Digitalisierung Energie- und Wasserversorger hängen bei Digitalisierung hinterher

Redakteur: Dipl.-Ing. (FH) Tobias Hüser

Die Digitalisierung der Energie- und Wasserversorgung erreichte im Jahr 2015 mit 47 von 100 Indexpunkten einen durchschnittlichen Digitalisierungsgrad. Damit stehen diese Branchen beim Grad ihrer digitalen Transformation auf Platz 5 von insgesamt elf untersuchten Branchen. Bis 2020 wird der Wirtschaftsindex Digital der Energie- und Wasserversorgung um zwölf auf dann 59 Punkte steigen.

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Energie- und Wasserversorger zeigen sich verhalten auf dem Weg zum digitalisierten Unternehmen.
Energie- und Wasserversorger zeigen sich verhalten auf dem Weg zum digitalisierten Unternehmen.
(© Mimi Potter - Fotolia)

München – Auch wenn damit das Digitalisierungstempo bis 2020 deutlich zulegt, werden die Unternehmen der Energie- und Wasserversorgung in 2020 erneut nur durchschnittlich digitalisiert sein. Dies sind die Ergebnisse des Monitoring Report Wirtschaft Digital 2015, den TNS Infratest und das ZEW im Auftrag des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie erstellt haben.

Insgesamt erreicht Deutschland beim Digitalisierungsgrad seiner gewerblichen Wirtschaft erst 49 von 100 möglichen Indexpunkten. Für 2020 prognostizieren die befragten Unternehmen einen verhaltenen Anstieg auf 56 Punkte. Die elf untersuchten Kernbranchen wurden in fünf Digitalisierungsdimensionen zwischen stark überdurchschnittlich bis stark unterdurchschnittlich digitalisiert aufgeteilt.

Geschäftserfolg nicht von Digitalisierung abhängig?

59 Prozent der dienstleistenden Unternehmen der Energie- und Wasserversorgung halten den Einfluss der Digitalisierung auf ihren Geschäftserfolg 2015 für gering. 20 % der befragten Unternehmen dagegen gehen von einer starken Einflussnahme aus. Bieten nur sieben Prozent der Versorgerunternehmen keine digitalen Produkte und Services digital an, so haben 26 % bereits umfängliche digitalisierte Angebote in ihrem Portfolio. Zufrieden zeigen sich mit dem bisher erreichten Digitalisierungsgrad 84 % der befragten Unternehmen.

Ein Drittel der befragten Unternehmen der Energie- und Wasserversorgung gaben an, ihre Prozesse in geringem Umfang digitalisiert zu haben. 33 % sagen, bereits mehr als 60 % ihrer Geschäftsprozesse digitalisiert zu haben. Eine starke Einbettung der Digitalisierung in die Unternehmensstrategie haben 57 % vollzogen. Dieser Wert steigt nach eigenen Aussagen bis 2020 auf 64 % an. Als vordringlichste Aufgabe der Politik sehen beide Branchen mit jeweils 93 % die Förderung des Breitbandausbaus und der IT-Sicherheit.

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