Kommentar zum Thema Energiemanagement Energiedebatte beim PROCESS Roundtable

Autor / Redakteur: Gerd Kielburger / Dipl.-Medienwirt (FH) Matthias Back

Als beim PROCESS-Roundtable „Excellence im Energiemanagement“ Ende November letzten Jahres Chemiefirmen, Verfahrensentwickler und Energieerzeuger diskutierten, hatte sich die Debatte über die Energiewende gerade beruhigt.

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Gerd Kielburger, Chefredakteur PROCESS organisierte Ende November letzten Jahres den PROCESS-Roundtable „Excellence im Energiemanagement“.
Gerd Kielburger, Chefredakteur PROCESS organisierte Ende November letzten Jahres den PROCESS-Roundtable „Excellence im Energiemanagement“.
(Bild: PROCESS)

Energieminister Sigmar Gabriel heimste sogar ein paar Vorschusslorbeeren von der Industrie ein, als er die ersten Eckpunkte der EEG-Reform präsentierte. Doch so schnell wie das Lob erklungen war, so schnell war es schon wieder erloschen. Gabriels Pläne, die Kraft-Wärme-Kopplung mit der EEG-Abgabe zu belegen, versetzen die Gemüter in Wallung. Gerade erst hat BASF-Chef Bock in der FAZ gedroht, künftig weniger in Deutschland zu investieren. Die Chemieparkbetreiber sorgen sich um die Wettbewerbsfähigkeit ihrer KWK-Anlagen und fürchten, dass sich der Bau neuer Kraftwerke künftig nicht mehr lohnen könnte.

Angesichts solcher Stimmen gewinnen die Ergebnisse unseres Roundtables deutlich an Brisanz. Denn die nüchterne Erkenntnis der Expertenrunde: Mit Innovationen, die sich langfristig rechnen, sei angesichts von ROI-Erwartungen von einem Jahr nicht viel zu machen. Der Einsatz neuer und damit effizienter Technologien erfolgt häufig in den Wachstumsmärkten, wie das Beispiel Bayer Shanghai Site zeigt. Insgesamt entsteht der Eindruck, dass es mit der Innovationsfreudigkeit am vielgelobten Ingenieursstandort Deutschland doch nicht so weit her ist. „Wir potenzieren den Abstand“, so die provokante Aussage von Frank Wittchen, Geschäftsbereichsleiter SGL Carbon.

An fehlenden Ideen kann es jedenfalls nicht liegen. Das hat PROCESS-Redakteurin Anke Geipel-Kern beim Besuch des PVC-Herstellers Vestolit in Marl erfahren. Klug eingesetzt, hat die dort betriebene hochflexible Membranelektrolyse das Zeug, ein Joker in der Stromspeicherdebatte zu werden. Auch der Einsatz des LECE-Tools des ZVEI verspricht enormes Optimierungspotenzial. Unglaublich viele Ventilatoren und Pumpen laufen und laufen, obwohl sie es gar nicht müssten, sagt Peter Rippen von Endress+Hauser. Gerade bei mittelständischen Produzenten sind auch MSR-Technik-Themen noch wichtige Baustellen für die Energiemanager.

Vor diesem Hintergrund unterstützt PROCESS die neue Sonderschau auf der Hannover Messe „Process Automation Place“ in Halle 11. Dort stellen Ausrüster im Rahmen eines Workshop-Programms neueste Technologien und Entwicklungen vor, und wir diskutieren mit Anwendern und Ausrüstern, ob die Prozessautomation wirklich den Schlüssel zur Energiewende in der Hand hält.

Interesse geweckt? Unsere PROCESS-Printausgabe Februar 2014 gibt es natürlich auch als ePaper-Version in unserem Heftarchiv. Die Registrierung ist kostenlos.

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