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Länderreport VR China

Dynamik der Chinesischen Chemieindustrie flacht ab

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Geographische Schwerpunkte der Chemieindustrie liegen im Yangzi-Delta mit einem Anteil von 25% an der gesamten Erzeugung 2010 sowie in Shandong (18%) und Guangdong (8%). Das Yangzi-Delta ist insbesondere in der Chemiefaserfertigung (Anteil an der gesamten chinesischen Herstellung: 77%) sowie bei Pestiziden (53%) führend.

Zwar ist die Bruttoproduktion von Chemie einschließlich Petrochemie mit einem Umfang von 11.116 Mrd. RMB (2011) beeindruckend. Es zeigt sich aber, dass die Erzeugung von vielen Tausend kleineren Firmen getragen wird. Insgesamt existierten Ende 2011 rund 26.700 Branchenunternehmen, die nur durchschnittliche Umsätze von 400 Mio. RMB vorlegen konnten.

Das derzeit größte Projekt in der chemischen Industrie wird in der nordchinesischen regierungsunmittelbaren Stadt Tianjin durchgeführt. Der Investitionsumfang wird mit 11 Mrd. RMB angegeben. Die Sinopec Tianjin hat vor, jährlich 260.000 t Polycarbonate herzustellen.

Ein weiteres Großprojekt entsteht in Fanxian (Provinz Shandong). Das Unternehmen Shandong Xiangfeng Mining Industry Group will insgesamt 8 Mrd. RMB investieren, um 300.000 t kalzinierte Soda sowie 450.000 t PVC pro Jahr zu produzieren.

Außenhandel

Die chinesischen Einfuhren von chemischen Erzeugnissen entwickelten sich 2011 außerordentlich dynamisch. Nach Zollangaben erhöhten sich die Auslandsbezüge im Vergleich zum Vorjahr (Basis: HS) um 20,1% auf 185,9 Mrd. US$. Mit diesem Ergebnis wurde das Vorkrisenniveau (2008: 124,2 Mrd. US$) weit übertroffen und die VR China rückt als Abnehmer von Branchenprodukten im globalen Vergleich zusehends zum bislang größten Markt - den USA (Chemieimport 2011: 189,1 Mrd. US$) - auf. In Segmenten wie anorganischen Chemikalien, Farben und Lacke, Kunststoffe in Primärform oder chemischen Halbwaren ist die VR China heute schon der weltweit größte Importeur.

Die Importe aus Deutschland legten 2011 um 18,1% auf 9,7 Mrd. US$ zu. Damit stellten deutsche Lieferanten 5,2% (Vorjahr: 5,3%) der gesamten chinesischen Einfuhren von chemischen Erzeugnissen. Spitzenreiter war Korea (Rep.) vor Japan, Taiwan, den USA und Saudi-Arabien. Deutschland folgte auf Rang sechs.

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Wolfgang Ernhofer

Wolfgang Ernhofer

Redakteur