Durchflussmessung Einfache zuverlässige Durchflussmesstechnik für Hilfskreisläufe

Autor / Redakteur: Kai Weltin * / Matthias Back

Bei Messen des Durchflusses in industriellen Hilfskreisläufen bieten moderne elektrische Messprinzipien wie die Produkte von Endress+Hauser entscheidende Vorteile.

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Der T-Mass 150 von Endress+Hauser bietet einfache Nachrüstung und Montage bei vielen Anwendungsmöglichkeiten in Hilfskreisläufen.
Der T-Mass 150 von Endress+Hauser bietet einfache Nachrüstung und Montage bei vielen Anwendungsmöglichkeiten in Hilfskreisläufen.
(Bild: E+H / Stephan Schöenberger)

Kostendruck und eine effizientere Prozesssteuerung verlangen nach mehr Informationen aus allen Anlagenbereichen, auch industriellen Hilfskreisläufen. Bislang werden in diesen Bereichen vielfach mechanische Systeme verwendet oder es sind noch keine Messgeräte vorhanden.Die Praxis zeigt, dass mechanische Systeme einen höheren Wartungsaufwand, etwa durch Verschleiß an Lagern, verursachen. Die Gefahr von Verblockung durch Schmutzanteile kann schnell zum Anlagenstillstand führen. An dieser Stelle setzen die modernen elektrischen Durchflussmessprinzipien von Endress+Hauser an und bieten entscheidende Vorteile.

Diese Methoden nutzen zur Mengenerfassung unterschiedliche physikalische Eigenschaften der Messstoffe. Dafür sind aber keine mechanisch bewegten Teile mit Lagerungen oder drehende Teile notwendig. Somit entfällt der Verschleiß an den Messgeräten.

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Eine robuste Konstruktion und die Möglichkeit für jede Anwendung das passende Messprinzip verfügbar zu haben, bietet eine hohe Prozessstabilität und eine langfristig zuverlässige Durchflussmessung. Endress+Hauser hat in diesem Jahr mit neuen Produkten und Funktionen das verfügbare Portfolio für die Messung von Flüssigkeit, Gas und Dampf nochmals erweitert.

Einfache Überwachung von Flüssigkeiten

Der neue T-Mass T 150 arbeitet nach dem thermischen Massemessprinzip. Dabei wird am Sensor durch das vorbeiströmende Medium Wärmeenergie abgetragen. Je höher der Abtrag, desto mehr fließt durch die Rohrleitung. Weiterhin wird die aktuelle Mediumstemperatur als Referenz gemessen und beim Wärmeabtrag berücksichtigt. Durch Einbeziehen der Rohrdaten kann der T-Mass T 150 Durchflüsse in Volumen und Masse sowie die Temperatur, ausgeben.

Das thermische Durchfluss-Messprinzip

Aufgrund des geringen Platzbedarfs der Sensorik ist der T-Mass T 150 als eine Einsteckvariante ausgeführt. Das erleichtert den Einbau oder die Nachrüstung in ein Rohrleitungssystem erheblich. Es muss keine Leitung aufgetrennt und mit zusätzlichen Flanschen versehen werden. Die Einsteckvariante kann über einen angebrachten Schweißstutzen einfach in die Rohrleitung montiert werden. Die ideale Messposition wird dann über eine angebrachte Skalierung am Schaft des Sensors eingestellt. Somit können Rohrleitungsnennweiten von DN40 bis DN1000 abgedeckt werden.

Der neu entwickelte Sensor ist zum Überwachen, Messen und Regeln von Flüssigkeiten entstanden. Neben allen Wasserkreisläufen, eignet sich der T-Mass T 150 speziell für Anwendungen in nicht leitfähige Flüssigkeiten, wo der Einsatz eines magnetisch induktiven Durchflussmessgerätes deshalb nicht möglich ist. Aber auch bei großen Nennweiten stellt das neue Messgerät eine kostengünstige Alternative dar. Mögliche Einsatzmöglichkeiten sind beispielsweise in Kühlkreisläufen, die Pumpen- und Grenzwertüberwachung, eine Leckagen Erkennung in Versorgungsnetzen und vieles mehr. Das thermische Durchflussmessprinzip bietet viele Möglichkeiten, und dies nicht nur in Flüssigkeiten.

Der Druckluftspezialist

Auch beim Messen von Gasen bietet das thermische Messprinzip wichtige Vorteile. Aufgrund der direkten Masse-Messung ist eine Kompensation von Druck- und Temperatureinflüssen nicht erforderlich. Der neue T-Mass A/B 150 erfasst die Gasmasse und kann direkt das Normvolumen berechnen. Dabei ist der T-Mass A/B 150 ist ein besonders kostengünstiges Gerät der T-Mass-Familie zum Erfassen von Druckluft und den technischen Gasen Stickstoff, CO2 und Argon.

Das Thermische Messprinzip des T-Mass A/B 150 bietet ohne zusätzlichen Druckverlust und ohne bewegte Teile ein robustes und universell einsetzbar Messsystem. Langzeitstabile Sensoren generieren dauerhafte Betriebssicherheit. Das Aluminium Druckgussgehäuse trotz auch widrigen Umgebungsbedingungen. Eine Gerätevoreinstellung ab Werk sowie eine Parametrierung direkt am Gerät oder über Software ermöglicht eine einfachste Inbetriebnahme. Der integrierte Gasrechner „Gas Engine“ im Gerät ermöglicht den Einsatz in allen vier Gasen. Dabei ist die Auswahl jederzeit veränderbar.

Die Anwendungsgebiete des Proline T-Mass 150 liegen besonders in der Erfassung von Teilverbrauchern oder auch „Submetering“ in Druckluftnetzen. Gute Genauigkeit und hohe Reproduzierbarkeit erlaubt eine sichere Zuordnung der Verbräuche auf die einzelnen Kostenstellen bei geringen Gerätekosten. Proline T-Mass 150 vereint die Vorteile der zuverlässigen thermischen Gasmessung mit den Anforderungen des modernen Energiemonitorings an Genauigkeit, Gerätekosten und Robustheit.

Das zuverlässige Multitalent

Neben Druckluft ist vor allem Dampf ein wichtiger Energieträger in industriellen Prozessen, der im Rahmen des Energiemonitorings im Fokus der Betreiber steht. Für die hochgenaue und zuverlässige Erfassung von Dampf bietet jetzt der Prowirl 200 als ein sehr bewährtes Messprinzip neue innovative Lösungen an.

Seit 30 Jahren bietet Endress+Hauser das Wirbelzähler-Durchflussprinzip an. Ursprünglich als alternative Gasmengenmessung zum Wirkdruckmessprinzip vorgesehen, ist das Messprinzip vielseitiger bei Flüssigkeiten, Gas und Dampf einsetzbar. Grundlage ist der physikalische Effekt, dass sich hinter einem Hindernis abwechselnd Wirbel bilden und diese mit einem Sensor gemessen werden können. Der Endress+Hauser Wirbelzähler Prowirl hat sich seither in vielen Anwendungen beispielsweise in Dampf, Erdgas, Druckluft, Stickstoff, VE-Wasser und Thermoölen etabliert.

Das Wirbelzähler-Durchfluss-Messprinzip

Der Prowirl 200 gehört zur neuen Generation der Wirbelzähler. Durch erweiterte Funktionen entwickelt sich der Prowirl zu einem wahren Multitalent für viele Einsatzmöglichkeiten. Daneben bleiben aber bewährte Elemente, wie beispielsweise der robuste kapazitive Wirbelsensor, erhalten und tragen zu einer langzeitstabilen und zuverlässigen Messung bei.

Zu den Neuheiten gehört eine Stromeingangsfunktion, wodurch über ein 4 mA bis 20 mA Signal der Prozessdruck eingelesen werden kann und damit vollkompensierte Messungen von Masse-, Normvolumen- und Energieströmen im Durchflussmessgerät möglich sind. Der integrierte Durchflussrechner arbeitet mit aktuellsten internationalen Berechnungsstandards, wodurch höchste Messgenauigkeit und Vergleichbarkeit der Messergebnisse gegeben ist.

Neue Korrekturfunktion für kurze Einlaufstrecken

In der Praxis sind aber oft Platzprobleme ein Grund dafür warum die notwendigen Beruhigungstrecken für die spezifizierte Messgenauigkeit nicht eingehalten werden. Hier bietet das Flanschgerät Prowirl F 200 eine neue Korrekturfunktion für kurze Einlaufstrecken. Diese kann bei vielen Formen von Rohrleitungsbögen den Einfluss auf das Strömungsprofil des Mediums korrigieren. Es erlaubt die notwendigen Beruhigungsstrecken auf zehnfache Nennweite bei einer spezifizierten Messgenauigkeit zu reduzieren. Die bisherige Alternative, die Beruhigungsstrecke durch einen Strömungsggleichrichter zu reduzieren, kann nun entfallen. Dies erspart zudem die Montage zusätzlicher Flansche für den Einbau des Strömungsgleichrichters.

Für Dampfmengenmessungen bietet der Prowirl F 200 noch eine besondere Neuheit: eine weltweit einzigartige Nassdampffunktion, die am Dampfprüfstand von Endress+Hauser entwickelt wurde. Der Prowirl 200 misst anhand des Sensorsignals das Vorhandensein von Kondensat in der Dampfleitung. Damit lässt sich eine Aussage über die Dampfqualität treffen. Zwei resultierende Probleme lassen sich damit beheben. Einmal werden Zustände erkannt, die zu sogenannten Dampfschlägen führen können. Zum anderen bedeutet viel Kondensat in der Rohrleitung einen Energieverlust und somit auf Geldverlust in der Anlage. Der Prowirl 200 kann durch seine Nassdampffunktionen die Sicherheit, Verfügbarkeit und Effizienz einer Dampfanlage beitragen.

Die neuen Durchflussprodukte von Endress+Hauser erlauben eine leichte und zeitsparende Handhabung bei einer stabilen und zuverlässigen Messfunktion in allen industriellen Hilfskreisläufen. (jv)

* Kai Weltin ist Produktmanager Durchflussmesstechnik bei Endress+Hauser in Weil am Rhein.

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