Der Brexit und die Chemie Ein „fatales Signal“ – Der Brexit und die Chemie…

Redakteur: Dominik Stephan

Ein 18,5-Milliarden-Euro-Markt am Scheideweg: Sollte Großbritannien aus der EU ausscheiden, wären die Folgen auch für die Chemie-Industrie dramatisch – ganz besonders für die britische…

Firmen zum Thema

Großbritannien ist ein wichtiger Handelspartner und einer der größten Märkte in der EU für die chemisch-pharmazeutische Industrie in Deutschland. Exakt 7,3 % der Ausfuhren von Chemieprodukten gehen dorthin.
Großbritannien ist ein wichtiger Handelspartner und einer der größten Märkte in der EU für die chemisch-pharmazeutische Industrie in Deutschland. Exakt 7,3 % der Ausfuhren von Chemieprodukten gehen dorthin.
(Bild: VCI)

Großbritannien ist ein wichtiger Handelspartner und einer der größten Märkte in der EU für die chemisch-pharmazeutische Industrie in Deutschland – 2015 gingen 7,3 % der deutschen Chemikalienexporte auf die Insel. Das entspricht einem Wert von 12,9 Milliarden Euro. Doch jetzt steht dieser Markt auf der Kippe: Sollten sich die Briten beim Referendum am 23. Juni für einen Austritt ihres Landes aus der EU entscheiden, wären die Folgen auf beiden Seiten des Ärmelkanals erheblich.

“Gerade jetzt, wo sich die Konjunktur in Europa zaghaft erholt, wäre ein Austritt ein schlechtes Signal für die weitere wirtschaftliche Entwicklung“, erklärte der Präsident des Verbands der Chemischen Industrie VCI, Marijn Dekkers.

Es geht um Milliarden: Europa exportiert jedes Jahr Chemikalien im Wert von gut 18,5 Milliarden Euro in das vereinigte Königreich. Den Löwenanteil, nämlich 12,9 Milliarden Euro, machen die deutschen Chemieexporte aus. Kein Wunder, dass der Branchenverband die Alarmglocke läutet: „Wir hoffen, dass die Bürger in Großbritannien mit deutlicher Mehrheit für einen Verbleib in der EU stimmen“, so VCI-Chef Dekkers.

Ins eigene Fleisch? Negative Effekte in GB am stärksten

Die stärksten negativen wirtschaftlichen Effekte eines Brexit hätten aus Sicht des VCI die Briten selbst zu tragen. Aber der Ausstieg zöge auch in den übrigen EU-Staaten Einbußen beim Bruttoinlandsprodukt und einen Rückgang der Exporte nach sich – insbesondere bei den traditionell export-orientierten deutschen Unternehmen.

Auch grenzüberschreitende Investitionen würden wahrscheinlich beeinträchtigt. Die wahrscheinliche Abwertung des britischen Pfund und die mit den Austrittsverhandlungen verbundene Unsicherheit würden deutsche Investoren dazu bewegen, ihr Engagement in Großbritannien zu überdenken und gegebenenfalls Kapital abzuziehen. Auch die durch einen Austritt ausgelösten Verwerfungen auf den Finanzmärkten ließen sich nur schwer quantifizieren.

(ID:44107446)