Bioenergie Eckpunkte einer tragfähigen Bioenergiestrategie

Redakteur: M.A. Manja Wühr

Das Projekt „Meilensteine 2030 — Elemente und Meilensteine für die Entwicklung einer tragfähigen nachhaltigen Bioenergiestrategie“ hat nun erste Ergebnisse zu Rohstoffmärkten, Landnutzung, Anlagenparkentwicklung sowie deren Auswirkungen auf verschiedene Nachhaltigkeitsaspekte vorgestellt.

Anbieter zum Thema

Bestimmung des Siedeverlaufes von Biodiesel
Bestimmung des Siedeverlaufes von Biodiesel
(Bild: DBFZ)

Leipzig — Die Energiewende wird kommen. Da sind sich wohl alle einig. Nur das „wie“ ist noch sehr umstritten. Bioenergie als Teil der erneuerbaren Energien wird ein wichtiger Bestandteil der Energieversorgung der Zukunft werden. Daher förderte das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) im Rahmen des Programms „Energetische Biomassenutzung“ das Verbundvorhaben „Meilensteine 2030 - Elemente und Meilensteine für die Entwicklung einer tragfähigen nachhaltigen Bioenergiestrategie“.

„Unsere Erwartung an das Projekt war, basierend auf der Expertise einschlägiger Forschungseinrichtungen, Handlungsempfehlungen zu erhalten, wie eine tragfähige Bioenergiestrategie entwickelt werden könnte, die zu einer möglichst nachhaltigen Nutzung der begrenzten Ressourcen beiträgt, den Markteintritt neuer, umwelt- und kosteneffizienter Technologien unterstützt und die darüber hinaus Rahmenbedingungen auf den sich entwickelnden Märkten für eine nachhaltige Bereitstellung und Nutzung von Bioenergie setzt.“, so Dr. Bernhard Dreher (BMWi), der das Projekt fachlich betreut hat.

Bildergalerie

Bioenergie wird wohl auch weiterhin vom Acker kommen

Aus den Ergebnissen der szenarienabhängigen Entwicklungen der Rohstoffpreise, des simulierten Anlagenparks, der Landnutzungsänderungen, verschiedener Umweltwirkungen, der Notwendigkeiten regionaler Infrastrukturen sowie der Auswirkungen auf Ernährungssicherheit wurden Eckpunkte einer Bioenergiestrategie identifiziert und in Form von Meilensteinen, die bis zum Jahr 2030 erreicht werden sollten, formuliert. So kommen die Forscher unter anderem zu dem Ergebnis, dass Bioenergie aus landwirtschaftlichen Rohstoffen, wie Biogas oder Biodiesel, unter den angenommenen Rahmenbedingungen auch weiterhin relevant bleiben. Innovative Konzepte wie Kraftstoffe aus Holz können sich dagegen nur unter sehr günstigen Randbedingungen durchsetzen.

Des Weiteren bleibt nach Einschätzung des Projektes der Einfluss der deutschen Bioenergie auf die globalen Rohstoffmärkte auch in Zukunft gering, jedoch kann der mit der Bioenergienutzung verbundene Flächenbedarf – insbesondere durch Importe aus dem Ausland – erheblich sein. Die damit verbundenen Risiken für die Biodiversität, Böden und Ernährungssicherung sind abhängig von der nationalen Bioenergienachfrage, werden aber von den globalen Annahmen und Entwicklungen dominiert. Gleichzeitig wirken sich Landnutzungsänderungen stark auf die Umwelt – insbesondere die Treibhausgasemissionen der Bioenergie – aus und können den Klimaschutzzielen entgegenstehen.

Noch ein weiter Weg für eine nachhaltige Energieversorgung

Die Meilensteine für eine künftige Bioenergienutzung erfordern zum einen die Weiterentwicklung der Bereitstellungskonzepte, zum anderen eine enge Verzahnung mit verschiedenen Rohstoffsektoren, Markt- und Akteursstrukturen. So stellt die Wärmebereitstellung auf Basis von Holz auch weiterhin einen wichtigen Baustein dar, der durch entsprechende, insbesondere kommunale Rahmenbedingungen, flankiert von einer deutschen Wärmestrategie, beachtet werden muss.

„Es bleibt zu hoffen, dass in der nächsten Zeit der Dialog rund um die Energiewende im Allgemeinen und eine tragfähige, energetische Biomassenutzung im Besonderen fortgeführt und die strategische Ausrichtung der Bioenergie verstetigt wird. Es ist noch ein langer Weg hin zu einer nachhaltigen Energieversorgung, entsprechende Meilensteine geben der Wissenschaft, Wirtschaft und Politik die notwendige Orientierung“, so das Fazit der Projektkoordinatorin Prof. Dr. Daniela Thrän (Deutsches Biomasseforschungszentrum - DBFZ).

Bildergalerie

Ziele von „Meilensteine 2030“

Die Arbeiten des Projekts „Meilensteine 2030“ bestehen in erster Linie darin, Elemente und Meilensteine zu identifizieren, die bis zum Jahr 2030 geschaffen werden müssen, um eine Langfriststrategie bis 2050 erfolgreich vorzubereiten.

Es werden insbesondere die Möglichkeiten der verfügbaren und erwarteten Bioenergietechnologien und -konzepte und umweltrelevante Aspekte untersucht, die berücksichtigt werden müssen, um die Zielerreichung bis 2050 zu gewährleisten. Es sollen Unsicherheiten aufgezeigt und diese hinsichtlich wesentlicher klimapolitischer, regionaler und gesamtwirtschaftlicher Effekte beurteilt werden. Ziel dabei ist

  • die Visualisierung der technischen Optionen der Bioenergiebereitstellung und ihr mögliches Zusammenspiel in verschiedenen Szenarien und Bewertung und hinsichtlich wesentlicher klimapolitischer und gesamtwirtschaftlicher Effekte,
  • die Ableitung einer Gesamtstrategie zwischen Rahmenbedingungen, energiepolitischen Zielen, Funktionen der Bioenergie im Energiesystem sowie im gesamtgesellschaftlichen Kontext (Ernährung, Land- und Forstwirtschaft),
  • die Ableitung von konkreten aussichtsreichen Nutzungsoptionen (Technologien),
  • die Definition technischer und organisatorischer Meilensteine, um diese Optionen im notwendigen Umfang zur Verfügung zu haben.

Jetzt Newsletter abonnieren

Verpassen Sie nicht unsere besten Inhalte

Mit Klick auf „Newsletter abonnieren“ erkläre ich mich mit der Verarbeitung und Nutzung meiner Daten gemäß Einwilligungserklärung (bitte aufklappen für Details) einverstanden und akzeptiere die Nutzungsbedingungen. Weitere Informationen finde ich in unserer Datenschutzerklärung.

Aufklappen für Details zu Ihrer Einwilligung

(ID:43088286)