Baustellen-Management

Entscheidung auf der Baustelle

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Dabei profitieren koreanische Anlagenbauer vor allem von ihrem hohen Integrationsgrad mit eigenem Personal. Nicht nur das: Auch Sub-Kontraktoren werden regelrecht durchdrungen, wie in Frankfurt zu hören war: „Die werden geführt wie eigenes Personal.“ Zudem rüsten die Koreaner ihre Sub-Kontraktoren mit einheitlichem Technik-Equipment aus – und sie organisieren und überwachen die Baustellen penibel.

Die Resultate überzeugen, durch zahlreiche internationale Referenzen haben die Südkoreaner das Image als Billiganbieter abgestreift; sie sind mittlerweile ein Wettbewerber auf Augenhöhe: „Always on time, on budget and on quality“, so Volker Stroh.

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Die Strategie dieser Firmen ist offenbar gänzlich anders als in Deutschland, wie ein Firmenvertreter in Frankfurt einräumt: „Während wir uns häufig auf Einzelprojekte konzentrieren und diese eher isoliert betrachten, denkt der koreanische Wettbewerb langfristig: Rund um ein erstes Projekt wird eine Infrastruktur aufgebaut, um mit lokaler Präsenz attraktive Folgeprojekte schneller identifizieren zu können.“ Und weitere Wettbewerber – Unternehmen aus Indien oder Russland – werden dem Beispiel der Südkoreaner folgen.

Wie kann der deutsche Großanlagenbau sich hier besser positionieren? Auf jeden Fall müssen die Bau- und Montagekompetenzen verbessert werden. In Frankfurt wurden dazu erste Beispiele für ein Lean Construction-Management vorgestellt: Ein neuer Ansatz der Kombination von Planung, Gestaltung und Ausführung von Bauprojekten. Im Vordergrund steht die Verbesserung der Prozesse in der Planung und Ausführung, aber auch der Schnittstellenprozesse zwischen Planung und Ausführung (Schlagworte: Fließfertigung, Taktzeitplanung, Zieh-System, Nullfehler-Prinzip).

Fazit: Die wichtigsten Erfolgsfaktoren der neuen Wettbewerber aus Südkorea sind niedrige Kosten und ausgeprägte Bau- und Montagekompetenzen. Der deutsche Großanlagenbau hält u.a. durch den Ausbau internationaler Wertschöpfungs-Netzwerke und der Verstärkung seines Construction-Know-hows dagegen. Der fehlende Ingenieursnachwuchs ist dabei allerdings hinderlich.

* Der Autor ist freier Mitarbeiter bei PROCESS.

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