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Druckluftkompressoren

Duell der Druckluftkompressoren: Trockenläufer versus Fluidgekühlt

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Bei bestimmten Anwendungen, etwa in der Lebensmittel- oder Pharmaindustrie, werden häufig Trockenläufer bevorzugt, da sie kein Öl enthalten. Weil Druckluft für bestimmte Qualitätsklassen ohnehin aufbereitet werden muss, ist hierfür vielleicht der emotionale Aspekt ausschlagebend.

Kosten variieren je nach Kompressortyp

Betrachtet man die reinen Kosten für Investition, Anschaffung und Wartung, ergibt sich ein differenziertes Bild. Öleingespritzte Schraubenkompressoren sind in der Anschaffung und bei den Energiekosten zunächst deutlich günstiger als trockenlaufende Anlagen. Bei der Wartung sind fluidgekühlte Kompressoren allerdings geringfügig teurer (Bild 4). Sonst unterscheiden sich die Kosten kaum.

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Mit einkalkulierter Wärmerückgewinnung ändert sich die Kostenbilanz

Wird jedoch eine mögliche Wärmerückgewinnung mit einkalkuliert, ändert sich die Bilanz, abhängig davon, wie hoch die benötigten Temperaturen sind. Öleingespritzte Kompressoren können leicht Temperaturen erzeugen, die in der Wärmerückgewinnung eine Nutzung bis 70 °C erlauben. Trockenlaufende Kompressoren können bis 90 °C eingesetzt werden. Werden also Temperaturen zwischen 40 bis 70 °C benötigt, zum Beispiel für Prozesswasser, ermöglichen öleingespritzte Kompressoren eine Gesamtenergiekostenersparnis von 36 %, trockenlaufende von 45 %.

Bei Temperaturen bis 90 °C ist der Vorteil von Trockenläufern deutlich größer. Sie ermöglichen dann eine Ersparnis von 42 %, während der Vorteil von öleingespritzten bei lediglich 27 % liegt, da bei diesen die Temperaturdifferenz wieder durch zusätzliches Aufheizen ausgeglichen werden muss.

Jeder Kompressortyp hat eigene Vor- und Nachteile

Bei der Betrachtung von Druckluftsystemen lässt sich kein Pauschalurteil darüber fällen, welches System vorzuziehen ist. Öleingespritzte Systeme bieten Pluspunkte bei spezifischer Leistung und Kosten, trockenlaufende Systeme sind besonders in Leistungsrandbereichen oder bei bestimmten Anwendungen von Vorteil. Häufig gibt es auch branchenspezifische oder firmeninterne Vorschriften, die ein Verfahren notwendig machen. Deshalb ist es ratsam, den Einzelfall genau zu prüfen und erst danach zu entscheiden, welches System aufgrund der Bedingungen für die individuelle Anwendung optimal ist.

Der Beitrag erschien zuerst auf dem Portal unserer Schwestermarke MM Maschinenmarkt.

* Erwin Ruppelt ist leitender Projektingenieur bei der Kaeser Kompressoren SE in 96450 Coburg, Daniela Koehler ist dort als Pressesprecherin tätig, Tel. (0 95 61) 6 40-4 52, daniela.koehler@kaeser.com

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