Worldwide China Indien

Länderreport Russland

Ein gutes Jahr für Russlands Chemiebranche

| Redakteur: Marion Henig

Russlands Chemiebranche ist im Aufwind. (Bild: Wikipedia)
Bildergalerie: 5 Bilder
Russlands Chemiebranche ist im Aufwind. (Bild: Wikipedia)

Großprojekte in der Petrochemie, neue Kunststoffkapazitäten und ausgezeichnete Wachstumsprognosen für den Arzneimittelmarkt - Russlands Chemieindustrie hat sich 2010 von der Krise erholt. Die Produktion im chemischen Sektor ist 2010 im Vergleich zum Vorjahr um 14,6 Prozent gewachsen. Und 2011 dürfte ebenfalls ein gutes Jahr werden.

Moskau – Die Abnehmerbranchen für chemische Produkte in Russland sind wieder im Aufwind. So hat die Automobilindustrie 2010 um 30 Prozent zugelegt, und auch die Verpackungsmittelindustrie profitiert vom Aufschwung. Selbst die Bauwirtschaft soll 2011 endlich wieder anziehen.

Preisfestsetzung für Arzneimittel

Die Umsätze mit Pharmazeutika könnten 2011 wieder zweistellig zunehmen. 2010 hatte der russische Pharmamarkt noch das langsamste Wachstum seit zehn Jahren verzeichnet. Die Umsätze stiegen um 6 Prozent auf 654 Milliarden Rubel (Rbl; Devisenkurs am 21.4.2011: 1 Euro = 40,4 Rbl), nach einem Zuwachs von 18 Prozent im Jahr zuvor. Ursächlich für die Wachstumsabschwächung waren vor allem die staatlichen Eingriffe bei der Preisfestsetzung für Arzneimittel. Seit April 2010 gelten Obergrenzen für sogenannte lebenswichtige Medikamente, auf die etwa ein Drittel der Apothekenverkäufe entfallen. Die Arzneimittelpreise sind deshalb im Vorjahr durchschnittlich um 2 bis 4 Prozent gesunken.

Pro-Kopf-Verbrauch steigt auf 60 Kilogramm Kunststoff

Den Anbietern von Kunststoffen kommt der steigende Pro-Kopf-Verbrauch ihrer Produkte zugute. Laut dem Industrie- und Handelsministerium dürfte sich dieser in Russland bis 2030 auf jährlich 60 kg verdreifachen. Auch die Nachfrage nach Kautschuk soll in 20 Jahren von heute 3,1 kg auf 3,5 kg pro Einwohner steigen. Russlands Markt für Kosmetika ist 2010 nach Angaben der Marktforschungsagentur Discovery Research Group um über 10 Prozent auf ein Volumen von rund 11 Milliarden Dollar gewachsen. Etwa ein Fünftel des Marktes (2,15 Milliarden Dollar) entfällt auf Parfüms (+7,5 Prozent gegenüber 2009). Das Marktvolumen bei Haushaltschemikalien belief sich der Agentur zufolge 2009 auf knapp über 5 Milliarden Dollar. Der wichtigste Bereich, Waschmittel, verzeichnete 2010 einen deutlichen Aufschwung. Laut Peter Günther, Präsident von Henkel Russland, liegt der Pro-Kopf-Verbrauch an Waschmitteln erst bei 17 Euro im Jahr. In Westeuropa sind es über 40 Euro.

Der Markt für Farben und Lacke hat 2010 wieder das Vorkrisenniveau erreicht. Insgesamt wurden 1,17 Millionen Tonnen verbraucht, das waren 12 Prozent mehr als 2009. Damit lag der Durchschnittsverbrauch pro Bürger bei 8,3 kg - rund 15 Prozent mehr als im Vorjahr.

Kommentare werden geladen....

Kommentar zu diesem Artikel abgeben

Der Kommentar wird durch einen Redakteur geprüft und in Kürze freigeschaltet.

  1. Avatar
    Avatar
    Bearbeitet von am
    Bearbeitet von am
    1. Avatar
      Avatar
      Bearbeitet von am
      Bearbeitet von am

Kommentare werden geladen....

Kommentar melden

Melden Sie diesen Kommentar, wenn dieser nicht den Richtlinien entspricht.

Kommentar Freigeben

Der untenstehende Text wird an den Kommentator gesendet, falls dieser eine Email-hinterlegt hat.

Freigabe entfernen

Der untenstehende Text wird an den Kommentator gesendet, falls dieser eine Email-hinterlegt hat.

copyright

Dieser Beitrag ist urheberrechtlich geschützt. Sie wollen ihn für Ihre Zwecke verwenden? Infos finden Sie unter www.mycontentfactory.de (ID: 28573930 / Engineering)