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Rohstoffpreise Mai 2017

Endet der Trump-Boom der Rohstoffpreise?

| Redakteur: Wolfgang Ernhofer

Nach der US-Wahl geht die Euphorie auf den Rohstoffmärkten deutlich zurück.
Nach der US-Wahl geht die Euphorie auf den Rohstoffmärkten deutlich zurück. (Quellen: HWWI; Deutsche Bundesbank)

Nach der Wahl Donald Trumps zum US-Präsidenten reagierten die Weltrohstoffmärkte auf das versprochene Infrastrukturprogramm. Dieser Boom scheint abzuebben. Die Weltrohstoffpreise tendierten im Verlauf des April nur leicht höher (+1,2 %). Aufgrund des festeren Euro fiel der Anstieg in Inlandswährung noch etwas geringer aus (+0,8 %).

Düsseldorf – Der Preisboom scheint erst einmal beendet. Dies verwundert umso mehr als die weltwirtschaftliche Entwicklung trotz einiger geopolitischer Risiken positiv verläuft: Die Wirtschaft Chinas wuchs im ersten Quartal 2017 wieder stärker, die Erholung in der Euro-Zone setzt sich fort und auch die USA liefern zufriedenstellende Wirtschaftszahlen.

Einer der Gründe für die verhaltene Entwicklung der Rohstoffpreise dürften enttäuschte Erwartungen der Märkte sein. Nach der Wahl Trumps zum US-Präsidenten setzte eine regelrechte Börsenrallye ein, die auch auf nicht-börsennotierte Rohstoffe ausstrahlte. Man erhoffte sich eine schnelle Umsetzung des versprochenen Infrastrukturprogramms. Da dieses nun aber auf sich warten lässt, ist erst einmal die „Luft“ aus der Preisanstiegsphantasie raus und die investive Nachfrage zurückhaltend.

Die von Trump avisierten Erleichterungen im Fracking und die Ausweitung der zugelassenen Rohölfördergebiete z.B. in Alaska haben jedoch – trotz noch nicht erfolgter Umsetzung – eine Signalwirkung und halten derzeit den Rohölpreis in Schach. Obwohl die durchschnittliche Ölnachfrage für das Gesamtjahr 2017 schon zum zweiten Mal nach oben korrigiert wurde, ziehen die Preise nicht nach. Trotz einer leicht höheren US-amerikanischen Produktion ist der Markt im Gesamtjahr ausbalanciert, falls die Opec das derzeitige Fördervolumen beibehält.

Die Industriebank IKB sieht den Rohölpreis bis zur Jahresmitte daher weiter in einem Band von vier Dollar um die Marke von 55 Dollar je Barrel Brent. Dagegen hat der Grenzübergangspreis für Erdgas trotz einer weiterhin guten Versorgung noch leichtes Aufwärtspotenzial (+3 %).

Der Dollar sollte aufgrund der Wirtschaftsdynamik in den USA tendenziell aufwerten. Die Experten erwarten eine Bewegung zum Euro um die Marke von 1,05 Dollar im Verlauf von 2017. Dies könnte jedoch eine temporäre Entwicklung sein, da ein sich wieder einengendes Zinsdifferenzial zwischen den USA und Deutschland zu einem stärkeren Euro führen dürfte.

Welche Rohstoffe Mangelware sind oder werden können Sie in der Bildergalerie Gefahrenanalyse Rohstoff – was wird knapp? nachsehen.

Alle Rohstoffpreise der letzten Jahre und Monate finden Sie auf unserer Rohstoff-Spezialseite: Weltrohstoffpreise im Wandel

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