Drucklufteffizienz

Drehzahlregelung senkt Kosten für Druckluft deutlich

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„Wir haben alle Energieflüsse systematisch erfasst und den gesamten Energieverbrauch sämtlicher Anlagen, Einrichtungen und Prozesse gemessen“, sagt Deubert. Mit dieser energieeffizienten Drucklufterzeugung kann EKW jetzt die Energiekosten senken – und von weiteren Vorteilen profitieren. „Wir haben uns als KMU freiwillig verpflichtet, den Betrieb nach ISO 50001 zertifizieren zu lassen“, berichtet der Instandhaltungsleiter. Wird dieses Energiemanagementsystem umgesetzt, lässt sich der Energiebedarf um 20 % und mehr senken. Erreichen Unternehmen dieses Ziel, profitieren sie zusätzlich von Fördermitteln des Bundes und können ihre Steuern und Abgaben deutlich reduzieren. „Die neuen Kompressoren unterstützen uns dabei, die Auflagen zu erfüllen“, freut sich Deubert.

Genau angepasster Kältetrockner verbessert die Druckluftqualität

„Besonders interessant für uns ist der Kältetrockner, der in dieser Baureihe in einem eigenständigen Gehäuse integriert ist“, sagt Deubert. Seine Kennwerte sind an die jeweilige Anlage angepasst. Das hatten die alten Anlagen nicht, was zu einer feuchten Druckluft und bei verschiedenen Maschinenteilen zu Korrosion führte. Die trockene Luft wirkt sich damit positiv auf die Standzeit der Werkzeuge und Maschinen aus. Die Druckluft kommt zunächst in ein Sammelrohr mit großem Querschnitt und großer Oberfläche. Hier findet eine weitere Abkühlung und Ausscheidung des freien Kondensats über einen Zyklonabscheider statt. Anschließend wird die Druckluft im Sommerbetrieb mit Vorfilter, Kältetrockner, Feinstfilter aufbereitet. Die Aufbereitungskomponenten stammen von der FST Filtrations-Separations-Technik.

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Im Winterbetrieb wird ein Adsorptionstrockner nachgeschaltet und liefert einen Drucktaupunkt von mindestens -25 °C. Dies hat einen großen energetischen Vorteil, da die Druckluft in dieser Qualität nur über die kalten Tage benötigt wird. Ansonsten reicht die Druckluftqualität für die Steuerungsteile aus. Durch die Taupunktsteuerung des Adsorptionstrockners können erhebliche Energieeinsparungen erzielt werden, weil der Adsorptionszyklus der tatsächlichen Auslastung des Trockners automatisch angepasst wird. Das heißt, die Häufigkeit der Umschaltung wird der Betriebssituation angepasst, der Regenerationsluftbedarf und somit die Energiekosten werden minimiert.

Die Kompressoren sind werkseitig mit Wärmetauscher und Wasserregelventil zur Heizwassererwärmung auf 70 °C ausgestattet. Die Wärme lässt sich zum Beispiel speichern, um damit in den kalten Wintermonaten die Produktionsräume zu heizen. Außerdem können Bauteile aus Beton vorgetrocknet werden. Weiterhin lassen sich elektrisch angetriebene Kältemaschinen betreiben, indem die Wärme Kältemittel verdampft. Noch sei aber alles in der Planungsphase.

Neues Gebäude für zentrale Druckluftstation errichtet

Um die neue Druckluftstation zentral aufzustellen, hat EKW ein neues Gebäude errichtet. Die Planung der Druckerzeugungsanlage übernahm Rankel: „Wir haben die Kompressoren installiert und in Betrieb genommen. Es wurden auch alle Leitungen neu verlegt und die Hauptversorgungsleitung als Ring aufgebaut.“ Weil sie aus Edelstahl sind, besitzen sie sehr glatte Oberflächen und sind witterungsbeständig. Die Leitungen wurden zum Teil im Freien verlegt. Das reduziert Reibung und somit kommt es zu weniger Druckverlusten. Die Planung der Infrastruktur mit Gebäude kam von Deubert. Auch wird eine neue übergeordnete Steuerung mit Energieverbrauchszählern installiert, die Druckluft und Strom erfasst.

Deubert ist zufrieden. „Mit dem Einsatz der Almig-Kompressoren und der Aufbereitung der Firma FST werden wir nicht nur erhebliche Energiekosten im Jahr sparen können. Wir haben jetzt eine hohe Verfügbarkeit der Druckluft“, resümiert er. Aber natürlich spielen auch die längeren Wartungsintervalle eine große Rolle. Und das betrifft nicht nur die Kompressoren, sondern alle Anlagen, die mit Druckluft betrieben werden. „Der gesamte Ablauf von der ersten Messung bis zur Fertigstellung und Inbetriebnahme lief reibungslos“, sagt Deubert. Weil die Drucklufterzeugung so problemlos läuft und noch Ressourcen frei sind, wird die Anbindung des gesamten Werkes geplant. Dann würde die Druckluftanlage von Almig auch zweischichtig laufen und drei separate Kompressoren mit Leistungen von 7,5 kW könnten entfallen. Somit könnte EKW in Zukunft auch mehr Abwärme nutzen.

Der Beitrag erschien zuerst auf dem Portal unserer Schwestermarke MM Maschinenmarkt.

* Christian Rau ist zuständig für das Produktmarketing bei der Almig Kompressoren GmbH in 73257 Köngen

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