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Standards und Module im Anlagenbau Effizienz im Engineeringprozess erhöhen

| Redakteur: Anke Geipel-Kern

Welche Ansätze zur Modularisierung und Standardisierung gibt es im Anlagenbau? Welche Integrationskonzept sind zur Hebung der Effizienzvorteile erforderlich? Florian Himmler, Consultant bei Evosoft stellt ein Automation NL basiertes Konzept vor.

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Dipl. Wirtschaftsinformatiker Florian Himmler ist Consultant bei Evosoft in Nürnberg.
Dipl. Wirtschaftsinformatiker Florian Himmler ist Consultant bei Evosoft in Nürnberg.
(Bild: Evosoft)

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Bedingt durch die Globalisierung des Marktes, den wachsenden Innovationsdruck sowie die steigende Individualität und Dynamik der Märkte, sehen sich produzierende Unternehmen heute mit der zentralen Herausforderung konfrontiert, sowohl die Effizienz als auch die Qualität ihrer Engineering-Prozesse zu erhöhen.

Gleichzeitig wird im Rahmen des Zukunftsprojektes Industrie 4.0 die Vision einer effizienten Produktion mit möglicher Losgröße 1 angestrebt, in welcher Werkstücke autonom mit den Anlagen kommunizieren können und sich möglichst selbstständig ihren Weg durch flexible Fertigungsstraßen suchen.

Um dieses Ziel langfristig erreichen zu können, gibt es eine Reihe notwendiger Voraussetzungen, welche es im Rahmen des Engineering der Fertigungsanlagen zu berücksichtigen gilt.

Dies sind im Wesentlichen:

• Die Anwendung und Umsetzung funktionsorientierter Standardisierungs- und Modularisierungskonzepte für Fertigungsanlagen

• Die Verwendung eines zentralen Engineering-Repository für alle am Entwicklungsprozess beteiligten Rollen und Disziplinen

• Die Integration der spezifischen Engineering-Werkzeuge unter Verwendung standardisierter Schnittstellen

• Ein zielgerichtetes und kundenorientiertes Vorgehen zur Ermittlung von Anforderungen und zur Definition möglicher Lösungsansätze

In diesem Beitrag wird ein Schritt-für-Schritt Ansatz skizziert, welchen Unternehmen aus dem Anlagen-Engineering-Umfeld anwenden können, um diese notwendigen Voraussetzungen für die Realisierung des Industrie 4.0 Gedankens zu erreichen.

Der Ausgangspunkt für diesen Ansatz ist die Anwendung eines Frameworks zur Integration existierender Prozess- und Systemlandschaften. Anhand dieses Frameworks kann die Ist-Situation eines Unternehmens strukturiert analysiert, bewertet und aus einer Prozess- und Datenintegrationsperspektive optimiert werden.

Anschließend werden die existierenden Standardisierungs- und Modularisierungsstrategien des Anlagenbauers analysiert und in Richtung eines funktionsorientierten Standardisierungsansatzes migriert, welcher langfristige Wiederverwendungseffekte einmalig definierter Anlagenelemente ermöglicht.

Anhand eines AutomationML-basierten Integrationskonzeptes kann anschließend ein standardisierter Informationsaustausch zwischen den verwendeten Engineering-Werkzeugen und eine nahtlose Integration der beteiligten Disziplinen erreicht werden.

Abschließend wird ein funktionsbasierter Requirements Engineering Ansatz skizziert, welcher Unternehmen dabei unterstützen kann, die Anforderungsermittlung und Lösungsdefinition im Rahmen konkreter Kundenprojekte effizienter und transparenter zu gestalten.

Die Anwendbarkeit des vorgestellten Ansatzes wird abschließend anhand eines Projektes aus dem Bereich des Engineering von Förderanlagen verifiziert.

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