ACHEMA-Trendbericht Prozessautomatisierung Effizienzsteigerungen im Blick der Prozessautomatisierung

Redakteur: Dr. Jörg Kempf

Wireless-Technologien, Ethernet und Asset Management-Systeme – die Prozessautomatisierung musste sich in den vergangenen Jahren mit einer ganzen Reihe an neuen Technologien auseinandersetzen. Die reibungslose Integration dieser Technologien in die bestehende installierte Basis gehört dabei zu den größten Herausforderungen. Darüber hinaus ist die Automatisierungstechnik weiterhin gefragter Partner, wenn es um die Effizienzsteigerung von Prozessen geht.

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( Bild: Emerson Process Management )

Ob intelligente Regelstrategie oder Online-Analyse – mit automatisierungstechnischen Mitteln lässt sich der Verbrauch von Rohstoffen und Energie optimal steuern. Von den Turbulenzen der aktuellen Wirtschaftskrise nicht so stark betroffen, zeigen sich die deutschen Automatisierungsunternehmen verhalten optimistisch. Mit einem Umsatzplus von fast elf Prozent auf über 42,8 Milliarden Euro im Jahr 2007 und einem steigenden Umsatz in den ersten drei Quartalen 2008 spricht nach den Angaben des ZVEI (Zentralverband Elektrotechnik- und Elektronikindustrie e. V.) vieles dafür, dass auch für das Gesamtjahr 2008 ein gutes Wachstum von fünf bis sechs Prozent erreicht wurde. Von diesem Gesamtumsatz der deutschen Automatisierungsunternehmen im Jahr 2007 realisierte die deutsche Prozessautomatisierung einen Umsatz von 15,4 Milliarden Euro. Weltweit umfasst der Markt für Prozessautomatisierung 67 Milliarden Euro. Wichtigste Produzenten sind die USA, Japan und Deutschland.

Auch für das Jahr 2009 geben sich die Automatisierungsexperten vorsichtig optimistisch. So soll die deutsche Prozessautomatisierung mit vier bis fünf Prozent wachsen. Rund um den Globus erfolgt ebenfalls weiteres Wachstum. Mit an der Spitze liegen nach wie vor China, Indien und Russland; den ersten Platz beim Wachstum hat aber jetzt der Mittlere Osten übernommen. Innerhalb Europas zeigte Deutschland ein überdurchschnittliches Wachstum in der Prozessautomatisierung.

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Doch obwohl die Projektpipelines nach wie vor voll sind und viele der Kunden im Anlagenbau bereits Aufträge für die nächsten zwei, drei oder sogar mehr Jahre haben, bleiben Prognosen schwierig. Insgesamt erwartet der ZVEI nach wie vor eine gute Geschäftsentwicklung – außer in Japan und in den USA. Nach Angaben des ZVEI steht derzeit mit rund einem Viertel des Weltmarktes der petrochemische Markt (Erdöl- und Erdgasgewinnung sowie die Mineralölverarbeitung) an vorderster Stelle. So trieben die hohen Energie- und Rohstoffpreise zwar die Kosten in die Höhe, gleichzeitig sind die Branchen, die davon profitieren, jedoch gute Kunden der Prozessautomatisierung; sie erlebte deshalb in den vergangenen Jahren eine Sonderkonjunktur. Der Öl- und Gassektor entwickelte sich beispielsweise hervorragend, weil hier viele Investitionen in der klassischen Ölförderung, dem Upstream-Bereich, und der Modernisierung der Förderung getätigt wurden. Zudem werden derzeit verstärkt bisher unwirtschaftliche Öl- und Gasvorkommen erschlossen. Gleiches gilt für den Bereich Flüssiggas. In dieser Branche wird die Automatisierungstechnik für Pipelines, effiziente Raffinerien oder Flüssiggasterminals benötigt.

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