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Chemical Injection Modul Ein Koloss auf hoher See: Lewa fertigt riesiges Modul zur Injektion von Chemikalien

| Redakteur: Dipl.-Medienwirt (FH) Matthias Back

Mit beeindruckenden Zahlen hat Pumpenhersteller Lewa das in seiner Geschichte größte Chemical-Injection-Modul in Singapur hergestellt: Etwa 714 t wiegt das Monster, betrieben wird es bei einem maximalen Druck von 385 bar.

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Das Modul wird speziell auf Offshore-Förderschiffen, sogenannten FPSOs eingesetzt.
Das Modul wird speziell auf Offshore-Förderschiffen, sogenannten FPSOs eingesetzt.
(Bild: Lewa)

Der Vielzahl von Anforderungen entsprechend fertigte und installierte der Pumpenhersteller und Systemintegrator Lewa (durch seine Tochtergesellschaft in Singapur, LEWA-Nikkiso Singapore Pte) kürzlich das in der Auftragsgeschichte bisher größte Chemical-Injection-Modul auf einem brasilianischen FPSO ( Floating Production Storage and Offloading Unit; ein Schiff, dass für die Offshore-Gewinnung von Erdöl oder Erdgas eingesetzt wird) vor der Küste von Singapur.

Beeindruckende Ausmaße

Mit Abmessungen von 21,3 x 20 x 10 m und einem geschätzten Gewicht von 714 t übertrifft das Modul die beiden anderen, die die Lewa-Gruppe seit 2010 für den EPC angefertigt hat. Insgesamt sind in dem Modul, das bei einem maximalen Druck von 385 bar betrieben werden kann und aus drei Ebenen besteht, 2700 m Rohrleitungen verbaut.

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Über 40 Lewa Membran- und Prozesspumpen nach API 675-Standard sowie 40 IRCDs zur weiteren Regelung der Einspritzmengen sind die wesentlichen Komponenten. Diese befinden sich auf Ebene 1. Auf Ebene 2 stehen 18 Tanks aus rostfreiem Stahl mit einem Volumen von 210 m³ und ein GFK-Tank mit einem Volumen von 5 m³. Die dritte Ebene ist eine Plattform mit 27 einzelnen Tote-Tanks für Chemikalien, die durch eine spezielle Gummiisolierung gegen Funkenbildung geschützt sind.

Korrosionsschutz inklusive

Bei der Auslegung des gigantischen Moduls musste eine Vielzahl technischer Standards und Anforderungen berücksichtigt werden. So wurden die Pumpen und Rohrleitungen, um stark korrosiven Chemikalien standzuhalten, aus speziellen Titan-Materialien gefertigt; die Lager-Tanks aus Faserverbundwerkstoff sind gemäß AMSE-RTP-1-Standard ausgeführt.

Die Anforderungen für das Handling der Komponenten konnten durch die Installation von zehn Einschienen-Hängebahnen mit einer Traglast von je 0,5 t und einem Davit für ein Gewicht von einer Tonne erfüllt werden. Das gesamte Equipment für die neun- und siebenköpfigen Pumpensysteme musste außerdem auf engstem Raum untergebracht werden. Die Anordnung sollte dabei nicht nur kompakt, sondern zugleich ergonomisch zu bedienen sein, sodass kein Gesundheitsrisiko besteht und der Betreiber jede beliebige Komponente innerhalb eines Radius von 30 cm erreichen kann.

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