Referenz-Recorder Druckmessung: Rütteln Referenz-Recorder an „alten“ Standards?

Autor / Redakteur: David K. Porter / Dr. Jörg Kempf

Wie sieht die Zukunft der Druckmessung aus? Die bekannten „Player“ Messschreiber, Druckwaage und analoger Druckmesser boten und bieten jeder für sich jeweils spezifische Vorteile. Jetzt will eine neue Geräteklasse das Feld erobern: Referenz-Recorder sind in der Lage, alle drei durch ein einziges Gerät zu ersetzen.

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Ametek Crystal Engineering nVision Referenz-Recorder
Ametek Crystal Engineering nVision Referenz-Recorder
(Bild: Ametek)

Was genau ist ein Referenz-Recorder? Man nehme die Aufzeichnungsfunktion eines Messschreibers, die hohe Genauigkeit einer Druckwaage sowie die kontinuierliche Messung eines Druckmessers. Jede für sich gesehen, ist keine dieser Funktionen außergewöhnlich. Der Kniff liegt in deren Kombination zu einem einzelnen, einfach zu bedienenden Messinstrument – dem Referenz-Recorder.

Obwohl Geräte zur Datenprotokollierung nichts Neues darstellen, bieten heutige Referenz-Recorder dank verbesserter Mikroprozessoren eine schnellere Datenerfassung und -aufzeichnung als je zuvor. Sie erfassen Messwerte mithilfe von Modulen, die Druck, Temperatur, Strom oder Spannung messen, und speichern die Daten in einem digitalen Speicher. Die Module sind in der Regel auswechselbar, und Recorder nehmen normalerweise zwei Eingangsgrößen gleichzeitig auf. Neben ihrer kompakten Größe weisen Referenz-Recorder mehrere Verbesserungen gegenüber sperrigen Messschreibern auf.

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Verbesserungen gegenüber Messschreibern

Ursprünglich im Jahr 1915 patentiert, erzeugen Messschreiber eine Grafik auf einem sich bewegenden Papierstreifen mithilfe von Tintenstiften an mechanischen Armen, die entsprechend dem gemessenen Druck ausgelenkt werden. Ihr Hauptvorteil liegt in der Fähigkeit, Messwerte über längere Zeiträume hinweg an entfernten Orten aufzuzeichnen. Messschreiber können batteriebetrieben oder rein mechanisch (ohne externe Stromversorgung) arbeiten, sodass sie in explosionsgefährdeten Bereichen eingesetzt werden können.

Ein erfahrener Anwender kann anhand der Ausgabe eines Messschreibers im Feld eine vorläufige Analyse erstellen. Die elektronische Übermittlung oder Speicherung dieser Daten ist jedoch erst möglich, nachdem ein Techniker das Diagramm in einen Computer eingegeben oder eingescannt hat. Dieser Vorgang dauert in der Regel mehrere Tage, bevor die Ergebnisse zur Verfügung stehen.

Messschreiber geben eine typische Genauigkeit von 0,25 bis 1 % der Auslenkungsbreite an, jedoch hängt dieser Wert von Änderungen der Umgebungstemperatur und der Dicke der Stifte ab, was zu einem zusätzlichen Fehler bis 1 % der aufgenommenen Messwerte führen kann. Messschreiber sind zudem anfällig für Fehler durch Überdruck und schnell beschädigt, wenn sie fallen gelassen werden.

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