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Energieeffizienz ist mehr als Energie sparen

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Zusätzliche Kosten für Industrie und Verbraucher

Ziel sei es, Verbräuche transparenter zu machen, um den Weg zum Smart Grid zu ebnen. Für Industrie und Verbraucher sieht Regler vor allem Mehrkosten, denn zweifellos würden die Stromversorger die durch Einbau entstehenden Kosten umwälzen.

Was das MsbG für Chemieparks bedeuten würde, hat der Fachverband Chemieparks im VCI in einer Stellungnahme zum Gesetzesentwurf erklärt: „Die Pflicht zur Dezentralisierung der Datenkommunikation über Smart Meter Gateways würde in den Chemieparks große und grundlegende Umstellungen der IT-Systeme erfordern und ein Austausch der vorhandenen Messinfrastruktur für regulierte Medien würde zusätzlich erfolgen (Verdoppelung der Daten­kommunikationsinfrastruktur) und extrem aufwändig sein.“

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Für die Mitglieds­unternehmen rechnet der VCI mit Kosten in zweistelliger Millionenhöhe, allein um eine parallele Erfassungsinfrastruktur aufzubauen.

Gut gefüllte Fördertöpfe

Unternehmen, die in Energieeffizienz investieren wollen, können auf zum Teil beträchtliche Fördermittel vom Bund hoffen. Doch oft sind Fördertöpfe nicht bekannt, Unternehmen scheuen den Aufwand eines Antrags, deshalb werden Gelder zum Teil nur selten abgerufen. Das jedenfalls ist die Erfahrung von Claire Range. Die Deneff-Expertin (Deutsche Unternehmensinitiative Energieeffizienz) war aus Berlin angereist und hatte jede Menge Gedankenanstöße im Gepäck.

„Auch jenseits energieintensiver Prozesse gibt es noch erhebliche Einsparpotenziale“, betonte sie. Beispiel Abwärme, die als Abfallprodukt vieler industrieller Produktionsprozesse entsteht und immer noch häufig einfach ins Umfeld gepustet wird. Dabei gibt es bereits viele intelligente Lösungen wie etwa die Prozesswärme zum Heizen von Bürogebäuden zu nutzen. Besonders viel kann man aus den Hochöfen der Eisen-/Stahl­industrie abzapfen, aber auch in der Grundstoffchemie, Papierherstellung, Zement- und Ziegelherstellung entsteht jede Menge Wärme. Auf beachtliche 226 TWh beziffert Range das Einsparpotenzial – und davon sei nur ein Bruchteil gehoben.

Effizienz ist mehr als eingesparte Kilowattstunden

Wer allerdings bei Energieeffizienzprojekten nur ans Energiesparen denkt, springt nach Ranges Meinung deutlich zu kurz. Der Mehrwert entsprechender Projekte gehe weit über die eingesparten Kilowattstunden hinaus. Beweis ist ein Projekt der TU Luzern, das Forscher im Rahmen des Schweizer Forschungsprogramms SCCER „Efficiency of industrial processes“ (SCCER-EIP) betreut haben. So resultierte der Austausch eines Heißwasserkessels in einem Schweizer Lebensmittelunternehmen nicht nur in deutlich geringeren Energiekosten, sondern die Investoren profitieren auch von einer besseren Temperaturkontrolle, weniger Stillstandzeiten und einem geringeren Personaleinsatz.

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