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Länderreport Griechenland

Düstere Aussichten für die Chemieindustrie in Hellas

| Autor/ Redakteur: Michaela Balis, Germany Trade and Invest / Wolfgang Ernhofer

Die Hiobsbotschaften aus Griechenland überschlagen sich: Während in Athen keine Regierung gebildet werden kann, gerät die griechische Wirtschaft in einen immer stärker werdenden Sog Richtung Abgrund. Auch für die Entwicklung der Chemieindustrie sehen die Analysten schwarz.

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(Bild: wikimedia commons)

Athen – Der griechische Chemiemarkt ist derzeit vor allem von der sinkenden Inlandsnachfrage geprägt. Wichtige Abnehmerbranchen wie die Bauindustrie oder der Kfz-Sektor stecken noch immer in der Krise. Die öffentlichen Ausgaben für Medikamente sollen drastisch reduziert werden.

Während insgesamt die Importe von chemischen und pharmazeutischen Produkten 2011 gesunken sind, konnte Deutschland seine Branchenausfuhren nach Griechenland steigern und bleibt eines der wichtigsten Lieferländer.

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Marktentwicklung/-bedarf

Die griechische Wirtschaftskrise nimmt dramatische Ausmaße an. Alle Wirtschaftszweige sind von der härtesten Rezession der Nachkriegszeit betroffen. Im Jahr 2011 schrumpfte die Wirtschaft des Landes um 6,8 Prozent. Auch für 2012 sind die Prognosen düster.

Die griechische Nachfrage nach chemischen Produkten hat in Folge der Krise nachgelassen. Dies ist auf den Einbruch der Baubranche, aber auch anderer Industriesektoren zurückzuführen. Mehr als die Hälfte der griechischen Industrieunternehmen schrieb 2010 rote Zahlen. Lag der Beitrag der Industrie zur Wirtschaftsleistung des Landes 1980 noch bei 28 Prozent, so waren es 2010 nur noch 17 Prozent.

Kunststoff und Kautschuk

Die griechische Chemie- und Kunststoffindustrie wird durch die Absatzkrise stark beeinträchtigt und musste ihre Produktion 2011 kräftig zurückfahren. So lag die Fertigung im Kunststoff- und Kautschuksektor nach Angaben des Griechischen Statistischen Amtes (EL.STAT) 2011 um 21 Prozent unter dem Niveau des Vorjahres. Speziell bei chemischen Vorprodukten und Rohstoffen ist die Branche stark abhängig von Importen. Zugute kommen dem Segment seine neuerdings stärkere Exportorientierung und das gestiegene internationale Preisniveau bei chemischen Produkten.

Farben und Lacke

Die Bauwirtschaft Griechenlands ist 2011 um etwa 38 Prozent eingebrochen, die Kfz-Branche um rund 30 Prozent. Dies hatte gravierende Auswirkungen auf die Anbieter von Kunststoffen und Kunststoffprodukten, aber auch auf den Absatz von Farben und Lacken. Der Umsatz der Farben- und Lacke-Hersteller soll 2011, gemäß Marktschätzungen, rund 35 Prozent unter dem Niveau von 2008 gelegen haben.

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