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Kommunikationstechnik

Digitale Firmenkommunikation ist offen wie ein Scheunentor

| Redakteur: Matthias Back

Firmenverträge, Baupläne, Kundenbriefe – alles ganz im Vertrauen? „Digitale Firmenkommunikation ist offen wie ein Scheunentor“, so Gernot Zehner, Experte für Datensicherheit und Lauschabwehr.
Firmenverträge, Baupläne, Kundenbriefe – alles ganz im Vertrauen? „Digitale Firmenkommunikation ist offen wie ein Scheunentor“, so Gernot Zehner, Experte für Datensicherheit und Lauschabwehr. (Bild: momius - Fotolia.com)

Die moderne Informations-und Kommunikationstechnik hat nicht nur unser Leben, sondern auch unsere Wirtschaft verändert: Pläne, Belege, Verträge und Verhandlungsunterlagen – alles wird heute digital erstellt, aufbewahrt und vor allem ausgetauscht. Per Fax, E-Mail und Mobiltelefon erreichen Informationen in Sekunden ihr Ziel, und sei es auch am anderen Ende der Welt. Dass dabei nahezu jeder, der sich dafür interessiert, einfach mitlesen oder -hören kann, machen sich die Wenigsten klar.

„Die digitale Firmenkommunikation ist für Angreifer von außen offen wie ein Scheunentor“, warnt deshalb Gernot Zehner, Experte für Datensicherheit und Lauschabwehr bei Ultima Ratio. Und erklärt, was technisch alles möglich ist und wie Firmen ihre Risiken minimieren können.

Sicherheitsrisiko E-Mail

Die E-Mail ist heutzutage das meistgenutzte Kommunikationsmedium. Sowohl beruflich als auch privat werden wichtige Nachrichten und Dokumente heute per Datenleitung versendet. Was die meisten Nutzer nicht wissen: Das Sicherheitsniveau einer Mailnachricht entspricht dem einer Postkarte.

Jede der zahlreichen Zwischenstationen auf dem Weg vom Sender zum Empfänger kann praktisch problemlos mitlesen. Auch E-Mail-Programme selbst sind ein leichtes Ziel: Entsprechende Spionage-Software, die unterhalb von Windows – also im BIOS des Systems – aktiv sein kann, leitet das komplette Mailaufkommen unbemerkt von jeder Firewall oder von jedem Virenschutzprogramm an Dritte weiter.

Solche Programme gibt es für wenig Geld im Internet zu kaufen und sie sind auch für technische Laien relativ einfach zu installieren. „Dennoch werden solche Gefahren für den Schutz vertraulicher Informationen in Unternehmen häufig unterschätzt“, weiß Gernot Zehner von Ultima Ratio aus Erfahrung: „Grundsätzlich gilt: In E-Mails sollte nichts - aber auch gar nichts - Vertrauliches stehen." Daher rät der Datenschutz-Experte, im Unternehmen eine sogenannte „E-Mail-Policy“, also Leitlinien zum Umgang mit E-Mails, auszugeben. Diese sollten festlegen, wer welche Informationen wie weitergeben und wann er sie per E-Mail versenden darf.

Abhören von Telefonaten und Mitlesen von Faxen

Sicherer als der Versand einer Mail ist eine Mitteilung am Telefon: Das Anzapfen von Telefonleitungen ist schon etwas komplizierter. Wer abgehört wird, kann in der Regel von professionellen Angreifern ausgehen. Diese müssen im Telefon, an Verteilerkästen oder in der Anschlussdose einen Sender platzieren, der durch ein Telefongespräch aktiviert und an anderer Stelle aufgenommen wird. Was viele nicht wissen: Mit der gleiche Methode funktioniert auch das Mitlesen von Faxen.

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