Versorgungssicherheit Einkäufermangel ist ein potenzielles Risiko für deutsche Pharmaunternehmen

Redakteur: Jon Augestad

Die Gewährleistung der Versorgungssicherheit wird für immer mehr Pharmaunternehmen zum Problem. Die Zulieferer sind oft nicht mehr in der Lage ihre Lieferverpflichtungen zu erfüllen - Grund ist die Marktlage.

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Schwankende Rohstoffpreise und Lizenzgebühren bedeuten zusätzlich neue Herausforderungen für die Einkaufsabteilungen der Pharmaunternehmen; Bild: PROCESS
Schwankende Rohstoffpreise und Lizenzgebühren bedeuten zusätzlich neue Herausforderungen für die Einkaufsabteilungen der Pharmaunternehmen; Bild: PROCESS
( Archiv: Vogel Business Media )

Bonn – Eine Gewährleistung der Versorgungssicherheit wird für immer mehr Pharmaunternehmen zunehmend problematisch. Zulieferer sind aufgrund der Marktlage oft nicht mehr in der Lage ihre Lieferverpflichtungen zu erfüllen. Dies resultiert aus schwankenden Rohstoffpreise und Lizenzgebühren, die zusätzlich neue Herausforderungen für die Einkaufsabteilungen der Pharmaunternehmen bedeuten. Die Lösung soll in einem strategischen, intelligenten Einkaufsmanagement bestehen, welches mit genügend qualifizierten Einkaufsmitarbeitern bewältigt werden kann. Die Veränderungen im Wettbewerbsumfeld, den Technologien und Märkten zeigen ihre Auswirkungen, dessen Betroffene insbesondere die Mitarbeiter sind. Globalisierung, Verantwortung für die Supply Chain und Outsourcing sind Herausforderungen, die sich auch in den neuen Anforderungsprofilen der Einkäufer niederschlagen. In der neuen Studie „QUEST – Perspektiven strategischer Qualifizierung im Einkauf und in der Supply Chain“ werden die künftigen Anforderungen des Einkaufs und die vorhandenen Qualifikationen der Mitarbeiter gegenübergestellt.

Ernst zu nehmendes Unternehmensrisiko

Die befragten Procurement und HR Manager sehen den künftigen Mangel an qualifizierten Einkäufern als ernst zu nehmendes Unternehmensrisiko. Strategisches und intelligentes Einkaufsmanagement ist gefordert, um einerseits Rentabilität des Unternehmens und andererseits Medikamentenversorgung auf dem Arzneimittelmarkt sicherzustellen. Der neue Stellenwert des Einkaufs innerhalb der Supply Chain verlangt nach entsprechend qualifizierten Mitarbeitern. Innovationsorientiertes Lieferantenmanagement durch qualifizierte Einkäufer ermöglicht gerade in der forschungsintensiven Pharmabranche eine Verkürzung der Entwicklungszeit von Arzneimitteln. Das bedeutet niedrigere Forschungsaufwendungen und eine schnellere Markteinführung mit positiven Auswirkungen auf das Unternehmensergebnis.

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Einkäuferqualifizierung auf der Risk Management-Agenda

Zwei Drittel der befragten Pharmamanager halten vor diesem Hintergrund einen Mangel an qualifizierten Einkäufern in den nächsten Jahren als wahrscheinlich, ein Drittel als äußerst wahrscheinlich. Daraus ergibt sich ein nicht zu unterschätzendes Schadenspotenzial. Ohne geeignete Qualifizierungsmaßnahmen wird auch branchenübergreifend die Hälfte der vorhandenen Mitarbeiter in den Einkaufsabteilungen den Anforderungen nicht mehr gewachsen sein.

Abgestimmte Qualifizierungsmaßnahmen gefordert

Auf die spezifischen Bedürfnisse des Einkaufs abgestimmte Qualifizierungsmaßnahmen sind gefordert, um die Mitarbeiter in den Einkaufsabteilungen fit für die Herausforderungen zu machen. Umfassende Qualifizierungsprogramme, die sowohl einkaufsspezifische als auch Führungskompetenzen vermitteln, fehlen. Das schlägt sich nicht zuletzt in den geringen Weiterbildungsbudgets pro Einkaufsmitarbeiter nieder. Im branchenübergreifenden Vergleich dazu liegt das Qualifizierungsbudget für Mitarbeiter im Vertrieb neunmal höher. Selbst die Budgets von Logistik und Produktion liegen noch annähernd sechsmal so hoch.

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