Industriepark Höchst Ein Grund zu feiern – 150 Jahre Industriepark Höchst

Redakteur: Wolfgang Ernhofer

Das 150-jährige Jubiläum des Industrieparks Höchst schafft eine Verbindung zwischen der langen Erfolgs-Geschichte des Industriestandortes und der Zukunft, die von den mehr als 90 Unternehmen im Industriepark in vielerlei Hinsicht gestaltet wird.

Firmen zum Thema

Zum Festakt im Rahmen des Jubiläums „150 Jahre Menschen. Standort. Werte“ konnten die Vertreter der Standortgesellschaften der im Industriepark Höchst ansässigen Unternehmen auch den hessischen Finanzminister Thomas Schäfer (1.v.r.), und den Frankfurter Wirtschaftsdezernenten Markus Frank (2.v.r.) begrüßen. Festredner war Dr. Hariolf Kottmann, CEO Clariant International Ltd. (1.v.l.).
Zum Festakt im Rahmen des Jubiläums „150 Jahre Menschen. Standort. Werte“ konnten die Vertreter der Standortgesellschaften der im Industriepark Höchst ansässigen Unternehmen auch den hessischen Finanzminister Thomas Schäfer (1.v.r.), und den Frankfurter Wirtschaftsdezernenten Markus Frank (2.v.r.) begrüßen. Festredner war Dr. Hariolf Kottmann, CEO Clariant International Ltd. (1.v.l.).
(Bild: Infraserv Höchst)

Frankfurt am Main – Der Jubiläums-Festakt als einer der Höhepunkte im Jubiläumsjahr, das unter dem Motto „150 Jahre Menschen. Standort. Werte.“ steht, brachte den mehr als 180 geladenen Gästen die Kombination von Geschichte, Gegenwart und Zukunft auf besonders anschauliche Weise nahe: Vom Fototermin mit historischen Figuren aus der Industriepark-Geschichte und dem festlichen Ambiente in der über 100 Jahre alten „Färberei“, in der die Veranstaltung stattfand, über Live-Schaltungen in einige Produktionsbetriebe des Standortes bis hin zu dem Ausblick, den Dr. Hariolf Kottmann, CEO Clariant, als Festredner gab und der feierlichen Enthüllung der „Zukunfts-Wand“ gab es viele Elemente, die deutlich machten: Der Industriepark Höchst ist nicht zuletzt aufgrund seiner langen, erfolgreichen Tradition ein Industriestandort voller Zukunftsperspektiven und Dynamik.

Bildergalerie
Bildergalerie mit 23 Bildern

Innovationskraft als Stärke des Standortes

Die Erfolgsgeschichte des Industrieparks Höchst basiert auch auf der Fähigkeit, sich immer wieder neuen Herausforderungen zu stellen. „Die chemische Industrie hat sich immer wieder neu erfinden müssen, um die Folgen des Fortschritts bewerkstelligen zu können, den sie selbst maßgeblich mit bewirkt hat“, sagte Kottmann in seiner Festrede. Die Innovationskraft war und ist daher eine wesentliche Stärke des Standortes. So wurde bereits im Gründungsjahr der „Theerfarbenfabrik Meister Lucius & Co.“ die Konzession für ein Forschungslabor beantragt, und bis heute investieren die Standortgesellschaften beachtliche Summen in die Bereiche Forschung und Entwicklung.

Großer Beitrag zur industriellen Wertschöpfung der Region

Der Erfolg des Standortes begründet sich nach den Worten von Kottmann nicht zuletzt auf Persönlichkeiten, von denen die Entwicklung mit wissenschaftlicher Expertise, unternehmerischem Weitblick und sozialer Kompetenz gesteuert wurde. Auch die ausgezeichnete Infrastruktur und die geographische Lage tragen seit jeher wesentlich zur Attraktivität des Industrieparks bei.

Kottmann sprach auch von einer „Wertschätzung, die über das Finanzielle hinausgeht“, und erwähnte in diesem Zusammenhang den intensiven Dialog des Standortes mit den Nachbarn und das vielfältige Engagement im Umfeld. Mit dem Blick auf die stolzen Investitionszahlen der letzten zwölf Jahre, in denen die Unternehmen rund 5,5 Milliarden Euro am Standort investierten, verdeutlichte er den großen Beitrag des Industrieparks für die industrielle Wertschöpfung der Region. „Der Industriepark Höchst hat trotz der zum Teil dramatischen Veränderungen sein Wertschöpfungspotenzial kontinuierlich ausbauen können, was in erster Linie den hier und im Umfeld tätigen Menschen zu danken ist“.

„Hessen ist stolz auf diesen Standort“

Für den hessischen Finanzminister Dr. Thomas Schäfer ist der Industriepark Höchst ein Paradebeispiel dafür, wie sich ein erfolgreicher Standort immer wieder aufs Neue an Marktanforderungen und geänderte Rahmenbedingungen anpasst. „Hessen ist stolz auf diesen Standort, der zu den führenden Forschungs- und Produktionsstandorten der Chemie- und Pharmaindustrie in Europa gehört“, so Schäfer.

Markus Frank, Wirtschaftsdezernent der Stadt Frankfurt am Main, betonte, dass die wirtschaftliche Entwicklung von Höchst in den letzten 150 Jahren ein wichtiger Faktor dafür gewesen sei, dass sich die Stadt Frankfurt am Main heute als erfolgreiche und internationale Metropole präsentiert. „Die chemisch-pharmazeutische Industrie trägt auch heute ganz wesentlich zur wirtschaftlichen Identität der Stadt bei.“

Michael Vassiliadis, Vorsitzender der Industriegewerkschaft Bergbau Chemie Energie (IG BCE), nannte den Industriepark Höchst eine „erstklassige Adresse der Weltchemie“. Er hob die Bedeutung gut ausgebildeter Mitarbeiter für den Erfolg der Industriepark-Unternehmen hervor und dankte den Firmen für ihr Engagement bei der Qualifizierung junger Menschen.

Live-Schaltungen in Labore und Produktionsanlagen

Neben der Vergangenheit und der Zukunft des Industrieparks spielte auch die Gegenwart eine wichtige Rolle. Durch Einspielfilme und Live-Schaltungen konnten die Besucher einen Blick in die Messwarte eines Produktionsbetriebes von Lyondell Basell werfen, in dem Kunststoffe für viele Alltagsanwendungen hergestellt werden.

Bildergalerie
Bildergalerie mit 23 Bildern

Auch in den Sunett-Betrieb von Nutrinova, dem Lebensmittelzusatzgeschäft von Celanese, wurde live geschaltet – hier wird Süßstoff produziert. Bei einem Blick in einen Produktionsbetrieb von Kuraray, erfuhren die Gäste, wie dort technische Kunststoffe hergestellt werden. Auch die „Dampfmacher“ des Industrieparks waren live zu sehen: Die Mitarbeiter des Kraftwerks von Infraserv Höchst sorgen dafür, dass den produzierenden Unternehmen im Industriepark ausreichend Prozessdampf und Energie zur Verfügung steht. Dass die Energieerzeugung dabei besonders effizient und somit auch umweltfreundlich erfolgt, weil natürliche Ressourcen wie fossile Brennstoffe sehr sorgsam eingesetzt werden, gehört zu den Vorzügen des Industriepark-Konzeptes.

Zu sehen waren auch kurze Filmeinspieler, unter anderem von der Baustelle der neuen Membranelektrolyse der Firma Firma Akzo Nobel, die in eine hochmoderne neue Produktionsanlage für eine nachhaltige Zukunft investiert, oder aus der Abfüllanlage von Firma Bayer Crop Science, die im Industriepark Pflanzenschutzmittel zur Unterstützung einer nachhaltigen, modernen Landwirtschaft entwickelt und produziert.

Das größte Unternehmen am Standort ist das Gesundheitsunternehmen Sanofi, das mit rund 7000 Mitarbeitern im Industriepark Höchst Forschung, Entwicklung und Produktion betreibt und unter anderem die Insulin-Produktion sowie die Herstellung der Insulin-Pens am Standort konzentriert hat.

150 Plätze für junge „Industriepark-Forscher“

Was wünschen Sie sich für die Zukunft des Industrieparks? Alle Besucher der von Kristin Otto moderierten Veranstaltung hatten Gelegenheit, sich mit ihren Wünschen für den Standort an einer Zukunftswand zu verewigen. Und weil die Zukunft des Industrieparks ganz wesentlich von künftigen Forschergenerationen abhängig ist, war auch eine Aktion für den Nachwuchs Bestandteil des Festaktes: Die Standortbetreibergesellschaft Infraserv Höchst stellt stellvertretend für alle Unternehmen im Industriepark Höchst das Budget für das Programm „Junge Industriepark-Forscher“ zur Verfügung, bei dem Kinder im Alter zwischen sechs und zwölf Jahren die faszinierende Welt der Naturwissenschaften kennenlernen können. Die Zahl der Teilnehmerplätze im 150. Jubiläumsjahr: Natürlich 150. Ein weiterer Baustein für eine erfolgreiche Weiterentwicklung des Industrieparks Höchst.

(ID:39644960)