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Aquafarming DSM und Evonik gründen Joint Venture zur Herstellung von Omega-3-Fettsäuren ohne Fischöl

| Redakteur: MA Alexander Stark

Royal DSM und Evonik haben die Gründung eines Joint Ventures für Omega-3-Fettsäureprodukte aus natürlichen Meeresalgen für die Tierernährung bekannt gegeben. Durch das Algenöl könnten erstmals Omega-3-Fettsäuren für die Fischzucht ohne Fischöl aus gefangenem Wildfisch hergestellt werden.

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Aquafarm: Norwegische Aquakultur in einem Fjord in der Nähe von Trondheim.
Aquafarm: Norwegische Aquakultur in einem Fjord in der Nähe von Trondheim.
(Bild: © shutterstock / Evannovostro)

Essen – Die alternative Omega-3-Quelle von Evonik und DSM enthält sowohl EPA als auch DHA und zielt auf Anwendungen in Lachs-Aquakulturen sowie im Haustierfutter ab. Die Unternehmen errichten gemeinsam eine Produktionsanlage im kommerziellen Maßstab in den USA.

DSM Nutritional Products und Evonik Nutrition & Care werden jeweils einen 50 %igen Anteil an diesem Joint Venture halten und gemeinsamer Eigentümer der Produktionsanlage sein, die an einem bestehenden Standort von Evonik errichtet wird und 2019 die Produktion aufnehmen soll. Das Joint Venture plant, in die Anlage etwa 200 Millionen Dollar zu investieren (100 Millionen Dollar von jeder der Parteien über einen Zeitraum von zwei Jahren). Die jährliche Produktionskapazität soll anfangs etwa 15 % der aktuellen Jahresnachfrage nach EPA und DHA in der gesamten Lachszuchtindustrie decken. Die Gründung des Joint Ventures, das den Namen Veramaris tragen und seinen Hauptsitz in den Niederlanden haben wird, steht unter dem Vorbehalt behördlicher Genehmigungen..

Gemeinsame Entwicklungsarbeit

Das Joint Venture geht aus einer gemeinsamen Entwicklungsvereinbarung hervor, die im Juli 2015 unterzeichnet wurde. Im Rahmen dieser Vereinbarung haben Evonik und DSM gemeinsam an der Entwicklung von Produkten und dem Herstellungsprozess gearbeitet und Vermarktungsmöglichkeiten ausgelotet. Beide Unternehmen haben positive Ergebnisse bei der Produktentwicklung gemeldet und dabei mit der gesamten Wertschöpfungskette unter Einbeziehung von Fischfutterherstellern, Fischzüchtern und Händlern gearbeitet.

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Im Rahmen dieser gemeinsamen Entwicklungsvereinbarung haben Evonik und DSM nun erfolgreich erste Mengen des Algenöls am DSM-Produktionsstandort in Kingstree, South Carolina, hergestellt. Kunden können das Produkt daher bereits heute in nennenswerten Mengen beziehen.

Alternative für Tierfutter und darüber hinaus

Derzeit werden weltweit rund eine Million Tonnen Fischöl pro Jahr hergestellt. Der Großteil des Fischöls kommt in Aquakulturen, vor allem für fettreiche Fischarten wie Lachs zum Einsatz. Da wild lebende Fischbestände begrenzt sind, ist eine Ausweitung dieser Menge kaum mehr möglich. Dies bremst auch das Wachstum der Aquakultur-Industrie, die inzwischen rund 75 % der jährlichen Produktionsmenge an Fischöl verbraucht.

Wie der Mensch benötigen auch Tiere eine tägliche Menge essentieller, langkettiger mehrfach ungesättigter Fettsäuren, um gesund wachsen zu können. In der Vergangenheit kamen diese Fettsäuren, die dem Fisch- und Haustierfutter zugesetzt wurden, nahezu ausschließlich aus Meeresquellen wie Fischöl und Fischmehl. Da das Algenöl bei der Futtermittelherstellung in derselben Art wie Fischöl eingesetzt werden kann, ist die Umstellung für Hersteller von Futtermitteln problemlos möglich, so der Hersteller.

Über den Einsatz in der Lachszucht und Haustiernahrung hinaus sieht das Joint Venture zahlreiche Anwendungen des Algenöls für weitere Meeres- und Landtiere.

Omega-3-Fettsäuren EPA und DHA

Omega-3-Fettsäuren sind eine Familie mehrfach ungesättigter Fette, zu denen auch Eicosapentaensäure (EPA) und Docosahexaensäure (DHA) gehören. Da sie nicht vom Körper selbst produziert werden können, müssen Omega-3-Fettsäuren mit der Nahrung oder über Nahrungsergänzungsmittel aufgenommen werden. Zahlreiche Studien zeigen, dass ausreichende Mengen der Omega-3-Fettsäuren EPA und DHA die Gesundheit von Gehirn, Augen und Herz vieler Lebewesen unterstützen. Dies gilt auch für den Menschen.

In der Forschung gibt es darüber hinaus Hinweise, dass die Omega-3-Fettsäuren EPA und DHA den Triglycerid-Spiegel (Lipide) im Blut senken und positive Auswirkungen auf die Funktion der Arterien haben. Zahlreiche Gesundheitsbehörden empfehlen, zweimal pro Woche Fisch oder Meeresfrüchte zu essen. In einer Studie zu Risiken und Nutzen des Fischverzehrs im Journal der American Medical Association (Jama) fanden Forscher, dass ein bis zwei Fischmahlzeiten pro Woche, insbesondere bei Fischen mit hohem Gehalt an den Omega-3-Fettsäuren EPA und DHA, das Herzinfarktrisiko um 36 % verringerten.

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