Hannover-Messe 2009 Energieeffizienz steht im Mittelpunkt des Messeauftritts

Autor / Redakteur: Reinhold Schäfer / Dipl.-Ing. (FH) Reinhold Schäfer

Insgesamt 13 Leitmessen gibt es in diesem Jahr auf der Hannover-Messe. Dabei konzentrieren sich die Aussteller besonders auf die Erzeugung und Einsparung von Energie. So sollen sich beispielsweise durch den Austausch veralteter Antriebssysteme jährlich 27,5 Mrd. kWh Strom einsparen lassen.

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Energieeffizienz ist im Maschinen- und Anlagenbau schon lange kein Fremdwort mehr. Denn effiziente Prozesse und moderne Maschinen erreichen hohe Einsparpotenziale und Kostenreduzierung. Wie das funktioniert, zeigt die Sonderschau Energieeffizienz in industriellen Prozessen vom 20. bis 24. April auf der Hannover-Messe 2009.

Sonderschau zum Thema Energieeffizienz

Energiesparen zum Anfassen sollen Besucher in Halle 26 erleben. Dort werden beispielsweise Referenzmodelle aus verschiedenen Branchen und Technologiebereichen praxisnah präsentiert. Unter anderem zeigen Live-Vorführungen, wie intelligente Lösungen in industriellen Prozessen nicht nur Zeit und Geld sparen, sondern zusätzlich die Lebenszyklen der Maschinen verlängern.

Außer der Sonderschau Energieeffizienz in industriellen Prozessen richten zudem viele Aussteller der 13 Leitmessen ihren Blick auf die Optimierung des Energieverbrauchs. Ein eigener Shuttleservice wird die Sonderschau an die einzelnen Leitmessen anbinden. So werden Besucher direkt zu den Ausstellern, die sich auf das Schwerpunktthema Energieeffizienz konzentrieren, gebracht.

Außerdem gibt es nach Aussage der Messegesellschaft einen gedruckten „Tourguide“. Er enthält alle Aussteller, deren Produkte auf Energieeffizienz abzielen.

Antriebshersteller setzen klar auf Energieeffizienz

Werner Blaß, Geschäftsführer des Fachbereichs Elektrische Antriebe im Zentralverband Elektrotechnik- und Elektroindustrie e.V. (ZVEI) bestätigt: „Die Sonderschau Energieeffizienz in industriellen Prozessen ist für die Anbieter energieeffizienter elektrischer Antriebe eine hervorragende Möglichkeit, ihre Kompetenz auf diesem Gebiet zu präsentieren.“ Bei Standardanwendungen in den betrieblichen Nebenfunktionen wie Pumpen, Ventilieren, Verdichten, Fördern, Bewegen, Klimatisieren und Kühlen fänden sich gerade im installierten Bestand erhebliche Energie-Einsparpotenziale, so Blaß.

Mehr Energieeffizienz bei Pumpen gefordert

Pumpen gehören zu den größten industriellen Stromfressern. Mehr als 30% des Stromverbrauchs in Gewerbe und Industrie entfallen auf Pumpenmotoren. Daher steht dieses Thema im Hinblick auf die Energieeffizienz bei vielen Herstellern gleich an erster Stelle. Bezogen auf den Lebenszyklus einer Pumpe, betragen die Energiekosten durchschnittlich rund 45% der Gesamtkosten. Zusätzlich entstehen Kosten für Instandhaltung und Wartung.

Weil Pumpen nicht immer auf Hochtouren laufen müssen, können Industrie- und Gewerbebetriebe dort ansetzen, um zu sparen. Nach den Erfahrungen der Deutschen Energie-Agentur GmbH (Dena) aus mehr als 70 durchgeführten Beratungen in verschiedenen Unternehmen lagen die Einsparpotenziale durch eine Optimierung von Pumpensystemen zwischen 2500 und 50000 Euro, in Einzelfällen sogar bei 100000 Euro pro Jahr. Durchschnittlich lag das Kostensenkungspotenzial bei 30%, in einem Fall bei über 90%.

Druckluftanlagen bieten noch viele Möglichkeiten zum Energiesparen

Jährlich verbrauchen laut Fraunhofer-Institut rund 60000 Druckluftanlagen in Deutschland 14 Mrd. kWh Strom. Dies entspricht 5% des gesamten Stromverbrauchs der Industrie. Auch dort kann mit neuen Anlagen Energie gespart werden.

Die Hannover-Messe umfasst wie im Vorjahr die Leitmessen Interkama, Factory Automation, Industrial Building Automation, Digital Factory, Subcontracting, Energy, Power Plant Technology, Microtechnology sowie Research & Technology. Dazu kommen 2009 die drei Leitmessen Motion, Drive & Automation, Surfacetechnology und Comvac, die im Zwei-Jahres-Rhythmus stattfinden.

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