Retrofit vorhandener Kälteanlagen Energiesparende Kälteerzeugung für die Schokoladenproduktion

Redakteur: Wolfgang Ernhofer

Die „Arbeitsgemeinschaft zur Prozessoptimierung in der Lebensmittelproduktion“ (APL) hat sich auf den „Retrofit“ vorhandener Anlagen der Schokoladenproduktion spezialisiert. Der Verbund entwickelt individuelle Modernisierungskonzepte und setzt sie um. Lesen Sie im Artikel ein aktuelles Projektbeispiel zur Erneuerung der kompletten Kältetechnik und der Maschineneinhausung bei einem deutschen Schokoladenhersteller.

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Durch eine Modernisierung der Kälteanlage einer Schokoladenproduktion kann viel Energie gespart werden. Zusätzlich erhöht sich der Wartungsaufwand und die Reinigungsfreundlichkeit sorgt für verbesserte Hygiene.
Durch eine Modernisierung der Kälteanlage einer Schokoladenproduktion kann viel Energie gespart werden. Zusätzlich erhöht sich der Wartungsaufwand und die Reinigungsfreundlichkeit sorgt für verbesserte Hygiene.
(Bild: L&R Kältetechnik)

Anlagen der Schokoladenproduktion sind zumeist sehr solide gebaut. Deshalb nutzen viele Hersteller noch ältere Anlagen, die nicht die Vorteile der neuesten Kältetechnik nutzen. Die sich stetig erhöhenden Energiekosten und der ebenfalls wachsende Wettbewerbsdruck sowie die erheblich wachsenden Rohstoffkosten veranlassen die Hersteller zunehmend dazu, die Stellschraube der energetischen Optimierung ihrer Anlagen in den Blick zu nehmen. Ein weiterer Grund für den Modernisierungsbedarf ist die Verbesserung der Wartungsfreundlichkeit – Zugänglichkeit von Anlagenkomponenten – und die stetig steigenden Anforderungen an die Hygiene.

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Schokoladenhersteller mit diesem Ziel finden in der „Arbeitsgemeinschaft zur Prozessoptimierung in der Lebensmittelindustrie“ (APL) den richtigen Ansprechpartner. Zu diesem 2008 gegründeten Konsortium um das Ingenieurbüro Achim Krischer gehören drei Unternehmen mit unterschiedlichen Kompetenzfeldern.

Energieeffizienz aus dem Sauerland

Die L&R Kältetechnik in Sundern/Sauerland, projektiert und entwickelt energieeffiziente Kälteanlagen. Die Antonio Seveso in Turate/Italien ist Spezialist für hochwertige Wärmetauscher und Kühlregister mit umfassenden Erfahrungen in der Lebensmitteltechnik. Teledoor in Melle schließlich ist für die effiziente und hygienegerechte Isolierverkleidung verantwortlich.

Bei einem deutschen Schokoladenhersteller modernisierte das APL-Konsortium mehrere Produktionslinien. Sie wurden mit einer neuen Kälteanlage mit einer Kälteleistung von je 41 kW ausgerüstet, deren Kühlregister einen Volumenstrom von je 17.500 m3/h erzeugen. Die modularen Registerblöcke mit integriertem Luftfilter, die eigens für diesen Anwendungsbereich entwickelt wurden, zeichnen sich durch Energieeffizienz und gute Reinigungsmöglichkeiten aus.

Die Regelventilgruppen wurden ebenfalls erneuert und die gesamte Luftführung auf der Basis umfassender Berechnungen verbessert. Dass der Anlagenplaner dabei auf minimale Druckverluste achten muss, versteht sich von selbst. Der Einsatz von energieeffizienten Einzelkomponenten wie z.B. Ventilatoren trägt ebenfalls zu einer Gesamtlösung bei, die dauerhaft hohe Einsparpotenziale an Energiekosten erzielt.

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Zum Lieferumfang des Konsortiums gehörte hier auch eine neue Isolierung und Einhausung der Anlage nach den Grundsätzen des „Hygienic Design“. Dabei wurde Wert darauf gelegt, dass alle servicerelevanten Komponenten gut zugänglich sind.

Energieverbrauch senken, Wartungsaufwand reduzieren, Hygienestandard erhöhen

Ergebnis dieses Retrofit ist nicht nur ein deutlich geringerer Energieverbrauch, der die Kostenstruktur der Produktion verbessert – ist doch die Kälteerzeugung der größte direkte Energieverbraucher der Schokoladenproduktion. Auch der Wartungsaufwand wurde reduziert, und die verbesserte Reinigungsfreundlichkeit erhöht den Hygienestandard.

Trotz des beträchtlichen Umfangs – die mehr als 40 m langen und 4 m hohen Anlagen wurden alle bis aufs Grundgerüst demontiert und komplett neu verkleidet – konnte der Unternehmensverbund der „Arbeitsgemeinschaft zur Prozessoptimierung in der Lebensmittelproduktion“ die Arbeiten innerhalb der zuvor angesetzten Umbauzeit von vier Wochen umsetzen.

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