5. Engineering Summit Digitalisierung und Service beflügeln den Großanlagenbau

Redakteur: Anke Geipel-Kern

Digitale Produkte und Dienstleistungen, Serviceangebote und EPC-Kompetenz – damit will der deutsche Großanlagenbau in den nächsten Jahren punkten. Das ist das Ergebnis des 5. Engineering Summits, welcher Anfang Juli in Mannheim stattfand. PROCESS gibt die Inhalte der Pressemeldung des VDMA wieder.

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Rund 300 Teilnehmer nahmen am Engineering Summit in Mannheim teil.
Rund 300 Teilnehmer nahmen am Engineering Summit in Mannheim teil.
(Bild: Hüthig GmbH)

Frankfurt – Um erfolgreich zu bleiben, braucht der deutsche Großanlagenbau den Willen zur Veränderung und dazu gehört z.B. auch die Digitalisierung. Das ist Kern einer aktuellen Pressenotiz des VDMA, deren Inhalt sich mit dem 5. Engineering Summit in Mannheim beschäftigt.

Digitalisierungsstudie von Maexpartners

Der Autor zitiert u.a. aus der Studie „Potenziale von Industrie 4.0 im Großanlagenbau“, des VDMA und des Beratungsunternehmen Maexpartners, die auf dem Kongress vorgestellt worden sei. Demnach bewerten 72 % der Befragten die Chancen, Umsatzsteigerungen durch neue, digitale Produkte und Dienstleistungen zu erzielen, als sehr relevant. 2015 waren erst 50 % der Anlagenbauer dieser Meinung gewesen. Konkrete Beispiele für digitale Lösungen lieferten in Mannheim die Referenten von Thyssenkrupp Industrial Solutions (Dr. Savas Lazaridis) Voith Digital Solutions (Jörg Winkler), Voith Digital Solutions und, SMS group (Dr. Markus Reifferscheid). Es ging u.a. digitale Service-Plattformen, die vorausschauende Instandhaltung und die Möglichkeiten, die sich durch die Analyse großer Datenmengen ergeben.

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Verstärkt gingen Anlagenbauunternehmen auch Kooperationen mit jungen, innovativen Start-ups ein, heißt es in der Meldung. Der Anlagenbau verfolge mit solchen Kooperationen das Ziel, Zugang zu externem Know-how zu erhalten und schneller auf sich bietende Marktchancen zu reagieren.

Thema Service

Auf der Suche nach neuen Geschäftsfeldern rücke der Anlagenservice immer stärker in den Fokus. Tom Blades, CEO von Bilfinger, und Karl Purkarthofer von Primetals, hätten aufgezeigt, welches Geschäftspotenzial betriebsnahe Dienstleistungen für den Anlagenbau biete und wie der Einsatz moderner Techniken helfen könne, neue Geschäftsmodelle zu entwickeln.

Dass es sich dabei um einen generellen Trend handele, belege eine Umfrage der VDMA Arbeitsgemeinschaft Großanlagenbau. Demnach liege der Anteil von Services am Gesamtumsatz im Großanlagenbau mittlerweile bei 16 %. Vor drei Jahren seien es erst 14 % gewesen.

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Die Bedeutung der Politik für den Großanlagenbau

Der Bericht hebt weiter die Bedeutung der EPC-Fähigkeit (Engineering, Procurement and Construction) – also die Übernahme der Gesamtverantwortung für Projekte – für den deutschen Großanlagenbau hervor. Die belege eine auf dem Kongress vorgestellte Studien, die das Beratungshaus PWC im Auftrag des Bundeswirtschaftsministerium durchgeführt habe. Demnach seien 79 % der von PWC befragten Unternehmen weiterhin am EPC-Geschäft interessiert, 44 % bekundeten sogar ein zunehmendes Interesse.

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