Ventil-Tests für die Prozess- und Kraftwerksindustrie Emerson eröffnet globales Innovationszentrum

Redakteur: Dr. Jörg Kempf

Emerson Process Management hat in Marshalltown, Iowa/USA das modernes Innovations-Zentrum – Fisher Technologie eröffnet. Die 30-Millionen-Dollar-Investition sei darauf ausgerichtet, Kunden bei der Lösung schwierigster Anforderungen zu unterstützen, der sich die herstellende und weiterverarbeitende Industrie sowie die Energieerzeuger heute stellen, heißt es.

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Jeder Regelventil-Typ durchläuft intensive Tests im 2.500 Quadratmeter großen Flow-Labor des Emerson Innovations-Zentrums. (Bild: Emerson Process Management)
Jeder Regelventil-Typ durchläuft intensive Tests im 2.500 Quadratmeter großen Flow-Labor des Emerson Innovations-Zentrums. (Bild: Emerson Process Management)

Marshalltown, Iowa/USA – Der weltweite Bedarf nach Energie treibt die Entwicklung von Kernkraftwerken der nächsten Generation, von LNG-Anlagen mit hohem Ausstoß sowie von großen Öl- und Gas-Raffinerien voran. Diese erfordern Regelventile und Messgeräte für große Kapazitäten in besonderer Ausführung. Das 12.600 Quadratmeter große Emerson Innovations-Zentrum soll Unternehmen dabei unterstützen, größte Mengen von Erdgas zu fördern, anderen Arten von Energie zu erzeugen und dabei weniger Ressourcen im Prozess zu verbrauchen, wodurch Kosten reduziert werden und die Anlagen geräuschärmer und umweltfreundlicher arbeiten.

Das Zentrum beherbergt das nach eigenen Angaben weltweit größte „Flow-Labor“, in dem erstmals die Möglichkeit besteht, große Ventile unter echten Einsatzbedingungen zu testen und so ihre Zuverlässigkeit und Effizienz, ihre Umweltverträglichkeit und Sicherheit nachzuweisen, bevor sie in der Kundenanlage installiert werden.

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„Keine andere Einrichtung in der Welt kann das durchführen, was unser Emerson Innovations-Zentrum in Marshalltown kann – von der seismischen Qualifizierung eines 15 t Regelventils bis zum Test eines 6,5 m hohen Ventils für den Einsatz in einer petrochemische Anlage,“ erklärt Steve Sonnenberg, Präsident von Emerson Process Management. „Die Investition mit einem Volumen von 30 Millionen Dollar zeigt deutlich Emersons Engagement, seine Kunden dabei zu unterstützen, intelligentere Anlagen zu betreiben, in denen höhere Qualität zu geringeren Betriebs- und Instandhaltungskosten produziert wird, die die Umwelt schützen und ein sicheres Arbeiten erlauben.“

Sichere Nuklearanlagen

Emerson, dessen Fisher Ventile in mehr als 90 Prozent der Nuklearanlagen weltweit installiert sind, kann im neuen Innovations-Zentrum eine seismische Qualifizierung seiner Ventile durchführen. Diese Qualifizierung ist besonders wichtig für die Sicherheit und Zuverlässigkeit von Nuklearanlagen bei Erdbeben. Emerson hat kürzlich von Westinghouse Electric Company den Auftrag erhalten, Fisher Regelventile für dessen neueste Generation von Kernkraftwerken zu liefern.

„Wir sind hocherfreut über die Zusammenarbeit mit Emerson Process Management für die Regelventile in unserem neuen AP100 Kernkraftwerk,“ betont William Rice, Direktor Engineering bei Westinghouse. „Wir planen, diese neue Einrichtung zu nutzen, um das eigens für diesen Einsatzfall entwickelte extrem große Fisher Regelventil unter den reellen, extrem kritischen Einsatzbedigungen zu überprüfen.

Beeindruckende Kapazitäten

Das „Flow Labor“ des Zentrums besitzt die Kapazitäten, um ein Oympia-Wettkampf-Schwimmbecken in gut acht Minuten oder einen Heißluft-Zeppelin in etwa 12 s zu füllen. Regelventile können bis zu einem Druck von 240 bar getestet werden; das Äquivalent der Kraft, die erfordrlich ist, um ein SUV auf der Fläche einer Briefmarke anzuheben. Darüber hinaus beherbergt das Zentrum einen 2.400 Quadratmeter großes Schall-Labor, in dem Emerson neue Geräte in Hinsicht auf Geräuschminimierung entwickeln und testen kann, bevor eine Kundenanlage gebaut wird.

Das Innovationszentrum ist in Marshalltown, Iowa, USA, angesiedelt, der Heimat von Fisher, seit 1992 Teil des Emerson Konzerns. Zum Bau wurden fast 900 t Prozessver-rohrung, mehr als 500 Meter Rohre mit Durchmessern bis zu einem Meter, sieben unterirdische Speichertanks, jeder über 46 Meter lang, sowie mehr als 3.400 Kubikmeter Beton benötigt.

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