Einwegkomponenten Einweg-Technologien werden für Biotech-Industrie wichtiger

Redakteur: Anke Geipel-Kern

Langsam aber sicher finden Einwegkomponenten ihren Weg in die biopharmazeutische Herstellung. Millipore rüstet sich für diesen Markt mit Akquisitionen und Neuentwicklungen.

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Mobius Flexready-Lösungen sind einsatzfertige Einweg-lösungen, die in kürzester Zeit den Wechsel auf unterschiedliche Chargengrößen, kürzere Prozesszeiten und Kampagnenänderungen ermöglichen. (Bilder: Millipore)
Mobius Flexready-Lösungen sind einsatzfertige Einweg-lösungen, die in kürzester Zeit den Wechsel auf unterschiedliche Chargengrößen, kürzere Prozesszeiten und Kampagnenänderungen ermöglichen. (Bilder: Millipore)
( Archiv: Vogel Business Media )

Noch dominiert in der Biotechnologie Edelstahl als bevorzugter Werkstoff, doch dies wird sich bald ändern, wenn es nach den Vorstellungen von Thomas Marx, Vertriebsleiter für die Bioprocess Division Europa bei Millipore geht. „ Mit innovativen technischen Konzepten hat Millipore Maßstäbe gesetzt und die Entwicklung seiner Märkte beeinflusst. Disposables stehen deswegen in unserer strategischen Planung ganz oben.“ Neben der eigenen Forschung und Entwicklung setzt das Unternehmen dabei auch auf die gezielte Akquisition neuer Technologien und Produkte.

„In den vergangenen Jahren haben wir dabei mehr neue Produkte in den Markt gebracht als je zuvor in vergleichbaren Zeiträumen“, nennt Marx erste Erfolge. Als wesentliche Meilensteine sieht er hier die Akquisitionen von Novaseptic AB im Jahr 2005 sowie von Newport Biosystems im Jahr 2006. Mit der Akquisition von Newport Biosystems erhielt Millipore Zugriff auf die Fertigung von Kunststofffilmen – aus der u.a. der High-Tech Pureflex-Film hervorgegangen ist – sowie die Fertigung von Bags.

Schritt für Schritt zum Ziel

Mobius Flexready-Lösungen von Millipore werden auf der Achema erstmals in Europa vorgestellt. Dabei handelt es sich um Standard-Plattform-Technologien für den Einsatz in den Bereichen Puffer- und Medienfiltration, Klärfiltration, Tangentialflussfiltration und Virusabtrennung. Hierbei werden vorkonfigurierte, auf die jeweilige Technologie optimierte Disposable-Flow-paths in automatisierten Systemen als Komplettlösungen angeboten. Das Konzept wird durch umfangreiche Dokumentation, Dienstleistungen und Anwendungsunterstützung komplettiert.

Damit ist man jedoch noch nicht am Ende, wie Marx betont: „Wir arbeiten daran, unser Portfolio im Bereich der Einmalkomponenten auszubauen, um anschließend daraus und basierend auf dem umfangreichen Wissen und der profunden Kenntnis über die Anwendungen unserer Kunden sinnvolle und wirtschaftlich attraktive technische Lösungen zu erarbeiten.“ Eine ganze Reihe an Komponenten steht dem Anwender zur Verfügung. „Wir können somit dem Kunden gerade im Bereich Qualifizierung und Validierung einer Einweglösung die Gewährleistung aus einer Hand bieten.“

Wichtige Komponenten sind dabei die Konnektoren Lynx ST und Lynx S2S, die heute einmalige Möglichkeit einer Sterile-to-Sterile-Verbindung auch im nicht sterilen Umfeld bieten. Eine relativ neue Produktlinie stellen die Disposable-Mobius-Mixer dar. Hier konnte das Unternehmen erheblich von der Kompetenz im Bereich Rheologie profitieren, die aus dem Zukauf von Novaseptic resultiert. Die Produktlinie umfasst Single-use-Mixer von 100 bis 500 Liter sowie ein umfangreiches Dienstleistungsangebot. Marx sieht zwar mittelfristig einen breiten Einsatz bei großtechnischen Produktionen noch nicht, aber attraktiv ist der Markt auf jeden Fall: Das aktuelle Marktpotenzial schätzt er auf 250 bis 300 Millionen US-Dollar und für die nächsten Jahre erwartet das Unternehmen ein durchschnittliches Wachstum in der Größenordnung von etwa 20 Prozent.

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