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Digitalcheck-Umfrage Energieunternehmen setzen hohe Erwartungen in Digitalisierung

| Redakteur: Alexander Stark

Die deutsche Energiewirtschaft sieht in der weiteren Digitalisierung große Chancen, schöpft deren Möglichkeiten aber noch nicht aus. Zu diesem Ergebnis kommt der dritte „Digitalcheck“ von BDEW, A.T. Kearney und Improve Academy, an dem 80 deutsche Energieversorgungsunternehmen teilgenommen haben.

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Bereits heute werden 60% der Vertragsabschlüsse für die Belieferung mit Energie im Internet abgeschlossen.
Bereits heute werden 60% der Vertragsabschlüsse für die Belieferung mit Energie im Internet abgeschlossen.
(Bild: gemeinfrei / Pixabay)

Berlin – Beim Digitalcheck wurden Unternehmen aus der Energiewirtschaft nach erhofften zusätzlichen Gewinnen und Einsparpotentialen durch digitale Angebote und Technologien und nach ihren eigenen Fortschritten befragt. Projiziert man die Ergebnisse auf die gesamte deutsche Energiewirtschaft, ergäbe sich daraus branchenweit bis 2025 ein Umsatzplus von 7,7 Milliarden Euro und zusätzliche Einsparungen von 7,8 Milliarden Euro. 2017 hatten erst 33 % der Unternehmen eine Digitalisierungsstrategie, mittlerweile sind es mit 47 % fast die Hälfte, betont Stefan Kapferer, Vorsitzender der BDEW-Hauptgeschäftsführung.

Als Top-Umsatzbringer identifizierten die befragten Unternehmen digitale Self-Service-Portale und E-Mobilitätslösungen. Bereits heute betreiben 60 % der befragten Unternehmen ein Self-Service-Portal, bis 2020 wollen 70 % der befragten Unternehmen ein solches Angebot schaffen. E-Mobilitäts-Lösungen bieten 60 % der befragten Unternehmen bereits heute an, bis 2020 planen 80 %, in dieses Geschäftsfeld einzusteigen. Außerdem setzen immer mehr Unternehmen Künstliche Intelligenz (KI) ein: 27 % nutzen bereits erste KI-Ansätze im Kundenservice oder in der technischen Einsatzplanung, davon bereits knapp die Hälfte mit messbaren Erfolgen. Auch im Stammgeschäft der Energieversorger wird Digitalisierung immer wichtiger. 60 % der Vertragsabschlüsse für die Belieferung mit Energie werden im Internet erzielt. Neben Vergleichsplattformen setzen die Unternehmen vermehrt auf neue Ansätze in der Kundenbindung und Kundenrückgewinnung. Doch nur ein Viertel der Energieversorger betreut die Vertriebskanäle Dritter aktiv.

Event-Tipp der Redaktion Die von PROCESS mitorganisierte VIK Jahrestagung unter dem Motto „Industrie & Klimaschutz – Nicht auf das Ob, sondern das Wie kommt es an!“ am 23. Oktober 2019 in Berlin ist das Spitzentreffen der industriellen und gewerblichen Energiewirtschaft und der energieintensiven Branchen. Welche Themen bei der letzten VIK Jahrestagung diskutiert wurden, lesen Sie in unserem Beitrag „Klimaschutz vs. Wettbewerbsfähigkeit – Wie können energieintensive Unternehmen den Wandel gestalten? “.

Die Unternehmen würden selbst sehen, dass sie das Geschäftspotential im breiten Feld der Digitalisierung noch nicht ausschöpfen, so Horst Dringenberg, Partner bei A.T. Kearney. Die Mehrzahl hätte verschiedene Projekte und Prozesse gestartet, um den Anteil digitaler Produkte und Services am Umsatz zu steigern, der bis jetzt allerdings noch sehr gering sei. Wenn die Unternehmen das Potential ausschöpfen wollen, müssten sie aus den Erfahrungen anderer Branchen und anderer Energieversorger im In- und Ausland lernen und die erfolgreichen Ansätze systematischer nutzen, ergänzt Martin Ruppert, Geschäftsführer der Improve Academy. Die Vorreiter der Digitalisierung entwickeln Digitalisierungs-Fähigkeiten mit einem mehrjährigen Fahrplan und nutzen Kooperationen effektiv, um Zugang zu neuen Fähigkeiten zu bekommen.

Die Publikation, die neben den aggregierten Ergebnissen auch Fallbeispiele von Unternehmen enthält, ist hier abrufbar.

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