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Covestro-Digitalisierungsprogramm „Digital@Covestro“ soll Weg in die Zukunft ebnen

| Redakteur: Wolfgang Ernhofer

Nach BASF und Evonik will jetzt auch der Werkstoffhersteller Covestro die Digitalisierung im eigenen Unternehmen strategisch vorantreiben. Dabei sollen alle Aktivitäten, wie Lösungen für Produktion, Forschung, Vertrieb und Geschäftsmodelle unter dem Programm „Digital@Covestro“ gebündelt werden. Das Unternehmen erwartet sich bis zu einer Milliarde Euro Umsatz auf seiner digitalen Chemie-Handelsplattform.

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Mit dem Programm „Digital@Covestro“ will das Unternehmen seine Aktivitäten bündeln.
Mit dem Programm „Digital@Covestro“ will das Unternehmen seine Aktivitäten bündeln.
(Bild: Covestro)

Leverkusen – Covestro will mit einem umfassenden strategischen Programm die Chancen der Digitalisierung nutzen und neue Standards in der Zusammenarbeit mit Kunden setzen. Dazu will der Werkstoffhersteller digitale Technologien und Arbeitsweisen auf zentralen Ebenen verankern: in Produktion, Lieferkette, Forschung & Entwicklung, an allen Berührungspunkten mit den Kunden sowie zur Entwicklung neuer Geschäftsmodelle.

Der Schwerpunkt soll auf dem konkreten Nutzen für die Kunden liegen. Gleichzeitig sollen alle Mitarbeiter des Unternehmens von den Chancen der Digitalisierung profitieren. Damit wird die Digitalisierung zum festen Bestandteil der Unternehmensstrategie und ist mit konkreten wirtschaftlichen Zielen verknüpft: So soll eine neue Form des Onlinehandels binnen zwei Jahren bis zu einer Milliarde Umsatz beisteuern.

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Umfassendes Programm „Digital@Covestro“

Das Unternehmen bündelt seine Aktivitäten in dem Programm „Digital@Covestro“. Um digitale Betriebsprozesse in der Produktion geht es in dem globalen Projekt „Optimized System Integration 2020“, das in der chemischen Industrie beispiellos ist. Ziel ist, Aufbau, Betrieb und Instandhaltung der globalen Produktionsanlagen effizienter und transparenter zu machen. Dies soll durch Datenintegration und damit verbundene neue Denk- und Arbeitsweisen innerhalb der nächsten drei Jahre gelingen. Zum Beispiel sollen die Anlagen künftig mithilfe mobiler Endgeräte, die Echtzeit-Daten liefern, vorausschauend gewartet werden.

Online-Plattform für effizienten Einkauf

Anfang 2018 soll zudem eine neue, digitale Chemie-Handelsplattform starten. Geschäftskunden können dann Standard-Produkte aus dem Angebot der Covestro-Polymere effizient zu aktuellen Marktpreisen online kaufen. Bis Ende 2019 sollen über die Plattform Werkstoffe für bis zu eine Milliarde Euro umgesetzt werden. Sie ist nach den Wünschen von Kunden konzipiert worden und wird derzeit getestet. Geplant ist auch, geprüfte Basis-Produkte und Services anderer Anbieter über die Plattform zu vertreiben.

Kundenansprache auf allen Kanälen

Führend in der chemischen Industrie sei auch die geplante umfassende digitale Ansprache von Geschäftskunden. Diese sollen über alle digitalen Berührungspunkte hinweg von der ersten Produktidee bis zur Betreuung nach dem Kauf besser begleitet werden. Bereits 2018 sollen erste Meilensteine für Produktsuche und Bestellung erreicht sein.

Mit Algorithmen Kosten sparen

Bei den neuen Geschäftsmodellen seien neben der neuen Handelsplattform die „Digitalen technischen Services“ besonders wichtig für die Weiterentwicklung einer effizienten Produktion beim Kunden. Bereits seit mehr als zehn Jahren sammelt Covestro hier bei Abnehmern in der Schaumstoffherstellung Erfahrung mit Datenauswertungen für verbesserte Produktionsbedingungen. Mithilfe von Algorithmen sollen diese Services nun ausgebaut werden. Die Kunden könnten hierdurch erhebliche Produktionskosten einsparen, so der Werkstoffhersteller.

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