fast die Hälfte der Chemiemanager glaubt, dass das Thema Versorgungssicherheit an Bedeutung gewinnen wird, fast zwei Drittel erwarten von der Entwicklung der Rohstoff- und Energiepreise sogar einen negativen Effekt auf ihr operatives Ergebnis. „Unternehmen mit flexiblen Supply Chains und konsequentem Komplexitätsmanagement haben einen klaren Wettbewerbsvorteil“, sagt Dr. Josef Packowski, Managing Partner bei Camelot Management Consultants. Um ihre Rohstoffversorgung zu sichern, setzen die Unternehmen in erster Linie auf ein aktives Lieferantenmanagement (44 Prozent) und eine Anpassung vertraglicher Regelungen (38 Prozent). Den Aufbau von Beständen halten dagegen weniger als ein Drittel für geeignet. „Die chemische Industrie läuft unter Volllast. Um diese Tempo beibehalten zu können, haben Maßnahmen zur Absicherung gegen Versorgungsrisiken momentan höchste Priorität“, sagt Dr. Sven Mandewirth, Chemieexperte und Partner bei Camelot Management Consultants. „Das beste Mittel dafür sind innovative und engere Kooperationen mit Lieferanten.“

Alternative Rohstoffe stellen momentan noch keinen Ausweg dar. Aktuell messen ihnen nur 16 Prozent der Unternehmen eine große Bedeutung bei. In der nahen Zukunft wird sich das allerdings ändern: Mehr als zwei Drittel der großen Unternehmen planen, den Anteil alternativer Rohstoffe in den kommenden fünf Jahren auszubauen.

Befragt wurden mehr als 300 Geschäftsführer, Vorstandsmitglieder und Entscheider aus der Chemiebranche, drei Viertel von ihnen aus Unternehmen mit weniger als 5000 Mitarbeitern.

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