Innovation Effektive Partnerschaft zwischen Analytikern und Kreativen

Autor / Redakteur: Rolf-Magnus Weddigen und Armin Schmiedeberg / Claudia Otto

Erfolgreiche Innovationen setzen herausragende Kreativität und kaufmännische Fähigkeiten voraus. Durch die schlagkräftige Zusammenarbeit zwischen kreativen Köpfen und Praktikern können Deutschlands Industrieunternehmen ihr Innovationspotenzial heben.

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Innovationen sind weitaus wichtiger als Kostenreduzierung, erklärten selbst im Rezessionsjahr 2009 drei Viertel der Führungskräfte in einer Umfrage von Bain & Company. Bild: SXC/Raja4U
Innovationen sind weitaus wichtiger als Kostenreduzierung, erklärten selbst im Rezessionsjahr 2009 drei Viertel der Führungskräfte in einer Umfrage von Bain & Company. Bild: SXC/Raja4U
( Archiv: Vogel Business Media )

Finanzkrise, Exporteinbruch, Investitionsstau: Angesichts dieser Herausforderungen könnte man annehmen, dass eiserne Kostendisziplin derzeit die Agenda in Industrieunternehmen dominieren würde. Doch weit gefehlt: Innovationen seien weitaus wichtiger als Kostenreduzierung, erklärten selbst im Rezessionsjahr 2009 drei Viertel der Führungskräfte in einer Umfrage von Bain & Company unter knapp 1500 Managern.

Die Manager wissen: Innovationen sind der Werttreiber für Unternehmen – und das seit Beginn der Industrialisierung. In Deutschland entstanden aus Entwicklungen wie dem Dynamo, der Kopfschmerztablette und der Zündkerze Weltkonzerne wie Siemens, Bayer und Bosch. Bis heute gewährleisten Innovationen den Erfolg deutscher Industriefirmen auf dem Weltmarkt. Folgerichtig gab allein der deutsche Maschinenbau 2009 nach Angaben des Stifterverbands 5,5 Mrd. Euro für Forschung und Entwicklung aus.

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Unzweckmäßige Strukturen und Prozesse behindern Innovationen

Umso erschreckender, dass Praktiker in deutschen Unternehmen die Innovationsstrategien ihrer Arbeitgeber und vor allem deren Umsetzung im Alltag so viel nüchterner beurteilen. 2009 hat Bain & Company mehr als 250 Mitarbeiter aus Abteilungen wie Forschung und Produktentwicklung, aber auch aus dem Controlling ausführlich befragt. Zwar betonten die Befragten übereinstimmend, wie wichtig neue Produkte und Dienste für die Wettbewerbsfähigkeit ihres Unternehmens seien – auf einer Skala von 1 bis 7 vergaben sie im Durchschnitt für diese Aussage eine 6,2 (Grafik). Doch den Erfindungsreichtum des eigenen Arbeitgebers benoteten die Praktiker lediglich mit 4,7 und die Strukturen, Prozesse und Instrumente im eigenen Haus sogar nur mit einer 4,0. Drei Punkte standen besonders in der Kritik:

  • die fehlende Unterstützung der Zusammenarbeit von kreativen Vordenkern und pragmatischen Analytikern;
  • vergleichsweise geringe Weiterbildungs- und Karrieremöglichkeiten für Kreative im eigenen Haus;
  • eine zu geringe Einbindung von externen Ideengebern, allen voran Kunden.

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